Dienstag, 18. Juli 2017

Vers.Diagnose - Mit der F&B Antwort Ring frei zur nächsten Runde

Erstmal ein Lob an die Leute bei Franke & Bornberg, ein konstruktiver Dialog an Stelle von Bashing ist eine angenehme Abwechslung zu vielen Diskussionen, die sonst im Netz statt finden. Also hier ein aufrichtiges Danke @ F&B.

Inhaltlich stellt sich das leider anders dar


Zunächst war ich verwundert warum F&B verwundert war, schließelich haben F&B versucht in ihrem Post den neuen heiligen Gral zu erklären, der aus der Erdscheibe wurde. Nicht verwunderlich, also fangen wir eine Auseinandersetzung an. Die Analysten behaupten zu analysieren, also schauen wir uns kurz die Thesen an, die im Raumen stehen.

  • Grüner Daumen hoch ist eine bislang unwiderlegte Stellungnahme
  • Gelb ist eine neutrale, hier ist eine Beweisführung unmöglich (z. B. subjektives Empfinden)
  • Rot ist eine höchst strittige oder widerlegte (Falsch-)Aussage

Grafische Zusammenfassung der Thesen & Diskussion



Schärfere Prüfung und Proxys (1. & 2.)


Immer wenn Systeme vereinheitlicht und vereinfacht werden, müssen Vorannahmen getroffen werden, die im Zweifel nicht immer passen. Um aber Nachteile bei der Versichertengemeinschaft zu vermeiden, muss das Versicherungsunternehmen (VU) diese Vorannahmen (in der IT Proxys genannt) möglichst negativ auslegen. Zu dieser vorsichtigen Vorgehensweise sind sie nach VAG, KalV etc. auch verpflichtet.
Dazu wurde von F&B kein dedizierter Gegenbeweis gebracht. Die Pauschalaussage, dass dem nicht so wäre, ist unhaltbar, zumal Kraft reiner Logik fehlerhaft. Sowas machen Menschen im übrigen auch, aber da erfahre ich was es war und kann mit jemandem sprechen! Das ließe sich auch in der EDV darstellen, falls gewünscht!

 

 Komplexität (3.)


Begraben wir das Thema. Was komplex ist und wie weit das geht, das divergiert auseinander. Hier lässt sich nur streiten aber kein wirklicher Konsens erzielen, zumal jeder Vermittler das selbst in der Praxis definieren muss.

Mehrarbeit, falls keine glatte Annahme erfolgt oder die Gesellschaft nicht teilnimmt (4.)

Wie kann man denn behaupten, es gäbe nur Vorteile aber keine Mehrarbeit? Wenn ich im Anschluss an Vers.Diagnose noch Voten einholen muss, ist das Mehrarbeit. Hätte ich Vers.Diagnose gesparrt und das direkt gemacht, wäre es weniger Arbeit gewesen.
Klar, eine glatte Annahme kann ein Vorteil sein. Die gibt es aber auch bei menschlichen Prüfer. Aber die wenigsten Fälle sind glatt. Subjektive Empfindung. Theoretisch könnte F&B (oder die verwaltende Stelle) mit Zahlenmaterial belegen was wie oft durchläuft. Aber aus irgendeinem Grunde passiert das nicht. Hat einen mehr als faden Beigeschmack.
Und sofortige Ergebnisse brauche ich seltenst, denn ich arbeite sauber sowie in Ruhe und nicht mit dem Kunden die ganze Zeit neben mir sitzend!

Haftungspotential (5.)


Nutze ich genormte Voranfragen bzw. -bögen, müssen die Risikoprüfer sich alles selbst zusammen basteln. Makler und Kunde sind aus der Verantwortung, so lange aller Unterlagen (vgl. §19 VVG) lückenlos beigebracht wurden.
Bei Vers.Diagnose wird dieses Risiko auf den Vermittler und damit den Kunden verlagert. Auch ist ungeklärt in wie weit sich der Makler damit in dem Moment zum Erfüllungsgehilfen des VUs macht (?) und damit - analog einem Vertreter - der Auge und Ohr Haftung unterliegt. Brisant!
Dazu gab es u. a. am 03.05.2017 einen AssCompact Artikel zu, der die Haftungsfalle Vergleichsprogramme thematisierte, was für Vers.Diagnose noch schärfer analog gilt. Fehler in der Software werden Makler & Kunden angelastet!

Urteile, welche die Haftung untermauen

Was ist mit den Urteilen zur Art und Geschwindigkeit wie die Antragsfragen (z. B. OLG Stuttgart, Urteil v. 19.04.2012, 7 U 157/11) zu stellen sind?
Oder was mit dem Urteil, wo es heißt, dass langwierige Gesundheitsfragen nur am Laptop angezeigt und vorgelesen den Anforderungen des §19 VVG nicht genügen, z. B. KG Berlin 23.05.2014, Az 6 U 210/13?

Blackbox (6.)

Welche Daten werden denn wo und wie verarbeitet? Welche Tarife der Gesellschaften kann ich prüfen? Wo werden Proxys genutzt? Wer macht was wo? Sind es nur VUs der Münchener Rück oder auch andere Rückversicherer? Ist das in Arbeit etc.?
Wenn mich ein Kunde bittet nach zu weisen was passiert, wird das hier echt schwierig. Mir ist klar, dass nicht alles transparent offen gelegt werden kann aber etwas mehr wäre schon nötig.
Für mich persönlich ein Nebenkriegsschauplatz, denn jedem Anfragenden muss klar sein, dass seine Daten an mehreren Stellen verarbeitet werden müssen um ein sauberes Ergebnis zu erhalten.


Moralisches Risiko & Tracking (7. & 8.)

Wie soll eine Software den Klickoptimierern vorbeugen? Bietet sie nicht per se einen erhöhten Anreiz zur moralischen Entgleisung und stellt damit ein moral hazard Risiko dar? Unbestreitbar. Möglichkeiten öffnen die Tür zu Missbrauch.
Beispiel: Es gab mal eine Zeit, da war ich bei einer KV-Truppe nennen wir sie mal Versicherungsverchecker48, und habe KV beraten. Wir hatten den Maklerbetreuer der Central Krankenversicherung, der gleichzeitig "Risikoprüfer" war, bei uns im Büro sitzen. Und zufällig war regelmäßig sein Rechner mit AktuarMed (einer Software zur Risikoeinschätzung) nicht besetzt aber passwortfrei angeschaltet. Und wenn das nicht gereicht hat, dann hat er eben selbst bei der Optimierung geholfen, bis der Kunde glatt durchlief. Bestimmt kein Einzelfall - obgleich es damals der bundesweit zweitgrößte Produzent der Central war - und vermutlich eine der Erklärungen, warum die Central ein paar äußerst brutale Beitragsanpassungen (BAP) durchleben musste. Einigen der Kunden ist das um die Ohren geflogen!
Warum sage ich das? Weil der Kunde seinem Vermittler (in den meisten Fällen) vertraut. Wenn dieser aber schon zum Missbrauch angehalten wird, dann noch wirtschaftliche Not oder geringes Fachwissen dazu kommt, dann ist der Ärger vorprogrammiert. Der Kunde glaubt eine Annahme zu haben aber im Leistungsfall gibt es kein Geld, Kündigung, Rücktritt und/oder Anfechtung. Tolle Wurst!
Und natürlich wird es auch hier Methoden geben um solchem Missbrauch vor zu beugen. Denn auch hier sind die Versicherungen im Schutzinteresse der Versichertengemeinschaft dazu verpflichtet. Aber was wird getrackt, wo, wie wird es ausgewertet usw.? Auch dieses Risiko kann nicht geleuget werden!

Vers.Diagnose sei keine Risikovoranfrage?? (9.)


Bitte was? Fühlt sich so an, macht teils die gleichen Schritte aber ist nicht das Gleiche. Im Ergebnis bekomme ich doch irgendeine Anname, Ablehnung oder manuelle Prüfung, falls weitere Unterlagen nötig sind. Wo soll da ein Unterschied sein?
An der Stelle bin ich sauer, denn das ist der Versuch uns für dumm zu verkaufen. Rein didaktischer Kunstgriff um das haltlose Argument, dass oft viele Annahmen erzielt würden mit anderer Formulierung auf zu wärmen. Denn für ein sofortiges Votum müssen sehr viele Dinge zusammen kommen, die laut Vermittlern eben so nicht geschehen. Klar kann man sich hier auf die Hinterbeine stellen und das Gegenteil behaupten, das macht es aber nicht wahrer! Nur weil Max Uthoff satirisch propagiert "Wer immer wieder das Selbe sagt, hat Recht!", wird es noch lange nicht real. Oder ist das die stille Hoffnung?
Die Logik ist auch in sich inkonsistent, denn wenn Vers.Diagnose wirklich über eine Rivo hinaus gehen will, muss es auch mindestens so viel leisten, was es aber gar nicht kann oder können wird. Das Tool gibt ja selbst zu, dass menschliche Prüfung nicht vermeidbar sind. Was ist es denn dann? Ist eine online-SOFORT-Risikoprüfung etwa keine Rivo? Oder gelten telefonische Rivos zukünftig als offline-analog-SOFORT-Risikoprüfung?! Verarschen kann ich micht selbst!

Mehrere Gesellschaften mit verschiedenen Fragen - Alter Wein in neuen Schläuchen (10. & 11.)

Wenn das Votum keine Anname darstellt, die der Kunde akzeptiert (z. B. wg. RIZ oder LA), dann müssen abermals Gesundheitsdaten aufnehmen werden. Auch das hier ist wieder die selbe alte Behauptung, dass die meisten Annahmen glatte Ergebnisse produzieren! Die Umformulierung stellt keinen neuen Fakt auf!
13 Gesellschaften ist erstmal eine solide Basis, wo aber noch mehr geht, Respektive zu gehen hat. Aber spöttisch zu behaupten, Makler würden eh immer nur die gleichen 4-5 Gesellschaften wählen, ist albern. Gerade bei "kaputten" Kunden kommt es nicht selten zu Exoten, weil diese eben eine bessere Annahmepolitik für den speziellen Fall haben. Hier wäre mehr wirklich mehr!

Außerdem blendet F&B aus, dass es einige Gesellschaften gibt, welche schon digitalisierte Rivo Tools zu Verfügung stellen, welche dem Makler das Leben für alle angebundenen Partner erleichtern. Zu nennen wären da z. B. blaudirekt, germanBroker.net oder Wifo. Wobei es bestimmt noch mehr gibt, die ich nicht kenne!

Das Klauselproblem (12.)

Das o. g. Problem der zwingenden Negativvermutung wird sich bei den Klauseln fort setzen. In einem statischen Verfahren wird zwingend eher zu Lasten des Fragenden entschieden, das ist die kausale Logik.
Außerdem geht es manchmal um Details. Z. B. gibt §41 VVG den Versicherungsnehmern das Recht zur Nachbesserung, wenn das Leiden sich erübrigt hat. Ohne weitere Festsetzung reagieren die VNs aber unterschiedlich, die guten akzeptieren nach z. B. drei Jahren ein Atest, die schlechten Gesellschaften wollen teils zehn Jahre usw. Es ist ein leichtes als Makler z. B. nach drei Jahren eine Nachprüfung bei der Rivo mit zu vereinbaren, die auch im Versicherungschein aufgenommen wird. Das kann Vers.Diagnose nicht, dabei wäre es mMn auch möglich das hier mit überschaubarem Logik-Aufwand nach zu bauen.

Wie sowas aussehen kann, sehen Sie am Beispiel meiner privaten Krankenversicherung beim Deutscher Ring. Weder kam das bei einer automatischen Prüfung, noch ohne mein Nachfragen. Ein Vermittler ist also genau so wichtig wie ein menschlicher Risikoprüfer!



Zusammenfassung - F&B muss das Tool massiv nachbessern um attraktiv zu sein

Und jetzt? Die Argumentation von F&B ist oft dünn, teils falsch und manchmal nicht nachvollziehbar. Aber immerhin sind sie bemüht, das könnte also noch was werden. Aber damit der heilige Gral den Pilgern auch mundet, muss noch sehr viel nachgebessert werden.

Einer der wichtigsten Punkte ist die Klärung der Haftungsfrage (z. B. Auge-Ohr-Haftung). Bis dato sollten die meisten Vermittler und Kunden einen großen Bogen um Vers.Diagnose machen. Das ist ein Instrument für Profis. Die widerum arbeiten bereits effizient, so dass das Tool dort obsolet ist. 
Schade eigentlich, denn der Ansatz ist gut!
Ein weiterer wichtiger Punkt wäre eine größere Datenbasis, denn dann könnten die bei Vers.Diagnose gemachten Eingaben mit Modifikation an reele Prüfer weitergeleitet werden. Das würde mehr bringen!
Und klare Stellungnahmen zur Datenauswertung sind nötig. Was, wie, wo, wie und wo gespeichert, wer wertet aus?

Damit wäre für mich, vermutlich auch für andere, ein großer Schritt getan um dieser begrüßenswerten Initiative mehr Lebe ein zu hauchen.

Samstag, 15. Juli 2017

Vers.Diagnose - Echter Mehrwert oder doch eher Gefahr für Kunde & Vermittler

Die Franke & Bornberg GmbH, ein grundsätzlich gutes Analysehaus, welches eine Reihe nützlicher Software-Tools raus gibt. Nutze ich teils selbst, von daher bin ich positiv vorgeprägt. Aber, großes ABER, nicht jede Empfehlung von F&B ist sinnig oder richtig. Die Auftraggeber von F&B sind die Versicherungen. Und in Deutschland gilt, wie eigentlich überall: Wes' Brot ich ess, des' Lied ich sing!" Wenn also eine von Versicherungen beauftragte Agentur, bewusst spitz formuliert, einen Ratschlag gegenüber Maklern zur Nutzung einer Versicherungssoftware abgibt, sollte man hellhörig werden.

Pro VersDiagnose - No way around?

In einem Artikel hat F&B das online Risikoprüfungs-Tool VersDiagnose beworben. Damit können Vermittler gemeinsam mit Kunden online Risikoprüfungen für Biometrie (Lebensversicherung, Berufsunfähigkeitsversicherung etc.) vornehmen. Dies soll die Beantragung erleichtern indem im Vorfeld klare Voten entstehen. Soweit zur Theorie, die leider nicht der Praxis stand hält!


Contra VersDiagnos - Des Maklers bitte Realität


1. Die Software prüft schärfer als manuelle Prüfer, die Ergebnisse sind schlechter für Kunden

Warum? Weil es einen sog. Max-Risk-Ansatz gibt. Man könnte es auch Negativselektion nennen, denn die Gesellschaften wollen keine faulen Eier untergejubelt bekommen. Um das zu verhindern, sind die Hürden höher gelegt. Im Zweifel wird die Software eher ablehnen oder Zuschläge vornehmen als ein manueller Prüfer.
Lässt sich auch damit erklären, dass die Fragezeiträume im online Tool länger sind und die Details geringere Tiefe als die gesellschaftsspezifischen Risikofragebögen aufweisen.

2. Proxys (sog. Platzhalter)

Menschliche Risikoprüfer stellen die richtigen Fragen und füllen alle Felder aus. Bei der online Prüfung muss man mit sog. Proxys arbeiten, digitale Platzhalter für bestimmte Parameter, die stillschweigend voraus gesetzt werden um den Vorgang online schlanker zu halten. Denn je mehr Fragen, umso umwahrscheinlicher der online Abschluss. Also werden ein paar Sachen angenommen, die im Einzelfall nicht stimmen müssen.

3. Beschränkung auf wenig komplexe Fälle

Alles was kompliziert, komplex oder anderweitig schwierig ist, kann die Software nicht leisten. Sie verweist dann auf menschliche Prüfer und will eine händische Prüfung. Sprich alles bis dato war Zeitverschwendung.
Bei wenig komplexen Fällen wie z. B. der Mono-Diagnose Allergien, kann manchmal was bewegt werden aber schon bei einem komplexen oder zwei minoren Problemen, gibt es Probleme. So einfach wie unten abgebildet ist das Ergebnis leider selten.


4. Mehrarbeit für Kunde und Vermittler

Die Nutzung der Software hat viele Arbeitsschritte, welche Kunde und Vermittler gemeinsam gehen müssen. Das ist Aufwand. Macht die Beratung langatmiger. Gleichzeitig sparen die Gesellschaften Aufwand. Aber diese Ersparnis wird nicht an Kunde oder Vermittlern weitergegeben. Ziemlich unfair!

5. Haftungspotential

Der Vermittler ist kein Risikoprüfer! Egal wie viel Praxis er hat, nur ausgebidete Risikoprüfer der Gesellschaften können endgültig Voten abgeben. Da Kunde und Vermittler nicht alle relevanten Daten im Rahmen der Prüfung kennen können bzw. wissen wie diese "möglichst günstig zu verarbeiten sind", tauchen Fehler oder suboptimale Ergebnisse auf.
Beispiel: Was tun, wenn die Diagnose nicht im Tool auftaucht oder nur in ähnlicher Form? Vermutlich ergebnislos abbrechen, alles andere wäre Zockerei. Das Risiko sind schlechte Ergebnisse oder sogar eine VVA (vorvertragliche Anzeigepflichtverletzung), die den Schutz des Kunden komplett ruinieren könnten.
Und: Hat der Kunde wirklich vorher alle seine Arztakten eingesehen damit er z. B. nicht das Opfer von Abrechnungsbetrug wird und trotz vermeintlich korrekter Angaben keinen Schutz hat?

6. Blackbox

Die Datenvollständigkeit und Datengenauigkeit kann der Vermittler nicht beurteilen. Es sind bislang nur sehr wenig Gesellschaften integriert. Wenn er aber mit dem Kunden diese Daten nutzt, macht er sich dafür haftbar. Die Nutzung von fehlerhafter Software, entbindet den Vermittler nicht von der Haftung, selbst wenn er die komplette Schuld der Software nachweisen könnte. Ist blöd aber so sieht die Praxis aus.

7. Moralisches Risiko der Risikooptimierung

So lange klicken bis es passt? Scheiß Idee. Erstens verboten (AGB, VVG, etc.) und zweitens nicht zielführend, da eine vorvertragliche Anzeigepflicht (VVA) dadurch begründet werden kann. Jeder Softwarelücke spricht sich rum und irgendwann bilden sich gruppierte Risiken (sog. cluster), die unweigerlich zu Prämiensteigerungen führen werden.

8. Tracking Risiko

Angeblich tracken (= digitales Nachverfolgen) die Gesellschaften die Anfragen nicht mit und alles sei anonym. Abgesehen davon, dass ich das nicht glaube, bedeutet das nicht, dass man keine anonymen, statistischen Daten sammelt und auswertet.
Beispiel: Der böse Vermittler Diabolus optimiert den Kunden Opferus Maximus so lange bis er eine Normalannahme generiert. Dafür hat er z. B. 30 Versuche benötigt. Wie würden sie als Gesellschaft reagieren, wenn sie eine statistische Häufung für eine bestimmte Krankheit haben, die beim immer gleichen Geburtsdatum und der gleichen Tarifkonstellation auftritt? Dann kommt ein Antrag rein, der zu diesem Muster passt aber eine Normalannahme begründet. Selbst wenn sie keinen Namen der Voranfrage hatten, hier können Sie aufgrund der Datenmenge einfach die Ergebnisse kombinieren und ein entsprechendes Vorgehen veranlassen.
Dazu gibt es eine Reihe statistischer Verfahren, die es ermöglichen solche Profile auf konkrete Anträge zu erfassen, z. B. Konzentrationsmessung (Häufigkeit bestimmter Ausprägungen), Disparitätsmessung (fehlen bestimmter sonst häufiger Ausprägungen), Chi-Quadrat Test (nummerische Widerholung bestimmter Muster) etc.
Wer also glaubt im Zuge der Anonymität bis zur Normalannahme optimieren zu könne, fährt seinen Kunden geradewegs vor die Wand. Und die Kunden sind ja nicht unschuldig, da sie auch zu Beschwichtigung neigen. Nicht alle, aber sehr viele. Und wenn hier Interessengleichheit vorherrscht, dann folgt Dummheit oft auf den Fuße.

Fazit - Guter Ansatz aber...


Die Idee ist wirklich gut und erfahrene Vermittler, welche tiefgründige Fachkenntnisse haben, können mit dem Tool Mehrwerte generieren bzw. Prozesse verschlanken. Aber für die Masse ist es nicht geeignet und jeder Kunde sollte seinem Vermittler ein paar der o. g. kritischen Fragen stellen um zu prüfen ob er es mit einem echten Profi oder einem Wannabe zu tun hat.
Ich selbst nutze es auch, allerdings nur in Ausnahmefällen, wenn ich im Vorfeld schon weiß, dass ein gutes Votum erzielt wird. In allen anderen Fällen bleibt nur den Weg über eine richtige Risikovoranfrage zu beschreiten. Aber mich können Sie gerne auch auf die Probe stellen, den Kontaktbutton finden Sie im Top auf der Seite. ;)

Update - Einige Kollegen teilen diese Meinung.


Geneigte Leser können sich das Thema ja auch bei Kollegen anschauen, die sich dem annehmen. Einer davon ist mein geschätzer Kollege Torsten Breitag, der sich nicht nur Vers.Diagnose angenommen hat sondern so gut im Thema Berufsunfähigkeitversicherungen ist, dass ich ihn schon mal um Rat fragen musste. Chapeau!


Oder alternativ der Blog des bloggenden Kollegen Tobias Bierl, der als "Negativbeispiel" für Franke und Bornberg, den Anstoß zur Diskussion brachte.



Freitag, 14. Juli 2017

Medikamente gegen ADHS - Eine fragwürdige Empfehlung vom Pharma gesponsorten BVKJ

Scheiße, das kann ja wohl nicht wahr sein! Eben habe ich einen Artikel zum Thema Pharmalobby und Ärztebestech...äh...-förderung geschrieben. Da prüfe ich mal munter drauf los was "meine" Ärzte so bekommen haben und dann erschlägt mich zufällig das hier! Quellen jeweils unter der Passage sowie mit Bildern unter dem Artikel.

Bundesverband BVKJ bekommt mehr Spenden als Krankenhäuser oder Universitäten

BVKJ - Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte e. V. aus Köln
~181.000€ Pharmaspenden in 2015
~184.000€ Pharmaspenden in 2016
Quellen:
Spiegel Online Grafik; Datenbasis freiwillige Angaben der Unternehmen
Kurzatikel auf www.versicherungskritiker.de zum Thema Ärzte und Pharmageld

Soweit so schlecht. Was stört daran?

Der Verband bekommt weeeeeeeeeeeeeeit mehr Geld als Krankenhäuser und andere Einrichtungen und das kontinuierlich. Z. B. hat die Ruhr-Universität in Bochum nur 30.000€ an Spenden erhalten, was mir in Anbetracht der Größe und Bilanzsumme ein verschwindend geringer Wert scheint. Wer jetzt mal Google anwirft und den Verband und seine Stellungnahme zu ADHS prüft, kommt zu merkwürdigen "Zufällen"...

ADHS ist ein Problem - Ja, aber...

ADHS ist eine schlimme und schwierige Krankheit für die Betroffenen, die der Hilfe bedarf. Aber wenn ich mir die Zahlen hier angucke, etwas recherchiere und Rückschlüsse ziehe, ergibt sich mir als medizinischen Laien das Bild, dass ADHS als flächendeckendes Problem propagiert wird, dass auch unbedingt medikamentös begleitet werden muss. Das - mit Verlaub! - bin ich nicht bereit undifferenziert hin zu nehmen.
Die Dauermedikamention kann nicht die Lösung sein. Und wenn man sechsstellige Beträge von Pillenherstellern gesponsort bekommt, finde ich diesen Trend noch viel bedenklicher! Und die Medikamente dann noch als ungefährlich dar zu stellen, ist schon frech, wenn man berücksichtigt, dass Drogensüchtige sie der Wirkung wg. zweckentfremden.

Langzeitnebenwirkungen oder Abhängigkeiten sind nicht bekannt - ANGEBLICH


Wollen die mich verarschen! Zwischen nicht bekannt und nicht existent liegen Welten. Man kann nicht behaupten, dass sei sicher, wenn man die Langzeiterkenntnisse noch gar nicht vorliegen hat. Das ist in höchstem Maße unseriös. Und in Bezug auf das Drogenproblem wage ich die nicht mögliche Abhängigkeit doch mal sehr schwer in Frage zu stellen!

Ich will nicht behaupten, der BVKJ würde nur aus korrupten Marionetten bestehen aber die o. g. Zusammenhänge sind schon schwerwiegend und erscheinen mir zumindest erklärungsbedürftig!

Quellen:
Homepage des BVKJ mit Angaben der sinnvollen wie auch ungefährlichen Medikamentierung

Bildquellen, bevor es zufällig der Revision zum Opfer fällt...



Wie viel Pharma-Geld hat Ihr Arzt bekommen?

