Freitag, 22. Juli 2011

Keine Kündigung eines Arbeitnehmers wegen eines Romans

Ein Arbeitnehmer bot den Kollegen sein Buch "Wer die Hölle fürchtet, kennt das Büro nicht" zum Kauf an. Wegen beleidigender, ausländerfeindlicher und sexistischer Äußerungen fühlten sich einige Kollegen angegriffen, weshalb die Arbeitgeberin ihn mit Zustimmung des Betriebsrats kündigte.

Klischees aus der Realität

Das Buch bedient Klischees. Türkin Fatma nutze die deutsche Sprache "krass" und hätte ein schäumendes Temperament, während Ihr Intellekt diametral zur Körbchengröße stünde. Der Kollege Hannes konsumiere Rauschmittel jeder Art und der Junior-Chef Horst würde seine Lakaien statt selbst zu sprechen.

Klage wegen ungeschickter Äußerung der Arbeitgeberin abgewiesen

Einige Kollegen wie Horst und Fatma existieren wirklich in der Firma. Laut Arbeitgeberin sei das Buch aber ganz klar überspitzelt, deshalb gab das Landesarbeitsgericht Hamm der Klage des Arbeitnehmers statt. Die künstlerische Freiheit gemäß Artikel 5 III Grundgesetz überwiegt gegen den Bürofrieden.

Meinung des Autors zum Thema:
Vielleicht ist es gemein, womöglich unangebracht, aber für den Mut sowie die Kreativität erntet der Autor meinen Respekt!
Urteil AG Hamm v. 17.7.2011: 13 Sa 436/11

Der Bezug zu Versicherungen ist einfach, eine Rechtsschutzversicherung hätte hier geholfen. Generell zahlt man bei Arbeitskämpfen die erste Instanz selbst, doch auch das können schon beträchtliche Kosten sein, welche man durch eine Versicherung abfangen kann.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen