Donnerstag, 21. April 2011

Krankentagegeldversicherung muss auch bei Kündigung weiterzahlen

Eine ex Bankvorstand hatte für den Krankheitsfall eine Krankentagegeldversicherung (KTG) über 225€ ab dem 43. Tag abgeschlossen. Nach zwei Jahren wurde von der Staatsanwaltschaft wegen Geldwäsche ermittelt, er wurde von der Arbeit freigestellt. Zwei Wochen später diagnostizierte der Arzt Depressionen. Drei Monate später kündigte ihn die Bank.

Der Versicherer hat erst gezahlt, dann verweigert

Der Versicherer zahlte zuerst aufgrund eines psychiatrischen Gutachtens, stellt die Zahlung aber ein. Der ex Vorstand sei berufs- statt arbeitsunfähig, durch die Kündigung sei die Versicherungsgrundlage entfallen und er hätte trotz Depression arbeiten können.

92.000€ für den ex Vorstand

Das OLG Köln folgte dem nicht, ca. 92.000€ muss der Versicherer jetzt zahlen. Die Richter lehnten alle Gründe ab, da dem Vorstand keine Erwerbsunwilligkeit nachgewiesen werden konnte. Auch eine Kündigung vor Beginn der Zahlung (= Karenzzeit), darf kein Verweigerungsgrund der Versicherung sein.

Meinung des Autors zum Thema:
OLG Köln, Urteil v. 24.11.2010, 5 U 160/07
Mal davon ab, dass es dem Vorstand - den ich über ein paar Ecken kenn - vermutlich finanziell nicht schlecht ging, geht es hier doch ums Prinzip. Ein guter Präzedenzfall für jene, welche sich keine derartige Klage leisten können.

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