Mittwoch, 20. September 2017

HUK? Ach geh mit Piranhas schwimmen...

Die Haftpflichtunterstützungskasse kraftfahrender Beamter, landläufig als HUK oder auch Verbrecherband bekannt, muss mal wieder ins Klo greifen. Zum Anfang...

Was ist das Rentenwerk?


Die HUK ist einer von fünf Konsortialversicherern, welche das neue Rentenwerk bilden, die beim Sozialpartnermodell Kunden abgreifen mögen. Mehr steckt da auch nicht hinter. Ähnlich wie die HOGA (Hotel- und Gaststätten Rente), die Klinikrente oder die Metall.Rente steht hier der Versuch über den Zwang der Tarifparteien neue Kunden zu (zwangs-)generieren.



Dabei gibt es teils gute Tarife. Vermutlich, weiß ja noch keiner, da die Tarife noch nicht existieren. Eigentlich fand ich bislang nahezu alle Tarife dieser Versicherungen für die Altersvorsorge ungeeignet. Nicht unerhebliche Mengen davon würde ich sogar als im Glas eingekochte Scheiße bezeichnen, aber das sagt man ja nicht. Blöd nur, dass es in allen Bereichen mMn Anbieter gibt, die was besseres anbieten können.
Bewerben kann das Konsortium sich aber dennoch. Entscheidend ist, wer ausverhandelt was da an Renten möglich ist. Nämlich Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften, die sog. Sozialpartner. Wer aber glaubt, dass Tarifparteien ausschließlich zum Wohle der Belegschaft verhandeln und kein Schmiergeld annehmen, der glaubt auch an Donal Trumps Umweltpolitik!
Also alles zurück zum Start, das Rentenwerk wird ein weiterer Versuch Kunden zu gewinnen indem man ihnen im Bereich der Betriebsrente ein neuerliches "Friss-oder-stirb" vor die Füße wirft.

Insider Infos von einer Schulung - Das Rentenwerk von seiner wahren Seite


Warum diese fünf Anbieter? Es machen also Barmenia, Debeka, Gothaer, HUK und Stuttgarter gemeinsame Sache. Warum zum Teufel? Zwei davon müssen gerichtlich zur Zusammenarbeit mit Makler gezwungen werden, eines ist ein reiner Maklerversicherer (Stuttgarter), ein weiterer ein online Laden. Passt ja super, so deren Argumentation.
Fakt ist, dass HUK und Debeka freie Vermittler, speziell Makler, regelmäßig bekämpfen. Ich selbst musste schon rechtlich gegen beide Vorgehen, weil die den Kundenwunsch nicht respektieren wollten und mich als freien Vermittler ausgrenzen wollten. Ein traurige Geschichte, die sich seit Jahren widerholt...

Gestern war ich auf einer Schulung des Maklerpools germanbroker.net, übrigens einer der besseren Pools in Deutschland, zum Thema betriebliche Altersvorsorge, kurz bAV genannt. Dort war auch ein Vertreter vom Rentenwerk, seines Zeichens Mitarbeiter der Stuttgarter.
 Der Herr war sichtlich bemüht einen guten Eindruck zu vermitteln aber Fakt bleibt, dass er keine der kritischen Nachfragen souverän beantworten konnte. Die Probleme, die im Raum standen:

  • Tarife existieren noch nicht aber beworben wird dennoch
  • HUK & Debeka respektieren keinen Kundenschutz, wie die anderen Gesellschaften
  • HUK & Debeka arbeiten nur unter rechtlichem Zwang mit freien Vermittlern zusammen
  • HUK betreibt regelmäßig Propaganda gegen freie Vermittler u. a. mit youtube Videos & Co 
  • HUK & Debeka haben kein Makler-Extranet um die Betreuung der Kunden sicher zu stellen
  • Barmenia fällt im Bereich Altersvorsorge negativ durch einen speziellen Strukturvertrieb auf
Konkrete Antworten auf diese Vorwürfe konnte der gute Herr nicht beantworten. Aber er hatte sehr viel Wunderversprechen dabei, das würde schon alles gut werden...
Es wurde sichtlich lauter. Aber "leider, leider" reichte die Zeit nicht und der Herr musste weiter, dringend seinen Zug bekommen...

Dann ballert die HUK erneut gegen freie Vermittler


Das war also gestern. Und heute? Heute macht die HUK sich erneut zum Buhmann, weil die einen anderen online Makler verklagt, weil der ihnen nicht passt. Versucht die Unabhängigkeit in Frage zu stellen, weil Provisionen existieren und diese unterschiedlich hoch sind. Was? War das etwa zum Sachwalterurteil des BGH, wo die Unabhängigkeit des Maklers bekräftigt wurde, etwa anders? Die HUK könnte ihre Provisionen einfach mal marktüblich gesalten, dann könnte sie mit dem Feind arbeiten statt ihn ständig zu kritisieren.
Erst einen auf lieb Kind machen und dann direkt wieder so einen Mist abziehen. Klagen ist gerechtfertigt und in bestimmten Fällen die einzige Lösung. Aber dass die HUK Gespräche mit dem AfW - ein unabhängig Verband von Finanzdienstleistern, der zweitgrößte seiner Art - oder anderen Mediatoren ablehnt, zeigt wieder von welches geistiger Reife dies Kind ist.

Tut mir leid aber ich bekräftige es nochmal: Außer der Kfz-Versicherung darf man nichts zu diesem Saftladen bringen. Die HUK ist und bleibt Kuhmist, der außer billig nix drauf hat!

In der Praxis erlebe ich ständig Wehklagen der Mandaten über die HUK. Alle sind zufrieden, ist ja schön billig, bis der Schaden eintritt. Dann zeigt sich, dass billigst nicht immer die Lösung sein kann und ein qualifizierter Vermittler, der hilft, den Unterschied im Schadenfall machen kann. Voraus gesetzt der Kunde wäre im Vorfeld in der Lage alleine all seinen Bedarf korrekt zu versichern. Aber die HUK suggeriert ja auch online, dass Kunden alles alleine online lösen könnten, was in einem mehrjährigen Lehrberuf gelehrt wird... aber sich dann über andere aufregen!

Dieser Scheiß-Laden, ja Scheiß-Laden, ist selbst an online Portalen und Vergleichen beteiligt, die nicht sauber arbeiten. Aber den Zeigefinger heben. Ja ne is' kla'!

Besonderes Highlight: Der freie Vermittler bekämpfende Vorstand der HUK wird Präsident des Gesamtverbands der deutschen Versicherungswirtschaft, kurz GDV. Was eine tolle Zukunft uns doch allen blüht.

Exkurs: Der Zwang in der Betriebsrente muss aufhören


Ein paar sinnvolle Änderungen bzw. Förderungen bei der Betriebsrente wurden beschlossen. Aber eines der schwersten Probleme bleibt, dass der Arbeitgeber das letzte Wort hat und in die Haftung genommen wird. Beides ist falsch!
Der Arbeitgeber will sich idR nicht mit den Betriebsrenten rumschlagen. Die meisten muss man dazu nötigen, da es für sie weiteren Aufwand und weitere Haftung mitbringt. Meiner Meinung nach sollte gelten, dass wer für sein Alter vorsorgen will, das eigenverantwortlich zu tun hat. Warum da der Arbeitgeber in die Haftung genommen werden muss, ist mir ein Rätsel. Das Paradoxe ist, dass der Arbeitnehmer einen Anspruch auf Betriebsrente hat, aber der Arbeitgeber es sich dann aussuchen darf. Klar, er soll ja verantwortlich sein aber haftungsbegrenzend.
Ja zum Teufel damit, unnötig kompliziert! Dann erhöht den Förderbetrag für Riester von 2.100€ pa auf 5.000€ pa, oder gar 10.000€ pa bei Abschaffung der Betriebsrenten, und packt die Sozialversicherungsersparnis mit rein. Dann kann jeder Affe immer noch sein eigenes Süppchen kochen aber der Arbeitgeber ist aus der Nummer raus und wir hätten weniger komplizierte Regeln.
Aber auch Finanzleute brauchen ABMs zur Jobsicherung. Zum Kotzen! Aber Hauptsache das Rentenwerk lebt, eine weitere Instanz ins Dickicht bringen statt es zu lichten...

Samstag, 16. September 2017

GEW wirbt mit Krankenversicherung ohne Gesundheitsprüfung - Was ist dran?

Neulich hat mich ein Interessent auf die Seite der GEW - Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft - aufmerksam gemacht, die mit einer privaten Krankenversicherung (PKV) für Lehramtsanwärter werben, die angeblich ohne Gesundheitsprüfung erfolgen soll. Klingt erstmal gut, doch was ist da dran?

Das Angebote der GEW


Auf der Homepage wirbt die GEW mit dem Abschluss einer privaten Krankenversicherung ohne Gesundheitsprüfung. So zumindest verstehen es die Verbraucher, die mich immer wieder darauf stoßen. Dem ist aber nicht so, die wichtigen Punkte habe ich markiert.


Eine Anwartschaft ist keine PKV


Die hier angebotene Versicherungs ist eben KEINE vollwertige private Krankenversicherung ohne Gesundheitsprüfung. Es ist lediglich eine Anwartschaftversicherung. Die Anwartschaft zeichnet sich dadurch aus, dass sie den späteren Wechsel in die PKV ermöglicht ohne dass neue Prüfungen statt finden. Ein Eintrittsversprechen, mehr nicht.
ABER wer schon zum Zeitpunkt der Anwartschaft krank (also versicherungstechnisch nicht versicherbar) ist, der bekommt auch keine Anwartschaft. D. h. er bekommt auch als Lehramtsanwärter keine PKV ohne Gesundheitsprüfung. Denn bei der Beantragung der Anwartschaft findet eine vollumfängliche Risikoprüfung der Antragsfragen statt.
Der damals Gesunde könnte als heute Kranker versichert werden, hätte er das damals voraus gesehen und eine entsprechende Zusatzversicherung abgeschlossen (<10 -="" 10="" ahnung="" also="" am="" beitrag="" ber="" denn="" der="" echt="" es="" f="" g="" gebrechen="" gegen="" gepennt="" hat="" hnte="" immun.="" in="" ist="" jahren="" jungen="" kann="" keine="" kunde="" liegen="" mit="" nicht="" nstig.="" oder="" onat="" r="" sich="" span="" style="color: #38761d;" typisch="" unter="" vermittler="" w="">Eigentlich ist die Anwartschaft eine Pflicht bei jedem jungen Menschen, der Lehrer werden will.
Sollte schon während des Studiums abgeschlossen werden. Denn Sinn verstehen auch die Eltern und übernehmen notfalls den Beitrag.

Die DBV macht keine falschen Versprechen




Folgt man dem o. g. Link, landet man auf einer Infoseite der DBV, Deutsche Beamtenversicherung. Sie ist der Rahmenvertragspartner und bietet verschiedene, teils echt empfehlenswerte, Kombinationen für Lehrer an.
Aber wer sich den Link anschaut, der wird feststellen, dass hier nirgends mit "ohne Gesundheitsprüfung" geworben wird. Alles nur ganz normale Informationen, die eine ganz normale Risikoprüfung mit Antragsfragen voraus setzen.

In der Tiefe patzt die DBV / AXA doch!


Bitte wieder auf den Link achten. Und hier auf den letzten Satz. Na, kommt Ihnen das bekannt vor?


Das kann ja nicht wahr sein! Auf den Unterseiten versteckt die AXA / DBV schon wieder eine Phrase, die so nicht zu halten ist und lediglich Interessenten in die Beratung locken soll. Clickbait pur!

Es ist einfach nicht wahr, dass jeder garantiert aufgenommen wird. Im Abschnitt davor werden die Bedingungen ja ausführlich dargelegt. Wer krank war bekommt keine Anwartschaft, bekommt keine PKV ohne Gesundheitsprüfung.
Die hier angesprochene Garantie gibt es modifiziert, allerdings mit Risikozuschlag und Ausschluss diverser, teils wichtiger Bausteine (z. B. Beihilfeergänzung). Und die bekommt kein Lehramtsanwärter, die gibt es erst ab Beamter auf Probe, vorher nicht!

Wie bekommt ein Kranker eine PKV ohne Gesundheitsprüfung?


Legal gar nicht, tut mir sehr leid. Es gibt natürlich ein paar Mittel und Wege aber der garantierte Erfolg kommt für Lehrer frühestens ab Beamter auf Probe. Ansonsten gilt nur eine Anwartschaft abschließen und in den sauren Apfel beißen, dass bis dato die gesetzliche Krankenkasse zu zahlen ist. Was nicht zielführend, nein sogar schädlich ist:

  • Auf eigene Faust Anträge bei Gesellschaften stellen
  • Verschiedene Vermittler zum gleichen Thema beauftragen
  • Krankenhistorie nicht aufarbeiten
  • Dubiosen Internetquellen vertrauen
Der einzige Weg trotz Gebrechen vlt. an Schutz zu geraten, ist über einen qualifizierten Vermittler, der die Krankengeschichte aufbereitet und verschiedene Gesellschaften prüft. Nur das hat Hand und Fuß, alles andere ist Casino. Kann gut gehen, wird es aber meist nicht.

Was die GEW wirklich leistet?


Nicht viel. Aber definitiv weniger als die im Netz behaupten. Dazu einfach die Mail von heute Mittag lesen, die mir direkt von der AXA / DBV gesandt wurde.

Quizfrage: 
Würden Sie auf 25% Ihres Lohns verzichten, damit jemand anders 1,5% Rabatt bekommt? 

Vermutlich nicht, also belästigen Sie Ihren Vermittler nicht damit, wenn er sich wirklich Arbeit machen musste!


Die GEW muss die Seite dringend anpassen


Meine Kritik geht explizit an die GEW. Jedes halbe Jahr, wenn die neuen Lehramtsanwärter kommen, habe ich ein halbes Dutzend (+/-) Anfragen, welche mich auf diese Seite verweisen. Das ist scheiße, denn offenkundig kommt die Information nicht so an wie sie soll. Ich mag hoffen, dass es nur eine unglückliche Formulierung ist. Aber spätestens der AXA / DBV Clickbait lässt mich an ein gewisses System glauben.

Dienstag, 8. August 2017

Getsurance - Die angeblich erste volldigitale BU-Versicherung lügt!

Eigentlich wollte ich noch einen ausführlichen Artikel zur getsurance schreiben, da zwingen mich die Startuper von getsurance allerdings zu vorzeitiger Meldung. Hintergrund ist, dass die Verbraucherzentrale einige Punkte kritisiert, auf die getsurance Stellung bezieht. Leider missachten Sie dabei die Grundsätze des lauteren Wettbewers.

 

 Grundsätzlich gute Idee aber mit einigen Schwächen

Das Produkt ist neu, der Ansatz auch. Völlig verzeihlich, dass es da Kinderkrankheiten gibt, die es aus zu merzen gilt. Aber mit aufkommender Kritik muss man leben können. Die Verbraucherzentrale ist ja nun als sehr einseitiger Kritiker bekannt, weshalb es nicht wundert, dass die Kritiken da teils überzogen herkommen. Die Antworten von getsurance sind aber nicht besser, weil auf Blödsinn mit Blödsinn geantwortet wird. Dazu ein Zitat aus dem Pfefferminzia Artikel, der die wörtliche Rede von getsurance beinhaltet.

Berufsunfähigkeitsversicherung, die nur bei Unfall zahlt, ist Verarsche!

Die Verbraucherzentrale hat völlig Recht! Je nachdem welche Quelle bemüht wird, sind 8-12% der Berufsunfähigkeiten durch Unfälle verursacht. Dazu einfach mal "Grund" + "Berufsunfähigkeit" als Google Bildersuche eingeben und schon gibt es zahlreiche seriöse Quellen.
Dort eine Ausschnittsdeckung an zu bieten, die nur diese knapp 10% zahlt, ist per se schon ziemlich unverschämt. Dazu kommt, dass der Beitrag aber nicht nur 1/10 der vollen BU ist, was bestenfalls fragwürdig ist. Aber das wirklich noch Berufsunfähigkeitsversicherung nennen?
Warum nennt man das Kind nicht beim Namen: Unfallversicherung! Dröge ja, aber zumindest ehrlich. Alles andere ist clickbait und damit schlechter Stil.

Angeblich minimierte Gefahr der Anzeigepflichtverletzung - Bullshit!


Mit Verlaub, das ist glatt gelogen. Wer den Verbraucher alleine mit seinen Gesundheitsfragen lässt, der steuert ihn geradezu in die vorvertragliche Anzeigepflichtverletzung. Zur guten Beratung gehört ein aufbereiten der Gesundheitshistorie. Das wird hier nicht geleistet sondern bewusst umgangen. Das Risiko wird einseitig auf den Kunden abgewälzt, denn der Versicherung bleiben alle Rechte zu Rücktritt, Anfechtung etc. erhalten.
Das hier ist die gleiche Baustelle, wie bei der digitalen Gesundheitsprüfung via vers.diagnose, die ebenfalls erhebliche Risiken birgt.
Wir haben das Thema schon in zwei Beiträgen verarbeitet. Einmal die initiale Benennung der Gefahr, die der Kunde trägt. Als die Antwort von Franke & Bornberg - der Hersteller von vers.diagnose - kam, haben wir nochmal ein paar Urteile nachgelegt, welche die Gefahr für den Kunden untermauern.
Der Kunde steht alleine auf weiter Flur, bekommt keine Unterstützung und hat niemanden, der haftet, wenn etwas schief geht. Kundenschutz geht anders!

Viele Kunden hätte keine BU, weil der Vermittler keine Zeit hätte?


So ein Schwachsinn. Als wäre es in Deutschland schwer einen Termin mit einem Versicherungsmenschen zu bekommen. Als würden Vermittler nicht 24/7 Termine ermöglichen, online und per Telefon beraten und haufenweise Informationen ins Netz stellen. Meine Erfahrung nach haben die meisten Leute mehr Probleme den Versicherungsfrizzen wieder los zu werden. ;)
Dazu noch das Beispiel von Schichtdienstlern wie Krankenschwestern oder Unternehmensberatern. Diese Leute haben auch mal vormittags Zeit, wo die Terminkalender von Vermittlern mehr freie Zeiten aufweisen. Dass ausgerechnet desNhalb weniger Termine mögliche seien, ist Unfug.

Liegt es nicht doch eher an mangelnder Beratung, fehlender Kenntnisse, Komplexität der Materie, Leistung und Beitrag? An sich schon frech, dass die Berufsunfähigkeitsversicherung als "BU-to-go" vertrieben wird.

Die einzige BU für Menschen mit psychischer Vorerkrankung - Niemals, glatte Lüge!


Was soll der Mist? Diese Lüge ist abmahnfähig, da sie nicht nur eine Falschaussage darstellt (habe selbst mehr als ein Dutzend Mandanten mit Berufsunfähigkeitsversicherung trotz Psycho-Leiden eingedeckt) sondern auch einen Absolutismus beansprucht, dem sie gar nicht gerecht werden kann. Da fallen mir aus dem Stehgreif ein:

  • LV1871 an, welche eine BUZ ohne GesFragen bieten
  • Standard Life bAV bis 500€ (bis 2011)
  • Anschluss-BUs (z. B. Barmenia-Aktion)
  • Dienstobliegenheitserklärungen durch Arbeitgeber im Rahmener einer Direktversicherung (Unterstützungskasse etc), z. B. HDI, Generali, german underwriting, Allianz etc.
  • Risikogerechte Kalkulation mit Backup-Vertrag 
  • to be continued...

Diese Aussage ist einfach falsch, falsch, falsch!

Die entsprechenden Lösungen gibt es. Sie nicht zu kennen oder schlimmer - zu leugnen - rechtfertigt nicht so einen Mist.

 

Fazit - Und die Moral von der Geschicht


... heiß gegessen wie's gekocht, wird es nicht! Der Ansatz von getsurance gefällt mir, ich halte ihn sogar für einen Schritt in die richtige Richtung. Wie bei allem Neuem bedarf es aber der Nachjustierung. Die Falschaussagen bitte ich indes zu unterlassen, denn das begründet den schlechten Ruf der Branche mit. Eine ausführliche Analyse folgt noch, gibt ja immer genug Grund zum Meckern. ;)
Wer aber eine gute Berufsunfähigkeitsversicherung mit entsprechender Beratung will, der darf gerne Kontakt aufnehmen. Navigationsleiste in der Seite ganz oben, "da werden Sie geholfen" hätte et Verena gesagt.

Freitag, 4. August 2017

Kleingedrucktes: Worauf kommt es bei einer selbstständigen Berufsunfähigkeitsversicherung (SBU) an?

Auf einen ganzen Haufen Kram. Mir fiel heute die Ausarbeitung des Kölner Analysehauses infinma in die Hände, welches sich mit Standards der SBU-Bedingungen befasst. Die BU-Marktstandards lassen sich auch auf der infinma Seite runterladen.

Auf welche Klauseln kommt es an?


Das hängt vom Einzelfall ab, bestimmte Klauseln sind aber fast immer wichtig. Im Kürze möchte ich darstellen, wo es eine auffällige Diskrepanz gibt, von wichtig zu erschwinglich. Sprich welche Klauseln sind wichtig aber nicht selbstverständlich quasi überall dabei.

Kritische Klauseln:


Prognosezeitraum


Vereinfacht: Wie lange muss ich voraussichtlich außer Stand seinen meinen Beruf aus zu üben? Je kürzer, umso besser. Sechs Monate ist zurzeit das Optimum, was rausgeholt werden kann. Aber fast 20% der Tarife auf dem Markt erfüllen dieses Kriterium nicht.



Kostenbegrenzung bei Umorganisation


Kann Ihr Arbeitsplatz (behindertengerecht) umgebaut werden? Falls ja, würde es kein Geld geben. Gelegentlich gibt es einen Zuschuss. Die Frage ist nur, möchte Ihr Boss das Geld wirklich ausgeben? Und wird er es im Zweifel tun? Hier haben Mitarbeiter von Konzernen, welche auch Invalidenquoten erfüllen müssen, oft ein paar Vorteile. Dennoch sollte auf die Umorganisation verzichtet werden oder die Bedingungen stehen. Nur etwa 15% der untersuchten Tarife (69:415) erfüllen das.



Theoretisch ist die zweite Kröte, dass die wenigsten Tarife die Umorganisationsbedingungen eindeutig definieren. Ich bin mir aber sicher, dass es Urteile zur Kostenbegrenzung (Wirtschaftlichkeitsgebot) gibt oder eine Klage sich lohnen würde.  So gab es z. B. OLG Urteile, dass die Lohnentwicklung zu berücksichtigen sei oder dass wegen der Kosten eine Umorganisation unzumutbar sei (OLG Frankfurt a. M. Az 7 U 287/08).
Aber dass bei vollständiger Wirbelsäulendegeneration höhenverstellbare Schreibtische zu bezahlen seien (LSG Rheinland-Pfalz Az. L 6 R 504/14). Es gab noch weitere nachteilige Auslegungen, z. B. LG Frankenthal (Az 3 O 347/07), dass auch 20% Einbuße für die Umorganisation beim Einzelgewerbetreibenden zumutbar seien.
Die reine Umorganisation auf Nischenarbeitsplätze oder theoretische Arbeit, für die es keinen Markt gibt, ist ebenfalls unzulässig (BGH VersR 99, 1134).



Untersuchungen im Ausland

Ja, es ist eine Nischen-Klausel, die nur bei bestimmten Berufen greift. Aber gerade letzte Woche hatte ich eine Nuklearmedizinerin in der Beratung, welche ca. 4 Monate nicht in Deutschland ist und vermutlich diesen Anteil noch ausbauen wird. Oder mein Bauingenieur auf der arabischen Halbinsel. Der Chefeinkäufer im Großhandel. Der Teilehändler eines Metallverwerters. Der Seemann. Usw. usf. Wer beruflich sehr viel im Ausland unterwegs ist oder (mindestens) teilweise einen Lebensmittelpunkt dort hat, für den kann es ein relevanter Punkt sein. Ca. 20% der untersuchten Tarife bieten das an.


Verzicht auf befristete Anerkenntnisse

Kriegsentscheidend wichtig! Nicht immer kann eine Prognose für lange Zeit abgegeben werden, weshalb die Versicherungen gerne auf Zeit spielen und erstmal nur befristet anerkennen wollen (gem. §173 II VVG). Dafür erleichtern Sie die Initialzahlung mittels sog. Individualvereinbarungen. Klingt erstmal gut, ist es aber nicht. Abgesehen vom erhöhten administrativen Aufwand, gelten auf neue Bedingungen während der Nachprüfung, die es zu vermeiden gilt. Oder es wird zum Nachteil für den Kunden abgewichten. Theoretisch gilt zwar, dass ein geregelter Sachverhalt nicht zum Nachteil des Versicherungsnehmers geändert werden kann (BGH vom 07.02.2007 mit Az. IV ZR 244/04) aber wie kann der Laie das denn durchblicken, mhm? Und was, wenn es nicht geregelt war? Keine Regelung, keine negative Abweichung. Höchst gefährlich, möglichst immer ausschließen. Die wenigen Fälle, wo es Vorteile geben kann, sind an dieser Stelle vernachlässigbar.

Nachprüfung

Und wenn wir schon dabei sind, dann sollten wir zusehen, dass die Nachprüfung für den Versicherungsnehmer nicht schlechter ist als die ursprüngliche Prüfung auf Berufsunfähigkeit. Hier patzen immerhin 96% der untersuchten Tarife, vgl. Grafik.

Leistung bei Arbeitsunfähigkeit


Sehr komplexes Thema, das einen gesonderten Beitrag verdient. Fest zu halten ist, dass es hier noch keine pauchal gültige Musterlösung gibt. Und seit das Mannheimer Krankengeld (ehemaliger, unangefochtener Leistungsmarktführer) nicht mehr abschließbar ist, wurde es noch enger.

Und die Moral von der Geschicht...


...Billigstleistung lohnt sich nicht! Wer nur auf den Preis guckt, der zahlt am Ende drauf, weil er sich Bedingungen einkauft, die er gar nicht haben mag. Denn nahezu alle der 5 Sterne, 10 Kochlöffel, 35 Augen oder 50 Muscheln Ratings vergeben Topnoten auch an Tarife, welche die o. g. Klauseln nicht einhalten können. Was nutzen aber x€/Ersparnis im Monat, wenn die eigene Existenz dadurch vernichtet ist?
Außerdem hat jede Versicherungen Ratings, wo sie ganz toll aussieht, denn davon leben diese Ratinggesellschaften.

Die selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherung ist eine Statusabsicherung und nach der Krankenversicherung die teuerste Personenversicherung, welche die meisten Leute abschließen können. Gute Beratung kostet hier nicht extra, denn die Vergütungen (Courtage/Provision) sind in den Abschlusskosten bereits einkalkuliert. Und selbst wenn Sie mal 300-400€ für eine fundierte Beratung ausgeben, ist das im Zweifel günstiger als sich den falschen Schutz ein zu kaufen oder bei einem Abzocker keine Leistung zu bekommen, weil der Mist erzählt hat (egal ob aus Blödheit oder Bosheit).

Drum prüfe, wer sich ein Arbeitsleben lang bindet. Es gibt natürlich noch viel mehr Klauseln aber zu diesen gab es schönes Zahlenmaterial. Drum Dank an die Kölner Kollegen von infinma vor die gute Vorarbeit.

Und falls Sie uns prüfen lassen wollen, Sie finden in der Seite unser Kontaktformular. Wir wünschen viel Spaß bei der Lektüre. Und bleiben Sie gesund!

Montag, 31. Juli 2017

DAK Gesundheit - (M)Eine Meinung über die deutsche Angestelltenkasse

Als Versicherungsmakler gibt es nicht nur Kundenkontakt sondern jede Woche rufen sog. Maklerbetreuer an und wollen Termine, wo die einem erklären, dass ihre Gesellschaft die Insel der Glückseeligen ist. In der Dönerbude würde es heißen "alles und mit scharf". Die Qualität mancher Maklerbetreuer ist leider nicht besser. Schön, dass es hier mal eine positive Ausnahme gab: die DAK-Gesundheit.

DAK Gesundheit - Was kann der Laden?

Was kost' die Welt? Oder wie hoch ist der Beitrag?


Fangen wir mit dem Beitrag von 16,1% an, der merklich über dem Schnitt liegt und diesen Laden damit als preisintensive Krankenkasse klassifiziert. Für einige hört hier bereits die Suche auf, was völlig ok ist. Die richtige Frage ist aber immer, was bekommen ich dafür als Gegenleistung?
Natürlich mag eine hkk den zurzeit günstigsten Beitrag haben, aber das bezahlt der Versicherte indirekt durch fehlende Leistungen. Gibt ja auch einen Grund warum eine Oberklasselimousine mehr kostet als ein Kleinwagen. Beides kann gut und passend sein, das würde aber niemand nur am Beitrag festmachen, oder doch?

Was kann die DAK besser als andere Krankenkassen?

Da gesetzliche Kassen zu 99% durch das SGB genormt sind, schrumpft der Spielraum auf Kleinigkeiten, die in Summe aber ein paar hundert Euro pa ausmachen können. Hier könnten es sogar einige tausend Euro pa werden, Stichwort Zähne.
Die meisten Punkte sind mMn nicht wichtig, denn ob es 40€ pa für Homöopathie gibt oder nicht, das dürfte den meisten egal sein, zumal es durch den erhöhten Beitrag aufgefressen wird. Also bleiben nur noch die Big Points. Was bei der DAK nennenswert besser als woanders ist, das sind drei Punkte:

  • Das Bonusprogramm, da einfach erreichbar und leicht verständlich
  • Das "Gesundheitskonto", was quasi einige Zusatzleistungen bis 180€ pa bezahlt (steuerfrei, da Versicherungsleistung)
  • Die Zähne, denn der Kassenpatient kann hier Zahnersatz zum Nulltarif bekommen (kein Witz!)
 Also schauen wir uns die Punkte mal an.

Das DAK-Bonusprogramm Aktiv-Leben oder wie ich es nenne...

..."gebt mir Geld!"
In einem vereinfachten Baukastensystem kann man prüfen wie viel Geld man zurück bekommen. Aber Achtung: Die Beitragsrückerstattung der Krankenkasse - gilt für alle Krankenkassen und Private Krankenversicherungen - muss bei der Steuer angegeben werden, d. h. je nach Steuersatz reduziert sich der Betrag um 1/4 bis 1/3 der Summe. Es bleibt dennoch ordentlich was hängen.

Die verschiedenen Kategorien sind dabei in Gruppen unterteilt und ebenfalls sehr einfach aufgebaut. Anders als bei vielen anderen Kassen, bekommen hier auch Normalsterbliche Bonuszahlungen, ohne dass sie sich verbiegen müssen. Sehr modern, einiges kann sogar via online- oder Fernkurs absolviert werden.
Wer also zur Vorsorge geht und weder raucht noch zu fett ist, der ist bereits für einen Bonus qualifiziert! Und für jedes Kind ist es sogar noch einfacher!

Der geneigte Leser kann sich hier ein Beispiel für einen ausgefüllten Gesundheitsbogen angucken.
Eine Krankenkasse (Anstalt öffentlichen Rechts) ist aber sowas ähnliches wie eine Versicherung, also gibt es auch hier Kleingedrucktes, welches zu beachten ist. Zwar habe ich ein paar Punkte markiert, insgesamt aber halte ich die Bedingungen für einfach und fair. Keine wirklich unzumutbaren Einschränkungen. Da gibt es deutlich schlimmeres.


