Montag, 14. März 2011

Schadensersatzpflicht bei falschen Renditeprognosen

Ein Ehepaar zeichnete 1997 für 75.000 DM (38.300€) Anteile an einem geschlossenen Immobilienfonds (R.-N.I. Nr. 5 GbR), finanziert durch einen Bankkredit. Mit verschiedenen Modellrechnungen demonstrierte der Vermittler, dass ab dem dritten Jahr Mieterhöhungen von über drei Prozent realistisch seien.

Der BGH entschied, dass der Vermittler für falsche Renditeprognosen der von ihm verkauften Wertpapiere haften muss. Die Modellrechnungen legten 38.300 Euro zu Grunde, angelegt wurden aber nur 29.400 Euro, da der Rest durch ca. 20% Kosten verschlungen wurde. Der BGH verurteile den Vermittler.

Selbst nach zehn Jahren hätten die Eheleute noch nicht Ihr eingezahltes Geld zurück. Diesen Mangel bei der Kalkulation hätte der Vermittler aufdecken und anzeigen müssen. Das Urteil erging am 17.02.2011 unter dem Aktenzeichen III ZR 144/10.

Meinung des Autors zum Thema:
Heute ist sowas zum Glück nicht mehr möglich, da bei dem Konstrukt geschlossener Immobilienfonds keine Kreditkosten mehr steuerlich geltend gemacht werden können. Auch wenn es mir Leid tut, Gier frisst Hirn und bei derart nebulösen Anlagen sollte jeder skeptisch werden. Wer bekommt denn bitte jedes (!) Jahr eine Mieterhöhung von über 3%? Und dann noch eine Anlage auf Kreditbasis kaufen ohne selbst mal zu rechnen...

Natürlich geht sowas und gelegentlich haben auch wir Mandanten Wohneinheiten auf Kreditbasis als Kapitalanlageobjekt verkauft. Aber meist haben wir nur 1% Mietsteigerung eingerechnet sowie keine Wertsteigerung des Objekts. Anders als bei Fonds hat hier eine Falschkalkulation nicht nur einen Wertverlust sondern zusätzliche Schulden zur Folge!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen