Freitag, 5. November 2010

Wie die Geliebte den Versicherungsschutz vernichtet...

Liebe Leser, Sie möchten gerne eine Geschichte aus dem Leben hören? In Ordnung:

Es war einmal ein Abteilungsleiter eines großen DAX Unternehmens aus Deutschland. Der fuhr mit seinem sündhaft teuren Sportwagen nach la bella Italia - Italien, das Land der gesunden, mediterranen Küche.
An Bord war massenhaft Geld und eine Geliebte um dieses aus zu geben. Leider sollte eine nasse Fahrbahn den Wagen ins Schleudern bringen. Es krachte, der Schaden war unmerklich. Die Carabineros wurden eben so wenig gerufen wie die Policia, war ja nichts...
Denkste, von wegen! Zurück in Deutschland stellte die Werkstatt Schäden von 17480€ fest, der Geschädigte reichte deshalb den Schaden zur Regulierung bei seiner Versicherung ein. Unfallbogen erhalten, alles ausgefüllt und die Unterlagen zurück geschickt, die Geliebte fehlte bei den Angaben. Als hätte es die Versicherung gerochen, kam ein erneuter Anhörungsbogen mit erneuter Frage nach Zeugen. Kleinlaut gab der Sünder (haha, wie doppeldeutig) zu, dass er seine Geliebte dabei hatte. Er habe es nicht angegeben, weil er verheiratet ist und zwei Kinder mit seiner Frau hat. Anmerkung der Redaktion, über Kinder mit anderen Frauen stand nichts im Bericht. Er wollte seine Ehe nicht gefährden und hatte Angst, darum hatte er die Geliebte ursprünglich verschwiegen.

Wer kommt für den Schaden auf?

Tage vergingen, es erfolgte keine Zahlung. Der Versicherer weigerte sich, warum kann sich wohl jeder denken. Nein, keine moralischen Gründe, die kennen Versicherer nicht... oder eher selten. Ne, der Blödmann hat gegen seine Aufklärungs- und Mitwirkungspflichten verstoßen.
Also ab ans LG Dortmund (LG Dortmund, 23.04.2010 - 22 O 171/08) und Klage eingereicht. Schlappe Nummer eins! Schön finde ich das Urteil, ein Zitat:
"Nach Ansicht der Richter am LG Dortmund könne auch die Tatsache, dass der Versicherungsnehmer seine Geliebte deshalb nicht als Zeugin angegeben hat, um zu verhindern, dass seine Ehefrau von seiner Liebschaft erfuhr, nicht als Entlastung dienen. Denn es sei nicht ersichtlich, dass das Aufklärungsinteresse der Assekuranz hinter dem Interesse des Versicherungsnehmers, seine Beziehungen störungsfrei zu koordinieren, zurücktreten müsste, so die Richter abschließend."
Soso, das Aufklärungsinteresse der Assekuranz darf nicht der störungsfreien Koordination seiner Beziehungsinteressen hinten an stehen. Irgendwie logisch.

Rechtsmittel noch möglich

Es geht aber weiter, denn man könnte ja Revision (Berufung, kA da ich kein Jurist bin) einlegen. Die Rechter merkten leicht sarkastisch an, ob der Kläger es denn für klug hielte angesichts der Situation öffentlich Staub auf zu wirbeln... ich hoffe demnächst weiter über ihn berichten zu können! :D

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