"Heil dir Pharmagott!", ein Zitat von Erzählmirnix, ein geiler Webcomic, der mir sehr gut gefällt. An sich halte ich Pharmaunternehmen für sinnvoll und volkswirtschaftlich nützlich, lediglich manch menschlicher Auswuchs ist kritisch. Deswegen gilt es genau hin zu schauen. Darum soll es aber nicht gehen.


Zu viel oder zu wenig? Beides nicht gut!

Dass Ärzte, Krankenhäuser sowie andere Behandler von der Pharmaindustrie umgarnt werden ist ja nichts Neues. Schließen wollen Bayer & Co ja ihre tollen Pillen absetzen. Unter diesen Maßnahmen wird es stumpfe Propaganda genau so wie sinnvolle Fortbildungen geben. Und jetzt die Gretchenfrage: Wenn ein Arzt keine Pharmagelder bekommen hat, ist das besser oder schlechter als wenn er viele bekommen hat, hm?
Ich weiß es nicht. Kritisch würde ich es betrachten, wenn er gar keine Gelder angenommen hat, denn dann müsste zwangsweise die Frage aufkommen ob er sich nie mit den Pharmavertretern beschäftigt. Gleichzeitig könnte eine zu hohe Summe auf eine Seilschaft schließen lassen. Zu viel und zu wenig sind also kritisch, zumindest meinem Bauchgefühl nach.

Und was ist mit Ihrem Arzt?


Wer schon immer mal wissen wollte was sein Arzt so vom Pharmagott an Spenden annimmt, kann auf dieser interaktiven Karte mal schauen. Viel Vergnügen. ;)


Donnerstag, 13. Juli 2017

Mini-Update Vergleichsrechner + Kurzerklärungen

Wieder ein paar neue Vergleichsrechner freigeschaltet. Unter dem jeweiligen Link finden sich kleine Erklärungen was damit eigentlich abgesichert wird.

[Bauherrenhaftpflicht]

Ein MUSS für jeden, der baut. Falls beim Bau was schief geht (Dachschindeln schlagen auf Auto, Kinder verletzen sich auf der Baustelle etc.) haftet der Bauherr. Klingt logisch, oder nicht? Und mit unter 100€ für zwei Jahre Bauzeit im Vergleich zum Gesamtprojekt meist ein kleiner Beitrag.

ACHTUNG: Viele Privathaftpflichtversicherungen haben bis zu 50.000€ Bausumme mitversichert. Im Kleingedruckten steht aber meist, dass es nur für Neubau (nicht Umbau etc.) gilt und dass bei Eigenleistung nicht gezahlt wird. Also aufpassen, der Abschluss einer Bauherrenhaftpflicht ist meist unumgänglich.

[Bauleistungsversicherung]
Oft auch Bauwesensversicherung oder Bauversicherung genannt. Sichert den Bauherren (oder den klugen Unternehmer) vor unvorhesehbaren Ereignissen, die während der Bauzeit entstehen. Versichert sind bestimmte Schäden, z. B. höhere Gewalt (z. B. Sturm), Vandalismus, Fahrlässigkeit etc. Eine Allgefahrendeckung (also Versicherung ohne Liste) ist möglich aber nur eingeschränkt verfügbar und teuer.
Quasi eine Art Gewährleistung für unvorhergesehene oder dumme Ereignisse während des Baus. Kein MUSS aber oft sinnvoll und vom Beitrag im Vergleich zum Gesamtprojekt nicht so teuer (z. B. 300€ Einmalbeitrag für 200.000€ Baussumme).
Empfehlenswert auch für Bauunternehmer, da diese den vollständigen Lohn erst für vollendetes Werk verlangen können. Wenn aber was passiert, ist's auch ein Problem des Bauunternehmers.

[Haus- und Grundbesitzer Haftpflicht]
Haus- und Grundbesitzer haben Pflichten, z. B. sichere Gehwege durch Streuung gewährleisten, das ergibt sich aus Gesetzen, Haftpflichtbestimmungen und der Rechtssprechung. Passiert einem Dritten etwas (z. B. Ausrutschen auf vereistem Gehweg) oder geschieht ein Sachschaden (schlecht befestigte SAT-Schüssel schlägt auf ein Auto), haftet der Besitzer. Meist im Rahmen der Gefährdungshaftung, da zwar die genaue Tat nicht zwingend bezeugt werden kann aber sehr wahrscheinlich die Gefahr vom Eigentümer ausging.

Kriegsentscheidend wichtig, keine Diskussion. Und oft keine 60€ pa Beitrag für Häuser oder ETW (Eigentumswohnung).
Unterscheidet sich natürlich je nach Ort. Z. B. in Bochum-Wattenscheid sind die Folgeschäden meist günstiger als z. B. in Köln-Marienburg. Muss man nicht gut finden, ist aber so. Ich mag das Ruhrgebiet trotzdem!

[Unfallversicherung]

Wer einen Unfall hat und davon dauerhaften Schaden trägt, inklusive Tod, der würde Leistung aus einer Unfallversicherung beziehen. Mal unabhängig von Gliedertaxe, PAUKE & Co, auf das Kleingedruckte kommt es an.
Die Unfallversicherung ist oft nur eine Ersatz- oder Ergänzungslösung, in den seltensten Fällen aber die Hauptabsicherung. Die Berufsunfähigkeitsversicherung hat fast immer Vorrang, das Krankentagegeld nicht zu vergessen!

Montag, 10. Juli 2017

Anwaltskampf - Die HUK mal nicht als Buhmann sondern als Vorreiter

Eigentlich mag ich die Haftpflichtunterstützungskasse kraftfahrender Beamter (HUK) nicht sonderlich, denn die geht immer mit der gleichen Masche auf Kundenfang: Billig! Dass billig nicht günstig ist wissen oder merken aber die wenigsten Verbraucher und freuen sich diebisch, wenn ihr (vermutlich gefälschter) Brillenschaden über 200€ bezahlt wird. Denn darauf kommt es ja an, Hauptsache billig.  Billiger als eine billige Versicherung ist übrigens gar keine Versicherung, nur leuchtet hier einigen ein, dass dieses billig doch ganz teuer werden kann... komische Welt.

Die HUK streitet mit dem DAV (Deutsche Anwaltverein)


Einige Rechtsschutzversicherungen bieten an, dass man bei den Partneranwälten des Versicherers weniger Selbstbehalt (oft keine) zahlt oder andere Vergünstigungen bekommt. Eine super Idee, denn niemand muss diese Anwälte nehmen, man kann immer noch jeden anderen Anwalt beauftragen. Sprich im schlechtesten Fall zahlt man so viel wie ohnehin auch, in anderen kommt man ein paar Euro preisgünstiger davon. Der Anwalt bekommt Kunden, dafür aber etwas weniger Honorar. Auch ein üblicher Handelsbrauch für Empfehlungen. Wo ist das Problem? Der DAV - ja genau, die Interessenvertretung der Anwälte - will das nicht!

DAV befürchtet Preisdumping


Es ist schon witzig, dass bis zu 50% Rabatt beim Honorar unterstellt wird. Schaut man sich nämlich die Musterhonorarvereinbarung der HUK an, sieht man, dass bei Gericht die üblichen Sätze bezahlt werden und ansonsten kaum 10% Rabatt eingeräumt werden. Da geht man sogar noch weiter und redet von unfähigen Kollegen, die es ja nötig hätten und damit den Markt kaputt machen. Mal ehrlich, es gibt ohnehin zu viele Anwälte und die Versicherer werden sicherlich nicht lange mit Verlierern arbeiten, da sie dann auf Kosten sitzen bleiben. MMn ist es klüger sich auf die Prozessquote einer Kanzlei zu verlassen, welche von einer Versicherung unter Druck gesetzt wird, als sich auf Gutglück einen Anwalt zu suchen.

Das irre ist, der DAV bekam vor dem OLG Bamberg Recht (Az.: 3 U 236/11), weshalb die HUK Revision beim Bundesgerichtshof (BGH) eingelegt hat.

Meinung des Autors

Was für Arschlöcher! Es gibt keine erkennbare Benachteiligung von Verbrauchern, nur mehr Optionen. Niemand wird gezwungen und die Durchsetzung in der Praxis beweist, dass ein reges Interesse aller Beteiligten vorliegt. Nur die geldgierigen Lobbyisten wollen mehr Geld und wettern dagegen, sind ja auch brutale Nachlässe. Das beweist einmal mehr, dass Anwälte oft einfach nur geldgierig sind. Ich entschuldige mich an ehrliche Advokaten, doch ähnlich den Vermittlern, gibt es dort anscheinend mehr Stümper als Profis.

