Mittwoch, 1. Dezember 2010

Mieser Artikel, man sollte sich nicht alles bieten lassen

Tja liebe Leser, heute poltere ich gegen einen Autor, welche gestern über Waschmaschinen, heute über Finanzen und morgen über schwedische Enten berichtet... so zumindest schein es. Unten ist der Link über den Artikel "Sparen, sparen..." usw. zu finden, eine selten schlechte Pro Story für die Riester- Rente.
Eigentlich ja positiv, dass nicht jeder Riester gleich verteufelt, aber erbärmlich schlecht umgesetzt. Lesen Sie den Ursprungsartikel ruhig selbst und sagen Sie mir
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Sehr geehrte Damen und Herren,


zum Artikel "Sparen, sparen, sparen - und an die Kosten denken" erbitte ich mir zu folgenden Punkten eine Stellungnahme:

Warum sind Banken mit rabattierten Angeboten per se besser als Versicherungen, wieso werden Kapitalanlagegesellschaften gar nicht erwähnt?
Derartige Aussagen sind, besonders wegen dem vom Autor erwähnten zeitlichen Vorteil, mehr als fragwürdig. Seine angenommene, langfristige Rendite von 5% ist mit reinen Banksparplänen nicht zu erreichen.

Wenn er schon Aktienfonds erwähnt und Kosten als Entscheidungskriterium zu Grunde legt, warum erwähnt er hier nicht die kostengünstigen ETFs im Vergleich zu verwalteten Fonds?

Das generelle anraten die staatlichen Zusprüch immer in Anspruch zu nehmen deutet auf mangelnde Kenntnis der Materie. Pauschalaussagen sind im Bereich der Ruhestandsplanung grundsätzlich gefährlich, da es sich um Einzelfallkonstellationen handelt. Beispiele:
Dem japanischen, türkischen oder russischen Arbeitnehmer, welcher klar angibt seinen Ruhestand in seine Heimat verbringen zu wollen, würde der Autor ernsthaft eine Riester- Rente anraten? Grob fahrlässig, denn die Prüfung ob eine ungeförderte Vorsorge nicht günstiger ist als Riester exkl. Zulagen muss im Einzelfall gerechnet werden.
Dem Geringverdiener, welcher mit Zulagenrente und staatlicher Rente noch unter der Existenzsicherung bleibt, würde er eine Riester- Rente anraten? Er schreibt ja es sei steuerfrei, entscheidender ist jedoch die Frage ob seine Zulagenrente nicht angerechnet wird, dann war die Sparleistung für umsonst. Seine pro Argument ist in seinem Fall ein contra Argument, jedoch verzerrt dargestellt.

Die Aussage auf den pauschalen Nutzen von Zulagen im Vergleich zur nachgelagerten Besteuerung ist sachlich falsch, wenn keine Nachsteuerrendite etc. (nach heutigem Maßstab) berechnet wird. Dies erfordert den massiven Einsatz von Fachwissen! Wie soll der Laie das alleine leisten, zumal er nicht einmal transparenten Zugang zu allen notwendigen Informationsquellen bekommt? Welcher Laie kann den Unterschied zwischen einem zwei- Topf und drei- Topf Hybrid im Vergleich zu einem statischen Hybrid erklären, geschweige denn die Renditeunterschiede berechnen? Oder den vielen anderen Möglichkeiten der Geldanlage?

Mit welch unvergleichlicher Arroganz rät der Autor dem Laien sich in Eigenregie um Themen zu kümmern, welche CFPs und andere in über einem Jahrzehnt Fortbildung hart erlernen? Wie begründet er den irrwitzigen Vorschlag, wenn offensichtlich sein sollte, dass eine mathematisch korrekte Entscheidung ohne Hilfe vermutlich keinen 1% der deutschen Bevölkerung gelingen würde?

Hätte der Autor sich für den Einsatz kompetenter Berater ausgesprochen sowie der intensiven Prüfung durch den Verbraucher, gerne. Auch durch mehrere Makler statt Agenten, gerne. Aber die indirekte Degradierung einer ganzen Berufsgruppe mit Aufforderung zur nahezu unmöglichen Eigenleistung ist Ihres sonst so kompetenten Magazins unwürdig!

Mit freundlichen Grüßen

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