Donnerstag, 30. Juni 2011

Mehrkosten für Kassenmitglieder- Abschaffung der Familienversicherung diskutiert

Die Familienversicherung der Kassen sei ungerecht, da Einzelverdiener gegenüber Doppelverdienern bevorteilt sind. Eine Pauschale von 126€ je Monat für alle Hausfrauen und -männer brächte eine Beitragsentlastung von 0,7%. Trotzdem müssen sich Kassenmitglieder auf steigende Beiträge einstellen.

Was soll das? Erstmal sollte man gucken, dass alle Kinder gleichen Schutz genießen können, der unabhängig vom Geldbeutel der Eltern ist. Dann darf man auch gerne jedem Erwachsenen was abknöpfen. Dass Kinder ein Segen für die Sozialversicherung sowie die Gesellschaft als Ganzes sind, wird hier einfach unter den Teppich gekehrt, sollte es aber nicht!


100 Milliarden Verlust weisen die Sozialversicherungen durch versicherungsfremde Leistungen aus. Beispielsweise 93 Milliarden für höhere DDR Renten durch höhere Anrechnungen derer Arbeitszeit. Die Abschaffung dieser "Schmutzelemente" könnte laut Prof. Raffelhüschen den Rentenbeitrag um 1,5% senken und 60 Milliarden sparen.

Klingt erstmal gut. Ist ja auch logisch, nehme ich einem Teil was weg und lege es auf alle um, sparen alle etwas. Außer denen die etwas verloren haben, da ists ein Kuhhandel. Mit der Relation der höheren Ost- Renten kann ich im Vergleich leben, denn Arbeitslosigkeit war im Wirtschaftswunder West kein Thema, die Diskussion ist also sehr neidgetrieben.

Der oben genannten Position von Wirtschaftsweise Raffelhüschen sowie den Arbeitgeber Verbänden steht die SPD kritisch gegenüber. Laut ihr ist durch ein Steuersplitting kein Arbeitsanreiz für Ehepartner gegeben. Nur ein höherer Mindestlohn würde mehr Sozialversicherungsbeiträge einbringen.

Hier zeigt sich wieder die Idiotie mancher Politiker! Natürlich waren Steuern schon immer ein Grund viel zu verdienen, denn nur wer viel verdient kann überhaupt Steuern zahlen. Aber das verkennen die Betrüger in Anzügen ja sehr gerne, Steuern zahlen muss man da eh nicht.
Ich will mal wissen wie man in Billiglohnsegment (z. B. Feldarbeit) wo man gegen Maschinen konkuriert mit Mindestlohn überhaupt noch Konkurrenzfähig sein soll. Der Schlüssel für Verdienst lag nie in stumpfer Muskulatur sondern im Köpfchen diese Gewinn bringend ein zu setzen. Sprich Qualifikation und die Chance auf mehr ist notwendig. Kein Bauer stellt Erntehelfer für 8€/ Stunde ein!

Meinung des Autors zum Thema:
Es mag hart klingen, aber so lange Kinder weiterhin kostenfrei mitversichert sind, kann ich trotz schmerzlicher Einbuße, die Argumentation verstehen. Und da der Arbeitgeber Beitrag eingefroren ist, wäre das mal eine reine Arbeitnehmer Entlastung. Wenn denn alles so käme wie von der Politik versprochen... wenn.
Das mit dem Steuersplitting ist aufgrund progressiver Steuerstaffel einfach nicht richtig so. Das Steuersplitting verschiebt (ganz grob betrachtet) doch nur die Grenze ab wann und wie hoch eine Steuer (voraus) zu zahlen ist. Selbst in den untersten Einkommensschichten wirkt sich das kaum aus, das ist plumpe Sackgassenrethorik, denn beim Stichwort Steuern schaltet der Deutsche sein Hirn aus. Braucht er ja auch nicht, er will ja Mindestlohn für Dummheit...

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