80,9 Millionen Euro Rente für vier Personen - Eine kleine Neiddebatte

Ich will ja nun wirklich niemandem den Spaß am Geld verdienen nehmen, aber einige Gierhälser können sich ihren fetten Wanst anscheinend nicht voll genug schlagen. Wir stellen an den Pranger wegen überzogenener Pensionsansprüche:

  • Daimler Chef Dieter Zetsche mit 29,6 Millionen Euro
  • Volkswagen Chef Martin Winterkorn mit 19,7 Millionen Euro
  • (Ex-) Deutsche Bank Chef Josef Ackermann mit 18.8 Millionen Euro
  • Siemens Chef Peter Löscher mit 12,8 Millionen Euro

Leistungsgerechte Bezahlung?


Wie soll das gehen? Gelinde gesagt ist das völlig krank, derart perverse Sachen darf es nicht geben! Die o. g. "Leistungsträger" haben zu Lebzeiten schon zig Millionen verdient, da bedarf es keines Cents Pension mehr. Wer Millionen verdient aber nicht selbst für sein Alter vorsorgen kann, der hat sein Einkommen zu Lebzeiten anscheinend auch schon nicht verdient. Leistungsgerecht, das ich nicht lache!

2,7 Milliarden für vier Menschen ?


Die selbsternannte Selbstbedienungselite greift munter in die Kassen, es bedarf ja "nur" eines Barwerts von ca. 2.700 Millionen Euro bzw. 2,7 Milliarden Euro um das auf unbestimmte Lebzeit aus zu finanzieren.
Gut, man kann ja dauerhaft mehr als 4% (abzgl. ca. 25% KESt) erwirtschaften, nur geben das die o. g. Konzerne auch nicht dauerhaft raus. Bleibt ja nur der Cash Flow, sprich man nimmt es aus dem laufenden Geschäft. Das findet der Aktionär aber doof, der will nämlich lieber Rendite. Wenn es die aber gäbe, bräuchte man nicht so viel Rücklage, bräuchte man den Cash Flow nicht angreifen... ohoh, ein Kreis ein Lauf ein runder...

Und überhaupt, eine Kapitalrendite von 4% zu unterstellen ist schon gewagt. Deren Finanzmanager müssen echte Zauberkünstler sein...

Donnerstag, 29. Juni 2017

Krankenhaus und OP-Versicherung für Kinder - Rechner Update

Wir haben die Vergleichsrechner weiter aktualisiert. Neu hinzu gekommen ist der Angebotsrechner der Barmenia, die unserer bescheidenen Meinung nach einer der besten Preis-Leistungs-Tarife für Kinder bietet, wenn es um das Thema #Krankenhaus und #Operationen geht.

Highlights des Tarifs

  • 1- & 2-Bett Zimmer
  • Freie #Krankenhauswahl
  • Gebührenordnung über #Höchstsatz (>3,5x #GOÄ) hinaus, d. h. Spezialisten in ganz Deutschland sind möglich 
  • Vor- und nachstationäre Behandlung
  • Ambulante Operationen
  • #Rooming-In (d. h. Eltern können mit ins Krankenhaus)
  • Tarif mit #Altersrückstellungen (greifen aber erst ab 18 Jahren, wie bei allen Kindertarifen)
  • Günstige 5,06€ pro Person und Monat
  • Verzicht auf ordentliches #Kündigungsrecht 
Es gibt noch ein paar weitere Punkte aber diese hier halten wir für elementar. Es gibt ein paar günstigere Tarife, aber für die meist nur Cents Unterschied, werden die meisten Eltern das Top-Paket kaufen. Zumal der Neuabschluss bei Erwachsenen viel teurer wäre und die Gesundheitsfragen meist schwieriger sind.
Die Barmenia selbst ist eine solide Gesellschaft, von deren Versicherten wir vergleichsweise wenig Beschwerden hören und die solide aufgestellt ist. Auch wenn man ein Kritiker sie gerne als "Erbarmenia" bezeichnet, es ist ein guter Tarif! Die vertraglich vereinbarten Leistungen zählen, nicht die Gerüchte. ;)

Abschluss Link (Weiterleitung Barmenia Seite in neuem Fenster)


Krankenhaus und OP-Versicherung für Kinder von der Barmenia

Natürlich auch dauerhaft in unserer Rechner Liste rechts.

Nachteile des Tarifs

  • Steigende Beiträge (aller Kindertarife sind bis 18 ohne Rückstellungen gerechnet), geschätzt wird das Kind mit 18 ca. 12€/Monat zahlen
  • Gesundheitsprüfung bei Antragsaufnahme
  • #Privatkliniken nur eingeschränkt versichert

Die Nachteile sind im Vergleich nicht wirklich groß. Gerade das Thema Privatkliniken ist insofern unkritisch als dass Notfallbehandlungen diesem Ausschluss nicht unterliegen, denn das regelt der §28 III VVG für alle Privat(zusatz)versicherten so. Sollte also z. B. im Urlaub ein schwerer Unfall geschehen und das Kind zur Schlossklinik am Wörthersee müssen, wäre das versichert. Beschließen die Eltern absichtlich dorthin zu gehen, z. B. für eine geplante OP, dann müssen sie die Kosten selbst tragen. Aber es gibt kein Risiko, weil Privatkliniken bei geplanten Behandlungen darüber aufklären müssen, dass die Kostenübernahme nicht gesichert ist und eine Bestätigung im Vorfeld nötig ist. Es kann nicht passieren, dass Sie nichtsahnend eine horrende Rechnung untergeschoben bekommen.
Es empfiehlt sich dennoch immer vorher mit der Versicherung zu sprechen, um böse Überraschungen zu vermeiden.

Fazit

Für gesetzlich Versicherte, die ihren Kindern einen guten Schutz im Krankenhaus und bei OPs bieten möchten, ist das ein saustarkes Angebot. Und einen Vergleich muss der Tarif nicht scheuen. Wer also nicht direkt selbst abschließen mag, kann sich gerne einen Vergleich anfordern.

Mittwoch, 28. Juni 2017

Vergangenheitsbetrachtung: Wie viel wirft eine Lebensversicherung ab?

Heute mal eine Grafik aus der Vergangenheit. Wie haben wir eigentlich 2011 die Situation betrachtet? Im Grund genommen ganz realistisch. Spannend finde ich, dass die Profis damals von negativen Zinsen ausgegangen sind und auch deutlich früher gen null tendierten. Im Grunde stimmt es auch, denn die Versicherungen schaffen die leicht besseren Werte nur durch Bilanztricks.
Aber die nächste Novelle kommt ja schon... es bleibt spannend.

Frech, dass dennoch hohe Hochrechnungen erstellt wurden

Die Schweinerei ist ja, dass trotz bekannter, pessimistischer Szenarien die Gesellschaften ausnahmslos Hochrechnungen rausgegeben haben, die von ihren Werten höchstens Anfang des Jahrtausends vertretbar waren. Und heute? Die klassische Lebens- oder Rentenversicherung ist quasi tot, die neue Klassik soll das Vakum füllen. Im Prinzip der gleiche Mist, nur dass die Werte weniger schlecht sind, weil die Garantie erst endfällig greift. Als ob eine Garantie von 0,9% irgendeinen reelen Gegenwert darstellt. Schon im SoWi-LK hat der Lehrer erklärt, dass eine Garantie unter der Inflationsrate nur Geldvernichtung darstellt.



Wie hoch waren die Garantiezinsen der Vergangenheit?

 Witzig sind auch die Märchen über die Garantiezinsen. Ja, sie waren deutlich höher. Aber oft lagen auch diese unter der Inflationsrate. Hoffe diese Tabelle schafft Klarheit.

  • 01.1986 - 12.1987 3,00%
  • 01.1987 - 06.1994 3,50%
  • 07.1994 - 06.2000 4,00%
  • 07.2000 - 12.2003 3,25%
  • 01.2004 - 12.2006 2,75%
  • 01.2007 - 12.2011 2,25%
  • 01.2012 - 12.2014 1,75%
  • 01.2015 - 12.2016 1,25%
  • 01.2017 - heute     0,90% 

Quelle DAV

Montag, 26. Juni 2017

Update Vergleichsrechner

Die #Vergleichsrechner - dauerhaft rechts eingeblendete bzw. hier unten verlinkt - sind auf die aktuellen Software- und Tarifdetails erneuert worden. Jetzt kann wieder online verglichen und abgeschlossen werden.

Aber Achtung: Alleine Vergleichen ist was für sehr, sehr gut Informierte. Alle anderen sollten einen Berater bemühen. Kostet auch nicht mehr; eher weniger, wenn man die Zeitersparnis berücksichtigt.