Das Bonusprogramm ist im Vergleich ansehlich, da leicht erreichbar und mit nennenswerten Summen ausgestattet. Spannender sind aber die Zähne.

Zahnersatz zum Nulltarif - Wie geht das?


Ganz einfach: Die Versicherten der DAK können entweder online Zahnärzte suchen oder unter der Rufnummer 0800-463 933 60 Dentisten finden, die sie ohne Zuzahlungen behandeln. Alternativ kann auch die Suche über das Netzwerk Dent-Net erfolgen, wo Zahnärzte Partner werden können. Ist Ihr Arzt also kein Partner, sprechen Sie ihn an. Dort stehen noch ein paar weitere Vorteile, wie z. B. die Ratenzahlungsvereinbarung o. Ä., welche die DAK gar nicht bewirbt.


Natürlich zahlt die DAK nicht alles ohne wenn und aber, es gelten Versicherungsbedingungen, jedoch sind einige merkliche Mehrleistungen dabei, die es lohnt zu berücksichtigen.
  • Festpreis 58€ für professionelle Zahnreinigung 1x pa
  • Festpreis 1250€ für Einzelimplantat
  • Zahnersatz und Zahnkronen ohne Zuzahlungen (Bedingung Scheckheft) und mit fünf Jahren Garantie
Gilt natürlich alles "nur" für Kassenleistungen aber das ist schon deutlich mehr als es woanders gibt und entspricht etwa den Leistungen der billigen Zahnzusatztarife. Es könnte also durchaus eine Überlegung sein statt sich eine billige Zahnzusatzversicherung zu kaufen, den Mehrbeitrag der DAK zu zahlen. Gute Tarife können natürlich mehr, kosten aber mehr. Es könnte nicht nur in absoluten Zahlen günstiger sein sondern auch im Rahmen der Steuer, denn der gesetzliche Krankenkassenbeitrag ist zu 96% steuerlich abzugsfähig, die private Zusatzversicherung zu 0%.

Und was ist mit dem Gesundheitskonto?


Es gibt einige Behandlungen, wo DAK-Versicherte einen Zuschuss von ihrem virtuellen Gesundheitskonto bekommen. Maximal 180€ pa und nicht übertragbar. Die Liste überschauliche aber gute - hey, geschenktes Geld! - sehen Sie hier:


Wie ticken die Menschen bei der DAK?


Aus Vermittlersicht war erstmal positiv, dass die Kollegen nach der Roadshow die Daten sauber einpflegen und ordentlich nachfassen. Mag selbstverständlich klingen, ist es aber nicht.
Der Maklerbetreuer - Gruß an Hr. Kocourek - hat vor dem Termin telefonisch Wünsche und Ziele abgefragt, was wir ja auch mit unseren Kunden machen, und kam entsprechend vorbeitet in den Termin. Statt doof Programm ab zu spulen war es ein offener Dialog. Keine Sackgassenrhetorik sondern ein ehrliches, offenes Gespräch. Es gab alles als PDF, Checklisten wurden abgearbeitet, eine Zusammenfassung wurde im Anschluss erstellt und alle Zusagen wurden eingehalten. Auch der Vertrag mit dem Vermittler ist kurz, fair und beinhaltet keine benachteiligenden Zusatzklauseln.
Meine Erfahrung zeigt, dass so wie eine Kasse mit seinen Vermittlern umgeht, so geht sie auch mit Kunden um. Das hier war eine positive Erfahrung, der menschliche Umgang war durchweg gut.

Fazit zur DAK-Gesundheit & Empfehlungen

Mein Eindruck ist insgesamt gut. Klagen von anderen Vermittlern oder Kunden habe ich noch nicht gehört. Da gibt es bei anderen Kassen, vor allen den Billigheimern (was nicht schlecht oder kausal sein muss) deutlich häufiger Wehklagen.
Pauschalempfehlungen sind schwierig aber für folgende Personen könnte die DAK interessant sein:
  • Menschen mit geringem Einkommen (weil der Bonus relativ hoch ist aber der Beitragssatz dann nebensächlich)
  • Menschen, die kaputte Zähne haben und keine gute Zusatzversicherung abschließen können (Aktionen außen vor)
  • Rentner, welche für entsprechende Zusatzversicherungen sehr hohe Beiträge zahlen müssten
  • Azubis & Studenten (auch wenn ich nach der Ausbildung einen Wechsel für wahrscheinlich halte)
In Summe also gibt es für den Mehrbeitrag auch mehr Leistung. Ob diese aber gewünscht sind, muss jeder selbst entscheiden. Selber recherchieren oder einfach eine Beratung anfordern. Der Button dazu ist ganz oben seitlich in der Navigation zu finden. ;)

Links
Online Abschluss DAK-Gesundheit
Krankenkasse Vergleich (Schnellprüfung)

Donnerstag, 27. Juli 2017

Wie die Unfallversicherung beim #Schlammageddon aka #Drachenfest zahlen muss

Der komische Versicherungsmensch hier hat als Hobby unter anderem LARP, wo Menschen in Kostümierung merkwürdige Dinge tun. Schräg aber voll gut, sollte jeder mal probiert haben!
Und wie bei jedem guten Hobby, verwandelt es "der Deutsche" in Arbeit und veranstaltet Conventions (kurz Con), wo abertausende von Leuten sich mit LARP beschäftigen.
Die vermutlich zweitgrößte davon ist das Drachenfest, wo einige Tausend LARPer in der beschaulichen Provinz Diemelstadt in der Nähe von Warburg zusammen LARP spielen. Leider säuft das diesjährige Drachenfest in einer Regenflut ab, weshalb es auch als #Schlammageddon durchgehen darf. Wacken lässt grüßen! ;)


Was ist, wenn ich mich aufs Maul lege?


Erstmal persönliches Pech! Der Veranstalter wird bestimmt per AGB rechtsgültig eine erhöhte Eigenverantwortung der Teilnehmer verlangen. Und auch gesunder Menschenverstand spielt in Deutschland - zum Glück, noch - eine Rolle. Den Veranstalter dafür haftbar zu machen, dass man sich auf rutschigem Untergrund auf die Nase legt, dürfte ausscheiden.
Was aber, wenn ich mich verletzte und das nicht mit einer Behandlung getan ist, z. B. durch einen Kreuzbandriss? Oder eine dauerhafte Invalidität wg. Knochenbruch mit falsch Verwachsen? Oder bei Freiberuflern und Selbstständigen einige Monate Verdienstausfall, weil z. B. ein schweres Rückenleiden auftritt? Welche Versicherung leistet? Der Knackpunkt ist die Unfallversicherung (UV). Eher unkritisch sind Krankengeld (gelber Schein = Geld) oder nahezu ereignisunabhängige Versicherungen wie die Berufsunfähigkeitsversicherung, wobei es hier stark auf die Bedingungen ankommt. Weiter verbreitet sind aber Unfallversicherung und genau da gab es in der Praxis schon Streit. Nur wieso?

PAUKE - Was ein Schlag!


Was ein Unfall ist, dass wird in den allgemeinen Unfallbedingungen (AUB) definiert, ergänzt um gesellschaftspezifische Zusätze (meist zum Kundenvorteil). Und dafür lernen Versicherungskaufleute das schöne Kürzel PAUKE:

P-lötzlich von
A-ussen
U-nfreiwillig auf den
K-örper
E-inwirkendes Ereignis


Quizfrage: Ist das erfüllt, wenn jemand ausrutscht und sich beim aufs Maul legen verletzt? Streng genommen nein. Aber...

Versicherung will wegen PAUKE nicht zahlen


Versuchen kann man es ja, oder nicht? Die Versicherungen versuchen mit Hinweis auf PAUKE zu behaupten, dass ein Ausrutscher nicht zur Leistung führen würde und lehnen die Zahlung ab. Oder der Unfall sei nicht kausal gewesen. Oder es lägen degenerative Vorschädigungen vor. Da gibt es ne ganze Klaviatur an Ausreden.

Versicherung muss aber zahlen


Um die Leistung dennoch zu erhalten, müssen ein paar Dinge zusammen kommen, die in der Schadenmeldung beachtet werden sollen.


  • Zusammenhang von Schadenereignis und Schädigung. Hier genügt idR eine schlüssige Erklärung, die unzweifelhaft ist, der sog. Anscheinsbeweis, z. B. im Schlamm auf einen spitzen Hering getreten
  • Berücksichtigung der unmittelbaren zeitlichen & örtichen Begebenheit, z. B. schlammige Hanglage bei starkem Regen
  • Vorliegen einer äußeren Ursache (z. B. durch Vermeidung von Ausschlussklauseln wie erhöhte Kraftanstrengung, welche eine innere Ursache wäre)
  • Berücksichtigung der Lebenserfahrung; ein 18-jähriger könnte ggf. Matschsurfen machen, ein 30-jähriger sicher nicht mehr
  • Es muss Invalidität vorliegen oder eine Sonderklausel der Bedingungen greifen, ohne dass die Stelle vorbeschädigt war (Bsp. vgl. u. g. Gliedertaxe AUB2014 GDV) 
  • Rechtzeitige, fehlerfreie Meldung

Viel besser ist aber, wenn man auf Rechtsquellen verweisen kann, die sich schon mit ähnlichen Themen beschäftigen.

Fußball ist unser Freund, zumindest seine Urteile


Es gab am 15.08.207 vom OLG Hamm (Az 20 U 05/07) ein Urteil, wo der beklagte Versicherer verurteilt wurde die Leistung einer UV zu zahlen, weil ein Spieler beim Fußball umgeknickt ist, was eine dauerhafte Invalidität nach sich zog. Die haben die o. g. Einwände versucht, sind aber gescheitert, weil die Anwälte des Klägers sauber argumentiert haben (vgl. Liste oben).
Ein neueres Urteil ist mir nicht bekannt. Anscheinend genügt es aber mit Verweis auf dieses Urteil zu argumentieren - einen Anwalt voraus gesetzt - und die Versicherung zahlt bereits außergerichtlich und lässt es nicht auf einen Streit ankommen. Zumindest wenn man sich den Artikel über Leistung der ARAG bei einem Kreuzbandriss der Kanzlei L & P Luber Pratsch Rechtsanwälte glauben darf.

<< Ich hätte ja zu gerne deren Schrifverkehr gelesen, bezweifle aber, dass man mir diesen geschwärzt zukommen lässt. Wäre aber toll, gab ja immerhin einen Link. Voll toll und so! >>

Fazit - Schlammageddon gut, alles gut


Wer eine Unfallversicherung hat - für gute Tarife empfehlen wir einen Vergleich (siehe Link Leiste - notfalls per online Rechner besser per Berater, weil kostet nicht extra) - der kann Leistung bekommen, wenn er sich auf dem Drachenfest beim Schlammageddon eine Verletzung zu zieht. Kommt halt auf die Umstände und die Formulierung an. Für erstere kann keiner was, für letzteres sollte man sich Profis an Bord holen. Wir lassen das übrigens auch von Anwälten machen, denen wir zuarbeiten.

Über andere für LARPer geeignete Versicherungen folgen irgendwann Artikel. Ich wünsche allen ganz viel Spaß, ein paar gute Tage und ordentliche Seegefechte in Gummibooten... ;)

Dienstag, 18. Juli 2017

Vers.Diagnose - Mit der F&B Antwort Ring frei zur nächsten Runde

Erstmal ein Lob an die Leute bei Franke & Bornberg, ein konstruktiver Dialog an Stelle von Bashing ist eine angenehme Abwechslung zu vielen Diskussionen, die sonst im Netz statt finden. Also hier ein aufrichtiges Danke @ F&B.

Inhaltlich stellt sich das leider anders dar


Zunächst war ich verwundert warum F&B verwundert war, schließelich haben F&B versucht in ihrem Post den neuen heiligen Gral zu erklären, der aus der Erdscheibe wurde. Nicht verwunderlich, also fangen wir eine Auseinandersetzung an. Die Analysten behaupten zu analysieren, also schauen wir uns kurz die Thesen an, die im Raumen stehen.

  • Grüner Daumen hoch ist eine bislang unwiderlegte Stellungnahme
  • Gelb ist eine neutrale, hier ist eine Beweisführung unmöglich (z. B. subjektives Empfinden)
  • Rot ist eine höchst strittige oder widerlegte (Falsch-)Aussage

Grafische Zusammenfassung der Thesen & Diskussion



Schärfere Prüfung und Proxys (1. & 2.)


Immer wenn Systeme vereinheitlicht und vereinfacht werden, müssen Vorannahmen getroffen werden, die im Zweifel nicht immer passen. Um aber Nachteile bei der Versichertengemeinschaft zu vermeiden, muss das Versicherungsunternehmen (VU) diese Vorannahmen (in der IT Proxys genannt) möglichst negativ auslegen. Zu dieser vorsichtigen Vorgehensweise sind sie nach VAG, KalV etc. auch verpflichtet.
Dazu wurde von F&B kein dedizierter Gegenbeweis gebracht. Die Pauschalaussage, dass dem nicht so wäre, ist unhaltbar, zumal Kraft reiner Logik fehlerhaft. Sowas machen Menschen im übrigen auch, aber da erfahre ich was es war und kann mit jemandem sprechen! Das ließe sich auch in der EDV darstellen, falls gewünscht!

 

 Komplexität (3.)


Begraben wir das Thema. Was komplex ist und wie weit das geht, das divergiert auseinander. Hier lässt sich nur streiten aber kein wirklicher Konsens erzielen, zumal jeder Vermittler das selbst in der Praxis definieren muss.

Mehrarbeit, falls keine glatte Annahme erfolgt oder die Gesellschaft nicht teilnimmt (4.)

Wie kann man denn behaupten, es gäbe nur Vorteile aber keine Mehrarbeit? Wenn ich im Anschluss an Vers.Diagnose noch Voten einholen muss, ist das Mehrarbeit. Hätte ich Vers.Diagnose gesparrt und das direkt gemacht, wäre es weniger Arbeit gewesen.
Klar, eine glatte Annahme kann ein Vorteil sein. Die gibt es aber auch bei menschlichen Prüfer. Aber die wenigsten Fälle sind glatt. Subjektive Empfindung. Theoretisch könnte F&B (oder die verwaltende Stelle) mit Zahlenmaterial belegen was wie oft durchläuft. Aber aus irgendeinem Grunde passiert das nicht. Hat einen mehr als faden Beigeschmack.
Und sofortige Ergebnisse brauche ich seltenst, denn ich arbeite sauber sowie in Ruhe und nicht mit dem Kunden die ganze Zeit neben mir sitzend!

Haftungspotential (5.)


Nutze ich genormte Voranfragen bzw. -bögen, müssen die Risikoprüfer sich alles selbst zusammen basteln. Makler und Kunde sind aus der Verantwortung, so lange aller Unterlagen (vgl. §19 VVG) lückenlos beigebracht wurden.
Bei Vers.Diagnose wird dieses Risiko auf den Vermittler und damit den Kunden verlagert. Auch ist ungeklärt in wie weit sich der Makler damit in dem Moment zum Erfüllungsgehilfen des VUs macht (?) und damit - analog einem Vertreter - der Auge und Ohr Haftung unterliegt. Brisant!
Dazu gab es u. a. am 03.05.2017 einen AssCompact Artikel zu, der die Haftungsfalle Vergleichsprogramme thematisierte, was für Vers.Diagnose noch schärfer analog gilt. Fehler in der Software werden Makler & Kunden angelastet!

Urteile, welche die Haftung untermauen

Was ist mit den Urteilen zur Art und Geschwindigkeit wie die Antragsfragen (z. B. OLG Stuttgart, Urteil v. 19.04.2012, 7 U 157/11) zu stellen sind?
Oder was mit dem Urteil, wo es heißt, dass langwierige Gesundheitsfragen nur am Laptop angezeigt und vorgelesen den Anforderungen des §19 VVG nicht genügen, z. B. KG Berlin 23.05.2014, Az 6 U 210/13?

Blackbox (6.)

Welche Daten werden denn wo und wie verarbeitet? Welche Tarife der Gesellschaften kann ich prüfen? Wo werden Proxys genutzt? Wer macht was wo? Sind es nur VUs der Münchener Rück oder auch andere Rückversicherer? Ist das in Arbeit etc.?
Wenn mich ein Kunde bittet nach zu weisen was passiert, wird das hier echt schwierig. Mir ist klar, dass nicht alles transparent offen gelegt werden kann aber etwas mehr wäre schon nötig.
Für mich persönlich ein Nebenkriegsschauplatz, denn jedem Anfragenden muss klar sein, dass seine Daten an mehreren Stellen verarbeitet werden müssen um ein sauberes Ergebnis zu erhalten.


Moralisches Risiko & Tracking (7. & 8.)

Wie soll eine Software den Klickoptimierern vorbeugen? Bietet sie nicht per se einen erhöhten Anreiz zur moralischen Entgleisung und stellt damit ein moral hazard Risiko dar? Unbestreitbar. Möglichkeiten öffnen die Tür zu Missbrauch.
Beispiel: Es gab mal eine Zeit, da war ich bei einer KV-Truppe nennen wir sie mal Versicherungsverchecker48, und habe KV beraten. Wir hatten den Maklerbetreuer der Central Krankenversicherung, der gleichzeitig "Risikoprüfer" war, bei uns im Büro sitzen. Und zufällig war regelmäßig sein Rechner mit AktuarMed (einer Software zur Risikoeinschätzung) nicht besetzt aber passwortfrei angeschaltet. Und wenn das nicht gereicht hat, dann hat er eben selbst bei der Optimierung geholfen, bis der Kunde glatt durchlief. Bestimmt kein Einzelfall - obgleich es damals der bundesweit zweitgrößte Produzent der Central war - und vermutlich eine der Erklärungen, warum die Central ein paar äußerst brutale Beitragsanpassungen (BAP) durchleben musste. Einigen der Kunden ist das um die Ohren geflogen!
Warum sage ich das? Weil der Kunde seinem Vermittler (in den meisten Fällen) vertraut. Wenn dieser aber schon zum Missbrauch angehalten wird, dann noch wirtschaftliche Not oder geringes Fachwissen dazu kommt, dann ist der Ärger vorprogrammiert. Der Kunde glaubt eine Annahme zu haben aber im Leistungsfall gibt es kein Geld, Kündigung, Rücktritt und/oder Anfechtung. Tolle Wurst!
Und natürlich wird es auch hier Methoden geben um solchem Missbrauch vor zu beugen. Denn auch hier sind die Versicherungen im Schutzinteresse der Versichertengemeinschaft dazu verpflichtet. Aber was wird getrackt, wo, wie wird es ausgewertet usw.? Auch dieses Risiko kann nicht geleuget werden!

Vers.Diagnose sei keine Risikovoranfrage?? (9.)


Bitte was? Fühlt sich so an, macht teils die gleichen Schritte aber ist nicht das Gleiche. Im Ergebnis bekomme ich doch irgendeine Anname, Ablehnung oder manuelle Prüfung, falls weitere Unterlagen nötig sind. Wo soll da ein Unterschied sein?
An der Stelle bin ich sauer, denn das ist der Versuch uns für dumm zu verkaufen. Rein didaktischer Kunstgriff um das haltlose Argument, dass oft viele Annahmen erzielt würden mit anderer Formulierung auf zu wärmen. Denn für ein sofortiges Votum müssen sehr viele Dinge zusammen kommen, die laut Vermittlern eben so nicht geschehen. Klar kann man sich hier auf die Hinterbeine stellen und das Gegenteil behaupten, das macht es aber nicht wahrer! Nur weil Max Uthoff satirisch propagiert "Wer immer wieder das Selbe sagt, hat Recht!", wird es noch lange nicht real. Oder ist das die stille Hoffnung?
Die Logik ist auch in sich inkonsistent, denn wenn Vers.Diagnose wirklich über eine Rivo hinaus gehen will, muss es auch mindestens so viel leisten, was es aber gar nicht kann oder können wird. Das Tool gibt ja selbst zu, dass menschliche Prüfung nicht vermeidbar sind. Was ist es denn dann? Ist eine online-SOFORT-Risikoprüfung etwa keine Rivo? Oder gelten telefonische Rivos zukünftig als offline-analog-SOFORT-Risikoprüfung?! Verarschen kann ich micht selbst!

Mehrere Gesellschaften mit verschiedenen Fragen - Alter Wein in neuen Schläuchen (10. & 11.)

Wenn das Votum keine Anname darstellt, die der Kunde akzeptiert (z. B. wg. RIZ oder LA), dann müssen abermals Gesundheitsdaten aufnehmen werden. Auch das hier ist wieder die selbe alte Behauptung, dass die meisten Annahmen glatte Ergebnisse produzieren! Die Umformulierung stellt keinen neuen Fakt auf!
13 Gesellschaften ist erstmal eine solide Basis, wo aber noch mehr geht, Respektive zu gehen hat. Aber spöttisch zu behaupten, Makler würden eh immer nur die gleichen 4-5 Gesellschaften wählen, ist albern. Gerade bei "kaputten" Kunden kommt es nicht selten zu Exoten, weil diese eben eine bessere Annahmepolitik für den speziellen Fall haben. Hier wäre mehr wirklich mehr!

