Sonntag, 19. Juni 2011

2,4 Millionen Dollar

2,4 Millionen Dollar Einkommen pro Stunde gefällig? Kein Problem, machen Sie es wie dieser Mann. Hedge- Fonds Manager John Paulson hat im vergangenen Jahr mit seinen Investments - böse Zungen würden von Spekulationen sprechen - einen Gewinn von 2,4 Millionen Dollar die Stunde gemacht.

Nicht unsympathischer Glückspilz
Warum Glückspilz?

Mal ehrlich, abgesehen davon dass derartige Gewinne schon pervers sind - der Mann verdient mehr als manche Länder (!) - sie sind garantiert nicht das Resultat "harter" Arbeit. Spekulationen machten den Mann reich. Reicher.

Abgebrühter Zocker

Alle sprechen immer nur über die wenigen, welche es "geschafft" haben. Guckt man sich die Zehntausenden an, welche gescheitert sind und ständig scheitern, kann man nur noch von Glück sprechen. Survivor bias könnte man das hier nennen, auch wenn es mehr im übertragenden Sinne ist.

Wie war es hier?
Der Mann wettete gegen den neuen Markt und gewann, ein finanzieller Grundstock war gelegt. Er wettete gegen subprimes (also die faulen Kredite) und sollte gewinnen. Gleichzeitig wettete er den möglichen Gewinn - er hatte bislang noch nicht gewonnen - auf fallende Immobilienpreise und hebelte das ganze indem er auf eine Niedrigzinspolitik der USA hoffte. Er sollte gewinnen. Gleichzeitig hat er für und wieder bestimmte Banken & Staaten gewettet, er gewann. Dieses Geld sollte in Gold angelegt werden, bevor die Hausse kam und absehbar war. Auch hier gewann er.

Genie? Vielleicht, dumm wird er nicht sein. Glück? Wohl eher, denn niemand kann derartige Bewegungen treffsicher voraus sagen.

Und was ist das Schlimme?

Haben Sie sich mal gefragt was denn Gewinn bei Finanzdienstleistungen bedeutet? Er hat keine realen, anfassbaren Werte geschaffen. Schlimmer noch, er entzieht der Volkswirtschaft Geld. Nachweislich ist für soziale Gerechtigkeit eine gerechte Verteilung von Einkommen und Vermögen notwendig.
Ehrlich, finden Sie 2,4 Millionen Dollar die Stunde gerecht?

Erfolg oder Glück?

Wenn Sie glauben, dass es kein Glück war, nur zu. Sein Depot ist zu großen Teilen öffentlich, weil er seine Transaktionen der amerikanischen Börsenaufsicht melden muss. Schauen Sie es nach und kopieren Sie es, ich bin gespannt ob er nächstes Jahr immer noch state of the art ist oder ein anderer Glückspilz... äh Leistungserbringer oben steht.
Lassen Sie es sich auf der Zunge zergehen, der Typ hat mehr verdient als ein Dax Unternehmen wie Siemens. Geschaffen hat er aber nicht mal im Ansatz so viel, verkehrte Welt!

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