Funktionsinvaliditätsrechner in Arbeit


Besonderheit: Vermutlich haben wir binnen der nächsten vier Wochen auch einen Rechner für Funktionsinvalidität online. Ein echtes Alternativprodukt, oft als Ersatz für eine #Berufsunfähigkeitsversicherung geeignet, wenn das Budget nicht passt oder die Gesundheitsdaten keine #Arbeitskraft-Vollkasko zulassen. Oder einfach, weil der Betroffene mehr Wert auf die Absicherung seines Körpers statt des Berufes legt. Heißt #Funktionsinvaliditätsversicherung. Wird aber meist #Multi-Rente genannt. Eine Omage an die Multi-Rente der #Janitos, welche damals (ich meine 2008) das erste Produkt dieser Art war.

Stay tuned! ;)

Die neuen online Versicherungsvergleichsrechner

Bank

[Kostenfreies Giro Konto]

[Kostenfreies Tagesgeld Konto]

[Vermögenspolice]

Gesundheit

[Auslandskrankenversicherung / Reisekrankenversicherung]

[Krankenkassen Vergleich]

[Private Krankenversicherung - Tarifcheck anfordern]

[Krankenversicherung Tier]

[Krankenversicherung Reisekrankenversicherung]

[Krebsschutzbrief der Würzburger Versicherung]

[Pflege-Bahr der Barmenia Versicherung - Staatlich geförderte Pflege **ohne** Gesundheitsprüfung]

Versicherung

[Haftpflicht Privathaftpflicht]

[Haftpflicht Tierhalter Hund / Hundehalterhaftpflicht]

[Haftpflicht Tierhalter Pferd / Pferdehalterhaftpflicht]

[Hausratversicherung]

[Kfz-Vergleich]

[Motorrad-Versicherung]

[Mietnomaden Versicherung]

[Rechtsschutz Gebäude und Mieter]

[Rechtsschutz Privat, Beruf und Verkehr]

[Rechtsschutz Verkehr]

[Risikolebensversicherung mit online-Gesundheitsprüfung]

[Sterbegeldversicherung **ohne** Gesundheitsprüfung (Barmenia)]

[Vermögenspolice]

[Vereinsversicherung für Vereinsvorstände - Angebotsanforderung]

[Wohngebäudeversicherung]

Wohnen

[DSL-Vergleich]

[Gas-Vergleich]

[Hausratversicherung]

[Mietnomaden Versicherung]

[Wohngebäudeversicherung]

[Strom-Vergleich]

Mittwoch, 21. Juni 2017

"Er ist wieder da", was klingt wie die Verfilmung des gleichnamigen Timur Vermes Roman, ist meine Botschaft an die Welt. Der Blog lebt wieder und wird mit neuen Inhalten gefüttert!

Es war länger still beim Versicherungskritiker, weil andere Projekte wie z. B. meine LARP-Firma Eysenwall e. K. Vorrang hatten. Da ich aber wieder hauptberuflich Finanzen mache, Versicherungen im speziellen, wird es auch wieder Infos geben. Ein wahrer Finanzzombie halt, wie die böse null von der DWS-Schulung. Dazu ein andern mal mehr!


Samstag, 27. September 2014

O2 hats vergeigt - Bis Dienstag ohne Mobilfunk

Mist, dank O2 bin ich bis Dienstag offline und ohne Mobilfunknummer. So lange bitte as Festnetz nutzen: 0221 1696 430

Danke für Ihr Verständnis!

Sonntag, 14. September 2014

Berichte und Urteile - Womit ich die letzten Wochen gelegentlich zu tun hatte


Sittenwidrige Überteuerung beim Immobilienkauf

Wie kommt man aus Kreditverpflichtung raus?
1. Mit Privatinsolvenz drohen, wenn die Bank bockig ist.
2. Liegt der Kaufpreis der Hütte beim über 14-fachen der Nettojahresmiete, darf man laut BGH von einer sittenwidrigen Überteuerung ausgehen. Mein Neukunde hatte ca. 23x-fache Nettojahresmiete gezahlt. Da geht was!

Lieber Thomas W. aus JÜ (ehemals DN), da dein Fall Ähnlichkeiten hat, bin ich mir sicher, dass wir auch hier was bewegen können. Wir sehen uns in zwei Wochen! :)

Risikolose Zinsen gibt es nicht - Erfolgreich einen Bank"berater abgemahnt"

Früher sprach man gerne vom risikolosen Zins obwohl es heute eher ein zinsloses Risiko ist. Dank der Geldentwertung (oft mit der Inflation verwechselt), verliert ein Sparbuch jedes Jahr an Wert. Die 0,4% die einem Vater meiner Mandanten angeboten wurden, sind ein schlechter Witz. Der junge Bänker hat doch tatsächlich von einer sicheren Rendite gesprochen, die sein Geld mehre. Leider sprechen Volkswirte in diesem Zusammenhang von einer Nominalwertillusion (=sieht nach mehr aus, ist aber leider weniger wert).
Ein Schreiben an den Filialleiter mit kurzer Bitte um Stellungnahme zwecks Veröffentlichung wurde abgelehnt. Unser Angebot auf Erstattung der Kosten für einen eben so sinnlosen Bausparer mit Verzicht auf die Stellungnahme oder weitere Anspruchsstellung schien ihm wohl die bessere/preisgünstigere Lösung.

Es hilft nachbohren, lassen Sie sich nicht verarschen. Niemand muss unnötige Zinsrisiken tragen, aber ein quasi Nullzins ist auch ein Risiko. Solche Produkte braucht niemand, denn sie vernichten Geld.

Kasse prüft länger als sechs Wochen = Automatisch Geld


Nicht direkt mein Fall aber von einem Kollegen für eine KH-Praxis vorgelegt bekommen und erfolgreiche gegen die AOK Rheinland verwendet. Achtung, es ging im u. g. Urteil um einen Streit bzgl. Kostenübernahme zwischen Träger und Kasse, das ist nicht 1:1 auf Verbraucher zu übertragen.


Dauern Prüfung der gesetzlichen Krankenkassen zur Erstattung länger als sechs Wochen, müssen sie auch für nicht erstattungsfähige Sachen aufkommen. Urteil des LSG Niedersachsen-Bremen mit dem Az L 1 KR 501/10 (Download Link).

Sonntag, 31. August 2014

Es ist so still, denn ich habe zu tun -> Neues Projekt "Spielzeug"

Falls Sie sich fragen warum hier zzt. nichts passiert, es liegt daran, dass ich viel, ja sehr viel zu tun habe. Mit einigen Kollegen gründen wir zzt. weitere Firmen, und haben etwas Zeitdruck, da wir zum 01.10.2014 an den Start gehen wollten. Es handelt sich um die Übernahme einer Firma, die Revitalisierung einer Firma sowie um ein zwei Neugründungen, welche alle unter einem Dach agieren sollen.
Als zukünftiger Gesellschafter & Geschäftsführer der GmbH & Co. KG schreibe ich zzt. die Satzung, die Verträge und ein Exposé, da wir ca. 300.000€ (Stand 08/2014) einsammeln müssen. Und speziell das Exposé frisst sehr viel Zeit, da nebst den korrekten Inhalten auch noch Formalia beachtet werden müssen. Aber versprochen: dafür wird das Ergebnis umso besser!

Was tun wir?


Was wir seit ca. 8 Jahren schon als Hobby & ehrenamtlich tun! Wir produzieren Spielzeug und veranstalten Events/Festivals/Urlaub in dem Zusammenhang. Was neu ist, wir werden industrieelle Standards einführen, wo bislang Handarbeit die Produktion dominiert hat. Und dafür bedarf es natürlich Maschinen, die nicht bei uns in den Kellern lagern. Nur um einen Ausblick zu geben: Der bisherige Marktführer schafft etwa 12 Spielzeuge am Tag. Wir schaffen bei höherer Qualität und gleichzeitig geringerem Preis einen Output von 300 am Tag. Und derartig krasse Gefälle ziehen sich durch die gesamte Unternehmung. Trotz oder gerade wegen 100% "Made in Germany" Qualität!

Wie kann man davon profitieren?