Außerdem blendet F&B aus, dass es einige Gesellschaften gibt, welche schon digitalisierte Rivo Tools zu Verfügung stellen, welche dem Makler das Leben für alle angebundenen Partner erleichtern. Zu nennen wären da z. B. blaudirekt, germanBroker.net oder Wifo. Wobei es bestimmt noch mehr gibt, die ich nicht kenne!

Das Klauselproblem (12.)

Das o. g. Problem der zwingenden Negativvermutung wird sich bei den Klauseln fort setzen. In einem statischen Verfahren wird zwingend eher zu Lasten des Fragenden entschieden, das ist die kausale Logik.
Außerdem geht es manchmal um Details. Z. B. gibt §41 VVG den Versicherungsnehmern das Recht zur Nachbesserung, wenn das Leiden sich erübrigt hat. Ohne weitere Festsetzung reagieren die VNs aber unterschiedlich, die guten akzeptieren nach z. B. drei Jahren ein Atest, die schlechten Gesellschaften wollen teils zehn Jahre usw. Es ist ein leichtes als Makler z. B. nach drei Jahren eine Nachprüfung bei der Rivo mit zu vereinbaren, die auch im Versicherungschein aufgenommen wird. Das kann Vers.Diagnose nicht, dabei wäre es mMn auch möglich das hier mit überschaubarem Logik-Aufwand nach zu bauen.

Wie sowas aussehen kann, sehen Sie am Beispiel meiner privaten Krankenversicherung beim Deutscher Ring. Weder kam das bei einer automatischen Prüfung, noch ohne mein Nachfragen. Ein Vermittler ist also genau so wichtig wie ein menschlicher Risikoprüfer!



Zusammenfassung - F&B muss das Tool massiv nachbessern um attraktiv zu sein

Und jetzt? Die Argumentation von F&B ist oft dünn, teils falsch und manchmal nicht nachvollziehbar. Aber immerhin sind sie bemüht, das könnte also noch was werden. Aber damit der heilige Gral den Pilgern auch mundet, muss noch sehr viel nachgebessert werden.

Einer der wichtigsten Punkte ist die Klärung der Haftungsfrage (z. B. Auge-Ohr-Haftung). Bis dato sollten die meisten Vermittler und Kunden einen großen Bogen um Vers.Diagnose machen. Das ist ein Instrument für Profis. Die widerum arbeiten bereits effizient, so dass das Tool dort obsolet ist. 
Schade eigentlich, denn der Ansatz ist gut!
Ein weiterer wichtiger Punkt wäre eine größere Datenbasis, denn dann könnten die bei Vers.Diagnose gemachten Eingaben mit Modifikation an reele Prüfer weitergeleitet werden. Das würde mehr bringen!
Und klare Stellungnahmen zur Datenauswertung sind nötig. Was, wie, wo, wie und wo gespeichert, wer wertet aus?

Damit wäre für mich, vermutlich auch für andere, ein großer Schritt getan um dieser begrüßenswerten Initiative mehr Lebe ein zu hauchen.

Samstag, 15. Juli 2017

Vers.Diagnose - Echter Mehrwert oder doch eher Gefahr für Kunde & Vermittler

Die Franke & Bornberg GmbH, ein grundsätzlich gutes Analysehaus, welches eine Reihe nützlicher Software-Tools raus gibt. Nutze ich teils selbst, von daher bin ich positiv vorgeprägt. Aber, großes ABER, nicht jede Empfehlung von F&B ist sinnig oder richtig. Die Auftraggeber von F&B sind die Versicherungen. Und in Deutschland gilt, wie eigentlich überall: Wes' Brot ich ess, des' Lied ich sing!" Wenn also eine von Versicherungen beauftragte Agentur, bewusst spitz formuliert, einen Ratschlag gegenüber Maklern zur Nutzung einer Versicherungssoftware abgibt, sollte man hellhörig werden.

Pro VersDiagnose - No way around?

In einem Artikel hat F&B das online Risikoprüfungs-Tool VersDiagnose beworben. Damit können Vermittler gemeinsam mit Kunden online Risikoprüfungen für Biometrie (Lebensversicherung, Berufsunfähigkeitsversicherung etc.) vornehmen. Dies soll die Beantragung erleichtern indem im Vorfeld klare Voten entstehen. Soweit zur Theorie, die leider nicht der Praxis stand hält!


Contra VersDiagnos - Des Maklers bitte Realität


1. Die Software prüft schärfer als manuelle Prüfer, die Ergebnisse sind schlechter für Kunden

Warum? Weil es einen sog. Max-Risk-Ansatz gibt. Man könnte es auch Negativselektion nennen, denn die Gesellschaften wollen keine faulen Eier untergejubelt bekommen. Um das zu verhindern, sind die Hürden höher gelegt. Im Zweifel wird die Software eher ablehnen oder Zuschläge vornehmen als ein manueller Prüfer.
Lässt sich auch damit erklären, dass die Fragezeiträume im online Tool länger sind und die Details geringere Tiefe als die gesellschaftsspezifischen Risikofragebögen aufweisen.

2. Proxys (sog. Platzhalter)

Menschliche Risikoprüfer stellen die richtigen Fragen und füllen alle Felder aus. Bei der online Prüfung muss man mit sog. Proxys arbeiten, digitale Platzhalter für bestimmte Parameter, die stillschweigend voraus gesetzt werden um den Vorgang online schlanker zu halten. Denn je mehr Fragen, umso umwahrscheinlicher der online Abschluss. Also werden ein paar Sachen angenommen, die im Einzelfall nicht stimmen müssen.

3. Beschränkung auf wenig komplexe Fälle

Alles was kompliziert, komplex oder anderweitig schwierig ist, kann die Software nicht leisten. Sie verweist dann auf menschliche Prüfer und will eine händische Prüfung. Sprich alles bis dato war Zeitverschwendung.
Bei wenig komplexen Fällen wie z. B. der Mono-Diagnose Allergien, kann manchmal was bewegt werden aber schon bei einem komplexen oder zwei minoren Problemen, gibt es Probleme. So einfach wie unten abgebildet ist das Ergebnis leider selten.


4. Mehrarbeit für Kunde und Vermittler

Die Nutzung der Software hat viele Arbeitsschritte, welche Kunde und Vermittler gemeinsam gehen müssen. Das ist Aufwand. Macht die Beratung langatmiger. Gleichzeitig sparen die Gesellschaften Aufwand. Aber diese Ersparnis wird nicht an Kunde oder Vermittlern weitergegeben. Ziemlich unfair!

5. Haftungspotential

Der Vermittler ist kein Risikoprüfer! Egal wie viel Praxis er hat, nur ausgebidete Risikoprüfer der Gesellschaften können endgültig Voten abgeben. Da Kunde und Vermittler nicht alle relevanten Daten im Rahmen der Prüfung kennen können bzw. wissen wie diese "möglichst günstig zu verarbeiten sind", tauchen Fehler oder suboptimale Ergebnisse auf.
Beispiel: Was tun, wenn die Diagnose nicht im Tool auftaucht oder nur in ähnlicher Form? Vermutlich ergebnislos abbrechen, alles andere wäre Zockerei. Das Risiko sind schlechte Ergebnisse oder sogar eine VVA (vorvertragliche Anzeigepflichtverletzung), die den Schutz des Kunden komplett ruinieren könnten.
Und: Hat der Kunde wirklich vorher alle seine Arztakten eingesehen damit er z. B. nicht das Opfer von Abrechnungsbetrug wird und trotz vermeintlich korrekter Angaben keinen Schutz hat?

6. Blackbox

Die Datenvollständigkeit und Datengenauigkeit kann der Vermittler nicht beurteilen. Es sind bislang nur sehr wenig Gesellschaften integriert. Wenn er aber mit dem Kunden diese Daten nutzt, macht er sich dafür haftbar. Die Nutzung von fehlerhafter Software, entbindet den Vermittler nicht von der Haftung, selbst wenn er die komplette Schuld der Software nachweisen könnte. Ist blöd aber so sieht die Praxis aus.

7. Moralisches Risiko der Risikooptimierung

So lange klicken bis es passt? Scheiß Idee. Erstens verboten (AGB, VVG, etc.) und zweitens nicht zielführend, da eine vorvertragliche Anzeigepflicht (VVA) dadurch begründet werden kann. Jeder Softwarelücke spricht sich rum und irgendwann bilden sich gruppierte Risiken (sog. cluster), die unweigerlich zu Prämiensteigerungen führen werden.

8. Tracking Risiko

Angeblich tracken (= digitales Nachverfolgen) die Gesellschaften die Anfragen nicht mit und alles sei anonym. Abgesehen davon, dass ich das nicht glaube, bedeutet das nicht, dass man keine anonymen, statistischen Daten sammelt und auswertet.
Beispiel: Der böse Vermittler Diabolus optimiert den Kunden Opferus Maximus so lange bis er eine Normalannahme generiert. Dafür hat er z. B. 30 Versuche benötigt. Wie würden sie als Gesellschaft reagieren, wenn sie eine statistische Häufung für eine bestimmte Krankheit haben, die beim immer gleichen Geburtsdatum und der gleichen Tarifkonstellation auftritt? Dann kommt ein Antrag rein, der zu diesem Muster passt aber eine Normalannahme begründet. Selbst wenn sie keinen Namen der Voranfrage hatten, hier können Sie aufgrund der Datenmenge einfach die Ergebnisse kombinieren und ein entsprechendes Vorgehen veranlassen.
Dazu gibt es eine Reihe statistischer Verfahren, die es ermöglichen solche Profile auf konkrete Anträge zu erfassen, z. B. Konzentrationsmessung (Häufigkeit bestimmter Ausprägungen), Disparitätsmessung (fehlen bestimmter sonst häufiger Ausprägungen), Chi-Quadrat Test (nummerische Widerholung bestimmter Muster) etc.
Wer also glaubt im Zuge der Anonymität bis zur Normalannahme optimieren zu könne, fährt seinen Kunden geradewegs vor die Wand. Und die Kunden sind ja nicht unschuldig, da sie auch zu Beschwichtigung neigen. Nicht alle, aber sehr viele. Und wenn hier Interessengleichheit vorherrscht, dann folgt Dummheit oft auf den Fuße.

Fazit - Guter Ansatz aber...


