Mittwoch, 23. März 2011

Japan Desaster und Versicherungen - Was tun?

Über Eck wurde eine Anfrage an mich rangetragen von jemandem, welche als Deutscher in Japan für eine deutsche Firma eingesetzt ist, ein sogennanter Expatriat (kurz Expat).

Er und seine Familien wollen nach Deutschland zurück, natürlich am liebsten sofort. Der Arbeitgeber wird vermutlich mitspielen, da die örtlichen Versorgungsketten kollabiert sind und teilweise kein Strom vorhanden ist, an Arbeit wäre kaum zu denken.

Jetzt zu den Problemen: Gilt (1.) deutsches oder (2.) japanisches Recht?

Zu (1.):
Wegen des deutsch- japanischen Sozialversicherungsabkommens besteht die Renten- und Arbeitslosenversicherung nach deutschem Recht. Der Rest bleibt wie hier, wobei japanische Versicherungen parallel bestehen können. Das große Problem der Krankenversicherung bleibt!

zu (2.):
Es gilt japanisches Recht, theoretisch hätte er mit deutschen Versicherungen nichts zu tun. Aber: Die Krankenversicherung wird eine japanische bzw. eine private Krankenversicherung (Expat Tarife) sein. Bei der Rückkehr nach Deutschland könnte er also nur in die Kasse, wenn er eine Anwartschaft auf eine deutsche Kasse abgeschlossen hätte. Hat er aber nicht und aufgrund des Einkommens (über der JAEG) ist er auch nicht sozialversicherungspflichtig, ergo muss er für sich, die Frau und die beiden Kinder jeweils eine eigene private Krankenversicherung abschließen.
Bitter, denn aufgrund von Vorerkrankungen werden hier über 1000€ Beitrag je Monat fällig. Ein klarer Beratungsfehler, welcher für den Vermittler noch bittere Konsequenzen haben wird.

Sie kennen Menschen, welche ins Ausland (egal ob Japan oder woanders) gehen oder von dort kommen? Gut, lassen Sie die Angelegenheit prüfen!

Kommentare:

  1. Sehr schöner Blog! Kompliment für die interessanten Posts. :-)

    Was ist denn zu dem hier erwähnten 2. Problem geworden? Würde hier mein Veto einlegen. Wie man der Problembeschreibung entnehmen kann, war der Mandant nebst Familie vor Ausreise aus D in der GKV versichert. Dementsprechend wird er, trotz fehlender Anwartschaft, dort auch wieder aufgenommen. Eine Auslandskrankenversicherung ist nicht mit einer PKV zu verwechseln.
    Hier die entsprechende Klarstellung:
    http://www.vdek.com/versicherte/Mitgliedschafts-Beitragsrecht/versicherungspflichtohne/nichtversicherte_auslandsversicherung.pdf

    Oder habe ich den Sachverhalt doch falsch verstanden?

    VG
    Christian Zöllner

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  2. Hallo Christian,

    schön wieder von dir zu hören. Grundsätzlich hast Du Recht, aber er war vorher PKV Versicherter. Und nach seiner Rückkehr verdient er weiterhin über der JAEG, weshalb ihm kein erneutes Wahlrecht zusteht, da er es schon damals gem. §9 SGB V i. V. m. §188 II SGB V verwirkt hat.

    War kein Weltuntergang, denn er war hier neuerlich versicherbar. Wir gehen aber den alten Berater an, denn der hat schlicht gepennt! Monatlicher Beitragsnachteil ca. 110€, das macht schon eine ziemlich teure Schadensumme...

    Grüße
    Walter Benda

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