Wir suchen Geldgeber! Natürlich klopfen wir erst bei Banken an, doch aus meinen letzten zehn Jahren Erfahrung als Finanzdienstleister weiß ich um die mieserable Investitionsbereitschaft von Banken in gewissen Gewerbebereichen. Also bleibt nur der private Kapitalmarkt. Grundsätzlich wollen wir das Geld einsammeln und dabei den Investoren anbieten gewerblich zu investieren (also Gewerbeeinkünfte mit allen Verrechnungsmöglichkeiten) oder privat als Darlehensgeber (mit Abgeltungssteuer etc.). Der Bezug in Form von Naturalrenditen (also Ware statt Geld) soll dabei ebenfalls möglich sein.

Was bieten wir bald an?


Details und Investitionsangebote folgen, wenn sie sauber ausgearbeitet sind. Einen Ausblick möchte ich aber geben:

  • Anlage mit Ausschütten als Einkünfte aus Gewerbebetrieb oder wahlweise Kapitalerträgen
  • Steuerfreie Rendite in Form von Warenbezug statt Kapitalauszahlung
  • Kurze Laufzeit von drei Jahren (wobei wir nach max. zwei Jahren schon schuldenfrei sein wollen, aber sicher ist sicher!)
  • Die Möglichkeit bei neuen Geldeinwerbungen zu Vorzugskonditionen zu investieren
  • Wahrscheinlich (noch nicht ganz ausgearbeitet) die Möglichkeit einer dauerhaften Unternehmensbeteiligung
  • Teilbesicherung durch Zeitwert von Maschinen, Waren & Erzeugnissen
  • Eine Investition 100% "Made in Germany", die hier Arbeitsplätze sichert und zusätzliche Arbeit schafft
  • Ein ethisch korrektes Investment, da Spielzeug was toll ist!

Sie wollen mehr wissen oder gar direkt anlegen? Geduld, wir können nich mehr als jeden Tag arbeiten! Aber wir versprechen unser bestes zu geben und zeitnah Informationen raus zu geben.

Sonntag, 10. August 2014

Infinus Anleger - Nicht erhaltene Zinsen sind steuerpflichtig

Es tut mir leid, die Infinus Anleger sind schon ausreichend gebeutelt und da lese ich jetzt ein Urteil, was die Sache wohl noch schlimmer macht. Es geht nicht direkt um Infinus aber ich halte es für übertragbar, da die Infinus prinzipiell gleich vorging. Infinus Anleger könnten nebst Ihrem Verlust noch steuerliche Nachzahlungen fürchten müssen! Lesen Sie weiter!

Die Eckdaten des Urteils, falls Ihr Rechtsanwalt oder Steuerberater tätig werden will

Bundesfinanzhof vom 02.04.2014
Aktenzeichen VIII R 38/13
Vorschriften: § 173 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 der Abgabenordnung (AO), § 173 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 AO,
§ 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung, § 20 Abs. 1 Nr. 7 des
Einkommensteuergesetzes (EStG), § 173 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 AO, § 20 EStG, § 11
Abs. 1 EStG, § 11 Abs. 1 Satz 1 EStG, § 118 Abs. 2 FGO, § 118 Abs. 2 FGO

 

Potentielle, wenn auch fiktive Zahlungen aus Schneeballsystemen sind zu versteuern


Ein Anleger ist einem Betrüger aufgesessen und hat diesem über Jahre Geld gegeben, fiktive Zinsen erhalten und deshalb weiteres Geld nachgeschossen. Bis er irgendwann sein Geld wollte. Dann kamen diverse, teils wirklich absurde Vertröstungen, und der "Berater" wollte sich um seine Pflicht drücken. Aufschübe, Zusatzinsen von 25%, Krankheiten und allerlei obskures sollten den Anleger milde stimmen. Klappte aber nicht...

Der Anleger wollte sein Geld aber scheitert und durfte Strafe zahlen

Der Anleger war als Innenarchitekt tätig und hat angegeben Zinszahlungen von ca. 3.100€ erhalten zu haben, was lt. seinem Finanzgericht und dem Bundesfinanzhof (BFH) falsch war. Zwar hat der beklagte Anleger wirklich das Geld nie ausgezahlt bekommen aber es war in seinem Verfügungsbereich. Maßgeblich sei lt. BFH hier die Fähigkeit und der Wille des Schuldners zur Leistung. Der sei gegeben gewesen, denn in zahlreichen Mails und Verträgen wurde hier verhandelt. Die parallel laufende Insolvenz des Schuldners spielte für die Beurteilung keine zu würdigende Rolle, sofern zum Zeitpunkt der Zinsgutschrift die Möglichkeit einer Auszahlung bestanden hätte. W00t? Frei nach dem Motto "wärst Du dumme Kuh bloß früher ausgestiegen"... Die Anlegerin hätte härter versuchen können an Ihr Geld zu kommen, oder was?
Als Dankeschön wurden der Anlegerin für die Streiträume fiktive Zinsen in Höhe von ca. 110.000 DM zugerechnet. Deshalb ergingen Nachträge zu den Steuerbescheiden, wo empfindliche Nachzahlungen gefordert wurden. Zur strafrechtlichen Verfolgung kann ich nichts sagen aber ich vermute, dass diese auch eingeleitet wurde.

Die Argumentation ist schlüssig, die Unterstellung idiotisch


Obwohl der Schuldner insolvent wurde, denn der Großteil des Geldes wurde für die private Lebensführung verbraucht und nur ein Rest an Zinsen zur Lockung neuer Anleger ausgekehrt, wurde ihm Leistungsfähigkeit und -bereichtschaft unterstellt. Hier scheidet mein Verständnis leider komplett aus, denn beim Durchlesen des Urteils samt Vorgeschichte erschließt sich mir ein gänzlich anderes Bild. Besonders dreist: Der BFH gibt sogar zu, dass bei gleichzeitiger Auszahlung aller Anleger eine Bedienung nicht möglich wäre aber dies würde für den Einzefall keine Rolle spielen.
Ein Musterbeispiel wie der Staat seine Bürger abzockt, wenn es darum geht Steuern ein zu kassieren.

Zumal bei GmbH & Co KGs im Bereich geschlossene Fonds für Ausschüttungen eine andere Ansicht verfolgt wird. Meinem Verständnis nach ist das hier aber nicht groß anders, denn obwohl Zinsen und Ausschüttungen steuerlich unterschiedlich behandelt werden, ist der Zufluss (so er denn stattfindet) in beiden Fällen gleich zu beurteilen. Ob ich eine Ausschüttung aus der Substanz (also dem eingezahlten Kapital) entnehmen oder Zinsen aus der Anlagesumme, das kommt für mich aufs gleiche raus.

Was bedeutet das für Infinus Anleger?

Im Zweifel ein echtes Problem, denn die Infinus hat thesaurierende Produkte (d. h. die Zinsen werden angesammelt und mitverzinst statt ausgezahlt) aufgelegt. Und auch bei den ausschüttenden oder den rollierenden Kurzläufern der Orderschuldverschreibung (OSV) oder der Genussrechte waren im Folgeauftrag oft die direkte Wiederanlage ohne Überweisung an den Anleger möglich.
D. h. im Kern könnte Ihr örtliches Finanzgericht die fiktiven Zinsgutschriften der Infinus zur Steuer ran ziehen. Das wäre doppelt ärgerlich, denn eine Verlustverrechnung könnten Sie sich dann in die Haare schmieren.
Sprich Ihr Geld wäre weg und zusätzlich dürfen Sie fikive Zinseinnahmen versteuern. Fühlt sich für mich wie eine indirekte Nachschusspflicht durch den Staat an. Zugegeben, ein hässliches Szenario aber nach meinem Verständnis könnte es so kommen.
Ziehen Sie sich warm an, denn ich kann mir zzt. keine Lösung vorstellen um dieses Szenario zu umgehen. Falls jemand Hinweise oder Ideen hat, bin ich dankbar dafür. Gerne empfehle ich Ihnen einen RA oder StB, mehr kann ich aber nicht tun.

Das Urteil in Volltext folgt nach dem u. g. Link.

Donnerstag, 7. August 2014

Der Ferrari als Dienstwagen geht nur beschränkt - BMW & Mercedes unproblematisch

Was passiert, wenn ein Tierarzt einen VW Van als Dienstwagen hat und sich einen Ferrarir gönnt, nur um mit dem Dingen ca. 4K km im Jahr zu fahren? Und davon der Löwenanteil nur für Wartung und sonstige Pflichtfahrten. Wenn man >300.000€ Einnahmen (nach Praxiskosten) hat, dann kann man ja auch mal versuchen die ca. 30.000€ Kosten vom Ferrarir bei der Steuer geltend zu machen, oder nicht?

Nein, das geht so nicht, nur beschränkt abzugsfähig


Das zuständige Finanzamt wollte man "armen" Tierarzt gar nichts anerkennen obwohl er sauber Fahrtenbuch geführt hat und alles penibelst dokumentiert wurde. Als stritt er weiter,  bis der Bundesfinanzhof (BFH) ein Urteil fällte, welches zum Teil zu seinen Gunsten war. Die Eckdaten des Urteils:

Gericht: Bundesfinanzhof
Urteil vom: 29.04.2014
Aktenzeichen: VIII R 20/12
Vorschriften: § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 7 EStG, § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 7 des Einkommensteuergesetzes (EStG), § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 4 EStG, § 4 Abs. 5 Satz 2 EStG, § 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO)
Eingestellt am: 07.08.2014

Die verkürzte Begründung ging von GMV und Vergleichen aus

Grundsätzlich ist es abzuwägen was als kaufmännisch akzeptabel zu gelten hat. Nun hat jeder aber die freie Wahl, was er kauft. Bei 300K Einkommen darf man einen Ferrarir durchaus als akzeptabel betrachten, aber nicht für einen Tierarzt, der schon ein Auto hatte und zusätzlich einen halb so teuren Porsche fuhr. Es wurde dem sog. "notwendigen Privatvermögen" zugeordnet, denn betriebliche Anlässe waren nicht begründbar.
Wg. freier Wahl, und da es andere Luxuskarrossen gibt, durfte er 2€/km ansetzen, was lt. BFH der Vergleichswert für BMW und Mercedes ist. Das sei angemessene Oberklasse, alles darüber hinaus sei nicht begründbar.
Ironie an der Sache: Mit dem Porsche gab es solchen Ärger nicht!

Was heißt das für uns Normalsterbliche?

Ist der Wagen im Rahmen des Einkommens angemessen, gibt es keinen Ärger. Ein deutscher Porsche ist lt. BFH Richter anscheinend weniger Wert als ein italienischer Ferrari, denn da wurde die 2€ Begrenzung nicht aufgeführt, dürfte aber hoffentlich trotzdem gelten.
Wenn Sie BMW oder Mercedes fahren, Audi dürfte analog gelten, machen Sie weniger falsch. Und mal ehrlich, mir will doch keiner sagen, dass er bei diesen Marken keine schönen Spielzeuge findet. Aber gut, vlt. verstehe ich die Welt der Superreichen nicht, schließlich bin ich ja auch ein ganzes Stück von 300.000€ Jahreseinkommen entfernt. Mist, muss mein alter 5er BMW wohl noch eine Zeit lang durchhalten... Der ist ja auch in der Versicherung billiger. ;)
Im Fazit also: Wer wie bescheuert Geld für unnötig bonzige Karren ausgibt, der muss sich nicht wundern, dass er dafür abgestraft wird.

Sie finden unter dem Link "weitere Informationen" das komplette Urteil. Aber Achtung, ein ganz schöner Schinken.

Dienstag, 29. Juli 2014

Bin im Urlaub - Rückkehr am 05.08.2014

Seit einer Woche bin ich im Urlaub, weshalb man mich nur eingeschränkt erreicht. Die Post wird nachträglich bearbeitet, Anrufe bitte auf Mobilfunk oder den AB.

Falls es jemand wissen will, beim Drachenfest (nachdem ich schon auf dem Zeit der Legenden war) und auf sonstigen Veranstaltungen gebe ich mir eine Woche Sonne, Bier und auf die Fresse. Das sieht dann in etwa so aus:


Jaja, LARP ist was für Spinner aber ich bin gerne ein Spinner. Und hey, es gibt hier Geld zu verdienen, da ich versicherungstechnischen Unfug hier klären muss. Die hessische Bauverordnung ist dankenswert einfach, aber wer auf die Idee kommt 9m hohe Bannerstangen versichern zu wollen... veranstaltet auch LARPs. ;)

Montag, 21. Juli 2014

Tarifoptimierung nach 204 VVG - Eingeschnappte Blödmänner braucht das Land... nicht

Eigentlich waren die Vorschläge des Tarifoptimierers nicht so schlecht. Sie waren zwar eher einkommensmaximiert aber dennoch hätte der Versicherungsnehmer (VN) bei der Allianz Private Krankenversicherung (APKV) ein halbwegs gutes Geschäft machen können, schlechter als heute hätte er sich kaum gestellt.
Der VN und der Tarifoptimierer haben sich wohl nicht einigen können. Der VN mag aufbrausend sein (alter GGF aus dem Handwerk) aber ist alles andere als dumm. Deswegen wollte er vom Tarifoptimierer nicht mehr betreut werden und wandte sich an meinen Kollegen Carsten, welcher mich wegen der Krankenversicherung eingeschaltet hat.

Und die Moral von der Geschicht... kommt noch


Der Tarifoptimierer hat dem VN Mist erzählt, ein paar der Aussagen waren einfach falsch. Und an anderen Stellen wurden bewußt (?) wichtige Informationen ausgelassen. Wie man sonst auf die Idee kommen kann jemanden von einen 3,5x GOÄ Tarif in einen 2,3x GOÄ zu bringen ohne das zu dokumentieren und vor allem erklären erschließt sich mir nicht. Achja, der Start-Tarif der APKV ist billiger, das gibt mehr Honorar. Da war doch was...
In Summe bleibt fest zu halten, dass der Tarfoptimierer eine lückenhafte Beratung abgeliefert hat, weil der VN zu vielen Punkten einfach nicht befragt wurde. Vermutlich, weil die Verkaufs optimierte Software VOLZ (die per se nicht schlecht ist) nicht genug in die Tiefe geht und damit gut Tarifwechsel beraten zu können.
Es gibt Alternativen, die wurden dem VN gar nicht vorgestellt. Was macht man also als unzufriedener VN? Man wechselt den Berater, was hier irgendwie eine hässliche Entwicklung nimmt.

Das Unheil nimmt seinen Lauf


Flux einen Maklerauftrag vom VN bekommen, darauf hin bei der Gesellschaft Angebote angefordert und dem Tarifoptimierer den Maklerauftrag sowie seine Honorarvereinbarunge gekündigt. Damit wäre alles klar aber das Tarifoptimierer-Arschloch will mir und dem Kunden ja blöd kommen. Also in absteigender Reihenfolge was passiert ist.

Der VN kündigt vor meinem Maklervertrag eigenständig Mandat, Vertrag und Vergütungsvereinbarung am 15.04.2014 (Originaltext in kursiv)




Widerruf Maklerauftrag
Widerruf Vermittlungsvereinbarung/Vergütungsvereinbarung

Sehr geehrter Herr XX,

an einer weiteren Betreuung durch Sie bin ich nicht interessiert, weshalb ich den o. g. Auftrag per sofort beende.

Auch die Vergütungsvereinbarung widerrufe ich, Sie darauf aufmerksam machend, dass diese keine ordentliche Rechtsbelehrung über den Widerruf beinhaltet.

Bitte sehen Sie von weiterem Kontakt gegenüber meiner Person ab. Gleichwohl wünsche ich Ihnen allen erdenklichen Erfolg, geschäftlich wie privat.


Die Allianz bestätigt die Kündigung des Fremdmaklers am 23.06.2014


Text aus Platzgründen nicht eingefügt.

Der Makler antwortet dem VN diesen Mist am 30.06.2014 (Originaltext in kursiv)


Sehr geehrter Herr XX,



vielen Dank für die Rückmeldung, die ich gerne z. Kenntnis genommen habe und hiermit bestätige.



Ich möchte Sie nur vorsorglich und höfflich darauf aufmerksam machen, dass unsere Vereinbarung für die von uns recherchierten Vorschläge 24 Monate gilt!



Hier noch mal der Text:



Nimmt der Kunde innerhalb der nächsten 24 Monate eine Einsparmöglichkeit in Anspruch, die durch den Makler Lukas ICHBINEINEINGESCHNAPPTERTROTTEL recherchiert wurde, so erhält der Makler vom Kunden die Einsparungen (alter Monatsbeitrag abzüglich neuen Monatsbeitrags) der ersten 8 Monate.



Bitte haben Sie Verständnis, dass wir bei Vertragsbruch ohne Ankündigung rechtliche Schritte einleiten.

 

Mit freundlichen Grüßen



Konsequenz, ich lasse mir die Unterlagen von dem Hammel geben (Erhalt 16.07.2014)  und löse das für den VN am 18.07.2014 mit einem Brief

Die ursprüngliche Honorarvereinbarung, obwohl anders betitelt