Die Idee ist wirklich gut und erfahrene Vermittler, welche tiefgründige Fachkenntnisse haben, können mit dem Tool Mehrwerte generieren bzw. Prozesse verschlanken. Aber für die Masse ist es nicht geeignet und jeder Kunde sollte seinem Vermittler ein paar der o. g. kritischen Fragen stellen um zu prüfen ob er es mit einem echten Profi oder einem Wannabe zu tun hat.
Ich selbst nutze es auch, allerdings nur in Ausnahmefällen, wenn ich im Vorfeld schon weiß, dass ein gutes Votum erzielt wird. In allen anderen Fällen bleibt nur den Weg über eine richtige Risikovoranfrage zu beschreiten. Aber mich können Sie gerne auch auf die Probe stellen, den Kontaktbutton finden Sie im Top auf der Seite. ;)

Update - Einige Kollegen teilen diese Meinung.


Geneigte Leser können sich das Thema ja auch bei Kollegen anschauen, die sich dem annehmen. Einer davon ist mein geschätzer Kollege Torsten Breitag, der sich nicht nur Vers.Diagnose angenommen hat sondern so gut im Thema Berufsunfähigkeitversicherungen ist, dass ich ihn schon mal um Rat fragen musste. Chapeau!


Oder alternativ der Blog des bloggenden Kollegen Tobias Bierl, der als "Negativbeispiel" für Franke und Bornberg, den Anstoß zur Diskussion brachte.



Freitag, 14. Juli 2017

Medikamente gegen ADHS - Eine fragwürdige Empfehlung vom Pharma gesponsorten BVKJ

Scheiße, das kann ja wohl nicht wahr sein! Eben habe ich einen Artikel zum Thema Pharmalobby und Ärztebestech...äh...-förderung geschrieben. Da prüfe ich mal munter drauf los was "meine" Ärzte so bekommen haben und dann erschlägt mich zufällig das hier! Quellen jeweils unter der Passage sowie mit Bildern unter dem Artikel.

Bundesverband BVKJ bekommt mehr Spenden als Krankenhäuser oder Universitäten

BVKJ - Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte e. V. aus Köln
~181.000€ Pharmaspenden in 2015
~184.000€ Pharmaspenden in 2016
Quellen:
Spiegel Online Grafik; Datenbasis freiwillige Angaben der Unternehmen
Kurzatikel auf www.versicherungskritiker.de zum Thema Ärzte und Pharmageld

Soweit so schlecht. Was stört daran?

Der Verband bekommt weeeeeeeeeeeeeeit mehr Geld als Krankenhäuser und andere Einrichtungen und das kontinuierlich. Z. B. hat die Ruhr-Universität in Bochum nur 30.000€ an Spenden erhalten, was mir in Anbetracht der Größe und Bilanzsumme ein verschwindend geringer Wert scheint. Wer jetzt mal Google anwirft und den Verband und seine Stellungnahme zu ADHS prüft, kommt zu merkwürdigen "Zufällen"...

ADHS ist ein Problem - Ja, aber...

ADHS ist eine schlimme und schwierige Krankheit für die Betroffenen, die der Hilfe bedarf. Aber wenn ich mir die Zahlen hier angucke, etwas recherchiere und Rückschlüsse ziehe, ergibt sich mir als medizinischen Laien das Bild, dass ADHS als flächendeckendes Problem propagiert wird, dass auch unbedingt medikamentös begleitet werden muss. Das - mit Verlaub! - bin ich nicht bereit undifferenziert hin zu nehmen.
Die Dauermedikamention kann nicht die Lösung sein. Und wenn man sechsstellige Beträge von Pillenherstellern gesponsort bekommt, finde ich diesen Trend noch viel bedenklicher! Und die Medikamente dann noch als ungefährlich dar zu stellen, ist schon frech, wenn man berücksichtigt, dass Drogensüchtige sie der Wirkung wg. zweckentfremden.

Langzeitnebenwirkungen oder Abhängigkeiten sind nicht bekannt - ANGEBLICH


Wollen die mich verarschen! Zwischen nicht bekannt und nicht existent liegen Welten. Man kann nicht behaupten, dass sei sicher, wenn man die Langzeiterkenntnisse noch gar nicht vorliegen hat. Das ist in höchstem Maße unseriös. Und in Bezug auf das Drogenproblem wage ich die nicht mögliche Abhängigkeit doch mal sehr schwer in Frage zu stellen!

Ich will nicht behaupten, der BVKJ würde nur aus korrupten Marionetten bestehen aber die o. g. Zusammenhänge sind schon schwerwiegend und erscheinen mir zumindest erklärungsbedürftig!

Quellen:
Homepage des BVKJ mit Angaben der sinnvollen wie auch ungefährlichen Medikamentierung

Bildquellen, bevor es zufällig der Revision zum Opfer fällt...



Wie viel Pharma-Geld hat Ihr Arzt bekommen?

"Heil dir Pharmagott!", ein Zitat von Erzählmirnix, ein geiler Webcomic, der mir sehr gut gefällt. An sich halte ich Pharmaunternehmen für sinnvoll und volkswirtschaftlich nützlich, lediglich manch menschlicher Auswuchs ist kritisch. Deswegen gilt es genau hin zu schauen. Darum soll es aber nicht gehen.


Zu viel oder zu wenig? Beides nicht gut!

Dass Ärzte, Krankenhäuser sowie andere Behandler von der Pharmaindustrie umgarnt werden ist ja nichts Neues. Schließen wollen Bayer & Co ja ihre tollen Pillen absetzen. Unter diesen Maßnahmen wird es stumpfe Propaganda genau so wie sinnvolle Fortbildungen geben. Und jetzt die Gretchenfrage: Wenn ein Arzt keine Pharmagelder bekommen hat, ist das besser oder schlechter als wenn er viele bekommen hat, hm?
Ich weiß es nicht. Kritisch würde ich es betrachten, wenn er gar keine Gelder angenommen hat, denn dann müsste zwangsweise die Frage aufkommen ob er sich nie mit den Pharmavertretern beschäftigt. Gleichzeitig könnte eine zu hohe Summe auf eine Seilschaft schließen lassen. Zu viel und zu wenig sind also kritisch, zumindest meinem Bauchgefühl nach.

Und was ist mit Ihrem Arzt?


Wer schon immer mal wissen wollte was sein Arzt so vom Pharmagott an Spenden annimmt, kann auf dieser interaktiven Karte mal schauen. Viel Vergnügen. ;)


Donnerstag, 13. Juli 2017

Mini-Update Vergleichsrechner + Kurzerklärungen

Wieder ein paar neue Vergleichsrechner freigeschaltet. Unter dem jeweiligen Link finden sich kleine Erklärungen was damit eigentlich abgesichert wird.

[Bauherrenhaftpflicht]

Ein MUSS für jeden, der baut. Falls beim Bau was schief geht (Dachschindeln schlagen auf Auto, Kinder verletzen sich auf der Baustelle etc.) haftet der Bauherr. Klingt logisch, oder nicht? Und mit unter 100€ für zwei Jahre Bauzeit im Vergleich zum Gesamtprojekt meist ein kleiner Beitrag.

ACHTUNG: Viele Privathaftpflichtversicherungen haben bis zu 50.000€ Bausumme mitversichert. Im Kleingedruckten steht aber meist, dass es nur für Neubau (nicht Umbau etc.) gilt und dass bei Eigenleistung nicht gezahlt wird. Also aufpassen, der Abschluss einer Bauherrenhaftpflicht ist meist unumgänglich.

[Bauleistungsversicherung]
Oft auch Bauwesensversicherung oder Bauversicherung genannt. Sichert den Bauherren (oder den klugen Unternehmer) vor unvorhesehbaren Ereignissen, die während der Bauzeit entstehen. Versichert sind bestimmte Schäden, z. B. höhere Gewalt (z. B. Sturm), Vandalismus, Fahrlässigkeit etc. Eine Allgefahrendeckung (also Versicherung ohne Liste) ist möglich aber nur eingeschränkt verfügbar und teuer.
Quasi eine Art Gewährleistung für unvorhergesehene oder dumme Ereignisse während des Baus. Kein MUSS aber oft sinnvoll und vom Beitrag im Vergleich zum Gesamtprojekt nicht so teuer (z. B. 300€ Einmalbeitrag für 200.000€ Baussumme).
Empfehlenswert auch für Bauunternehmer, da diese den vollständigen Lohn erst für vollendetes Werk verlangen können. Wenn aber was passiert, ist's auch ein Problem des Bauunternehmers.

[Haus- und Grundbesitzer Haftpflicht]
Haus- und Grundbesitzer haben Pflichten, z. B. sichere Gehwege durch Streuung gewährleisten, das ergibt sich aus Gesetzen, Haftpflichtbestimmungen und der Rechtssprechung. Passiert einem Dritten etwas (z. B. Ausrutschen auf vereistem Gehweg) oder geschieht ein Sachschaden (schlecht befestigte SAT-Schüssel schlägt auf ein Auto), haftet der Besitzer. Meist im Rahmen der Gefährdungshaftung, da zwar die genaue Tat nicht zwingend bezeugt werden kann aber sehr wahrscheinlich die Gefahr vom Eigentümer ausging.

Kriegsentscheidend wichtig, keine Diskussion. Und oft keine 60€ pa Beitrag für Häuser oder ETW (Eigentumswohnung).
Unterscheidet sich natürlich je nach Ort. Z. B. in Bochum-Wattenscheid sind die Folgeschäden meist günstiger als z. B. in Köln-Marienburg. Muss man nicht gut finden, ist aber so. Ich mag das Ruhrgebiet trotzdem!

[Unfallversicherung]

Wer einen Unfall hat und davon dauerhaften Schaden trägt, inklusive Tod, der würde Leistung aus einer Unfallversicherung beziehen. Mal unabhängig von Gliedertaxe, PAUKE & Co, auf das Kleingedruckte kommt es an.
Die Unfallversicherung ist oft nur eine Ersatz- oder Ergänzungslösung, in den seltensten Fällen aber die Hauptabsicherung. Die Berufsunfähigkeitsversicherung hat fast immer Vorrang, das Krankentagegeld nicht zu vergessen!

Montag, 10. Juli 2017

Anwaltskampf - Die HUK mal nicht als Buhmann sondern als Vorreiter

Eigentlich mag ich die Haftpflichtunterstützungskasse kraftfahrender Beamter (HUK) nicht sonderlich, denn die geht immer mit der gleichen Masche auf Kundenfang: Billig! Dass billig nicht günstig ist wissen oder merken aber die wenigsten Verbraucher und freuen sich diebisch, wenn ihr (vermutlich gefälschter) Brillenschaden über 200€ bezahlt wird. Denn darauf kommt es ja an, Hauptsache billig.  Billiger als eine billige Versicherung ist übrigens gar keine Versicherung, nur leuchtet hier einigen ein, dass dieses billig doch ganz teuer werden kann... komische Welt.

Die HUK streitet mit dem DAV (Deutsche Anwaltverein)


Einige Rechtsschutzversicherungen bieten an, dass man bei den Partneranwälten des Versicherers weniger Selbstbehalt (oft keine) zahlt oder andere Vergünstigungen bekommt. Eine super Idee, denn niemand muss diese Anwälte nehmen, man kann immer noch jeden anderen Anwalt beauftragen. Sprich im schlechtesten Fall zahlt man so viel wie ohnehin auch, in anderen kommt man ein paar Euro preisgünstiger davon. Der Anwalt bekommt Kunden, dafür aber etwas weniger Honorar. Auch ein üblicher Handelsbrauch für Empfehlungen. Wo ist das Problem? Der DAV - ja genau, die Interessenvertretung der Anwälte - will das nicht!

DAV befürchtet Preisdumping


Es ist schon witzig, dass bis zu 50% Rabatt beim Honorar unterstellt wird. Schaut man sich nämlich die Musterhonorarvereinbarung der HUK an, sieht man, dass bei Gericht die üblichen Sätze bezahlt werden und ansonsten kaum 10% Rabatt eingeräumt werden. Da geht man sogar noch weiter und redet von unfähigen Kollegen, die es ja nötig hätten und damit den Markt kaputt machen. Mal ehrlich, es gibt ohnehin zu viele Anwälte und die Versicherer werden sicherlich nicht lange mit Verlierern arbeiten, da sie dann auf Kosten sitzen bleiben. MMn ist es klüger sich auf die Prozessquote einer Kanzlei zu verlassen, welche von einer Versicherung unter Druck gesetzt wird, als sich auf Gutglück einen Anwalt zu suchen.

Das irre ist, der DAV bekam vor dem OLG Bamberg Recht (Az.: 3 U 236/11), weshalb die HUK Revision beim Bundesgerichtshof (BGH) eingelegt hat.

Meinung des Autors

Was für Arschlöcher! Es gibt keine erkennbare Benachteiligung von Verbrauchern, nur mehr Optionen. Niemand wird gezwungen und die Durchsetzung in der Praxis beweist, dass ein reges Interesse aller Beteiligten vorliegt. Nur die geldgierigen Lobbyisten wollen mehr Geld und wettern dagegen, sind ja auch brutale Nachlässe. Das beweist einmal mehr, dass Anwälte oft einfach nur geldgierig sind. Ich entschuldige mich an ehrliche Advokaten, doch ähnlich den Vermittlern, gibt es dort anscheinend mehr Stümper als Profis.

80,9 Millionen Euro Rente für vier Personen - Eine kleine Neiddebatte

Ich will ja nun wirklich niemandem den Spaß am Geld verdienen nehmen, aber einige Gierhälser können sich ihren fetten Wanst anscheinend nicht voll genug schlagen. Wir stellen an den Pranger wegen überzogenener Pensionsansprüche:

  • Daimler Chef Dieter Zetsche mit 29,6 Millionen Euro
  • Volkswagen Chef Martin Winterkorn mit 19,7 Millionen Euro
  • (Ex-) Deutsche Bank Chef Josef Ackermann mit 18.8 Millionen Euro
  • Siemens Chef Peter Löscher mit 12,8 Millionen Euro

Leistungsgerechte Bezahlung?


Wie soll das gehen? Gelinde gesagt ist das völlig krank, derart perverse Sachen darf es nicht geben! Die o. g. "Leistungsträger" haben zu Lebzeiten schon zig Millionen verdient, da bedarf es keines Cents Pension mehr. Wer Millionen verdient aber nicht selbst für sein Alter vorsorgen kann, der hat sein Einkommen zu Lebzeiten anscheinend auch schon nicht verdient. Leistungsgerecht, das ich nicht lache!

2,7 Milliarden für vier Menschen ?


Die selbsternannte Selbstbedienungselite greift munter in die Kassen, es bedarf ja "nur" eines Barwerts von ca. 2.700 Millionen Euro bzw. 2,7 Milliarden Euro um das auf unbestimmte Lebzeit aus zu finanzieren.
Gut, man kann ja dauerhaft mehr als 4% (abzgl. ca. 25% KESt) erwirtschaften, nur geben das die o. g. Konzerne auch nicht dauerhaft raus. Bleibt ja nur der Cash Flow, sprich man nimmt es aus dem laufenden Geschäft. Das findet der Aktionär aber doof, der will nämlich lieber Rendite. Wenn es die aber gäbe, bräuchte man nicht so viel Rücklage, bräuchte man den Cash Flow nicht angreifen... ohoh, ein Kreis ein Lauf ein runder...

Und überhaupt, eine Kapitalrendite von 4% zu unterstellen ist schon gewagt. Deren Finanzmanager müssen echte Zauberkünstler sein...

Donnerstag, 29. Juni 2017

Krankenhaus und OP-Versicherung für Kinder - Rechner Update

Wir haben die Vergleichsrechner weiter aktualisiert. Neu hinzu gekommen ist der Angebotsrechner der Barmenia, die unserer bescheidenen Meinung nach einer der besten Preis-Leistungs-Tarife für Kinder bietet, wenn es um das Thema #Krankenhaus und #Operationen geht.

Highlights des Tarifs

  • 1- & 2-Bett Zimmer
  • Freie #Krankenhauswahl
  • Gebührenordnung über #Höchstsatz (>3,5x #GOÄ) hinaus, d. h. Spezialisten in ganz Deutschland sind möglich 
  • Vor- und nachstationäre Behandlung
  • Ambulante Operationen
  • #Rooming-In (d. h. Eltern können mit ins Krankenhaus)
  • Tarif mit #Altersrückstellungen (greifen aber erst ab 18 Jahren, wie bei allen Kindertarifen)
  • Günstige 5,06€ pro Person und Monat
  • Verzicht auf ordentliches #Kündigungsrecht 
Es gibt noch ein paar weitere Punkte aber diese hier halten wir für elementar. Es gibt ein paar günstigere Tarife, aber für die meist nur Cents Unterschied, werden die meisten Eltern das Top-Paket kaufen. Zumal der Neuabschluss bei Erwachsenen viel teurer wäre und die Gesundheitsfragen meist schwieriger sind.
Die Barmenia selbst ist eine solide Gesellschaft, von deren Versicherten wir vergleichsweise wenig Beschwerden hören und die solide aufgestellt ist. Auch wenn man ein Kritiker sie gerne als "Erbarmenia" bezeichnet, es ist ein guter Tarif! Die vertraglich vereinbarten Leistungen zählen, nicht die Gerüchte. ;)

Abschluss Link (Weiterleitung Barmenia Seite in neuem Fenster)


Krankenhaus und OP-Versicherung für Kinder von der Barmenia

Natürlich auch dauerhaft in unserer Rechner Liste rechts.

Nachteile des Tarifs

  • Steigende Beiträge (aller Kindertarife sind bis 18 ohne Rückstellungen gerechnet), geschätzt wird das Kind mit 18 ca. 12€/Monat zahlen
  • Gesundheitsprüfung bei Antragsaufnahme
  • #Privatkliniken nur eingeschränkt versichert

Die Nachteile sind im Vergleich nicht wirklich groß. Gerade das Thema Privatkliniken ist insofern unkritisch als dass Notfallbehandlungen diesem Ausschluss nicht unterliegen, denn das regelt der §28 III VVG für alle Privat(zusatz)versicherten so. Sollte also z. B. im Urlaub ein schwerer Unfall geschehen und das Kind zur Schlossklinik am Wörthersee müssen, wäre das versichert. Beschließen die Eltern absichtlich dorthin zu gehen, z. B. für eine geplante OP, dann müssen sie die Kosten selbst tragen. Aber es gibt kein Risiko, weil Privatkliniken bei geplanten Behandlungen darüber aufklären müssen, dass die Kostenübernahme nicht gesichert ist und eine Bestätigung im Vorfeld nötig ist. Es kann nicht passieren, dass Sie nichtsahnend eine horrende Rechnung untergeschoben bekommen.
Es empfiehlt sich dennoch immer vorher mit der Versicherung zu sprechen, um böse Überraschungen zu vermeiden.

Fazit

Für gesetzlich Versicherte, die ihren Kindern einen guten Schutz im Krankenhaus und bei OPs bieten möchten, ist das ein saustarkes Angebot. Und einen Vergleich muss der Tarif nicht scheuen. Wer also nicht direkt selbst abschließen mag, kann sich gerne einen Vergleich anfordern.

Mittwoch, 28. Juni 2017

Vergangenheitsbetrachtung: Wie viel wirft eine Lebensversicherung ab?

Heute mal eine Grafik aus der Vergangenheit. Wie haben wir eigentlich 2011 die Situation betrachtet? Im Grund genommen ganz realistisch. Spannend finde ich, dass die Profis damals von negativen Zinsen ausgegangen sind und auch deutlich früher gen null tendierten. Im Grunde stimmt es auch, denn die Versicherungen schaffen die leicht besseren Werte nur durch Bilanztricks.
Aber die nächste Novelle kommt ja schon... es bleibt spannend.

Frech, dass dennoch hohe Hochrechnungen erstellt wurden

Die Schweinerei ist ja, dass trotz bekannter, pessimistischer Szenarien die Gesellschaften ausnahmslos Hochrechnungen rausgegeben haben, die von ihren Werten höchstens Anfang des Jahrtausends vertretbar waren. Und heute? Die klassische Lebens- oder Rentenversicherung ist quasi tot, die neue Klassik soll das Vakum füllen. Im Prinzip der gleiche Mist, nur dass die Werte weniger schlecht sind, weil die Garantie erst endfällig greift. Als ob eine Garantie von 0,9% irgendeinen reelen Gegenwert darstellt. Schon im SoWi-LK hat der Lehrer erklärt, dass eine Garantie unter der Inflationsrate nur Geldvernichtung darstellt.



Wie hoch waren die Garantiezinsen der Vergangenheit?

 Witzig sind auch die Märchen über die Garantiezinsen. Ja, sie waren deutlich höher. Aber oft lagen auch diese unter der Inflationsrate. Hoffe diese Tabelle schafft Klarheit.

  • 01.1986 - 12.1987 3,00%
  • 01.1987 - 06.1994 3,50%
  • 07.1994 - 06.2000 4,00%
  • 07.2000 - 12.2003 3,25%
  • 01.2004 - 12.2006 2,75%
  • 01.2007 - 12.2011 2,25%
  • 01.2012 - 12.2014 1,75%
  • 01.2015 - 12.2016 1,25%
  • 01.2017 - heute     0,90% 

Quelle DAV