Montag, 29. August 2011

Central Krankenversicherung - Wie eine Versicherung vor Drückern und Versagern in die Knie geht

Die Krankenvollversicherung (PKV) hat laut Central keine Zukunft, die Bürgerversicherung sei unausweichlich, weshalb man sich intern darauf einstelle. Künftig sollen Zusatzversicherungen das Geschäft ankurbeln. So die offizielle Begründung...

Was indes hinter den Kulissen geschieht

Man gibt hinter vorgehaltener Hand zu sich mit den Billigtarifen verspekuliert zu haben. Das Wachstum war zu teuer, agressesive Abwerbung sowie hohe Provisionen haben ihren PReis, die Beiträge werden um bis zu 20% steigen. Leider auch für den Bestand, welche solidarisch für die schlechte Geschäftspolitik einstehen darf.

Für Makler wird die Versicherung laut eigenem Verständnis uninteressant, von den 70 Betreuern im Maklervertrieb wird deshalb auch kaum jemand bleiben. Es sei aber noch nichts entscheiden.
Die Vorstandsetage wird halbiert, rausgeworfen werden der Betriebswirt sowie die Mathematikerin. Die beiden anderen bleiben.
Die 600 angestellten Außendienstler sollen woanders reingepresst werden, zur Generali nach München oder der Deutschen Vermögensberatung (DVAG), der Drückertruppe von Hr. Pohl. Laut diesem sei der Außendienst zu ineffizieten, was in seiner Wertewelt so viel heißt wie "Die Central Vertreter haben zu viel beraten und zu wenig verkauft!". Schöne neue Welt...


Und auf Deutsch?
Der Drecksladen aus Köln hat sich mit Billigsttarifen, welche Leistungen unterhalb des Kassenniveaus boten, einfach schlechte Kunden eingekauft, da zahlungsunwillig oder gar -unfähig. Die Versorgung muss die Versicherung trotzdem übernehmen, kein lohnendes Geschäft.
Geiz ist geil funktioniert nunmal nicht. Man kann keine gute Leistung für kurz- sowie langfristig stabile Beiträge kaufen, das wiederspricht jedweder mathematischer Logik. Ob deshalb die einzigen beiden Vorstände mit Zahlenverständnis gegangen wurden, ein Schelm wer Böses denkt...

Und für die Versicherten?
Die Central sollte mal einen Schluck ihrer eigenen Medizin kosten. Damals warb sie mit "Wechsle, wer kann". Das sollten die ihren Versicherten auch diesmal wieder empfehlen. Nur geht dir Reise diesmal zum Mitbewerber.

Spekulation
Jetzt da der Billigheimer nicht mehr ganz oben in den Vergleichsportalen steht, gibt es einen neuen Kanditen, welchen diese Entwicklung treffen dürfte: HanseMerkur.
Die HanseMerkur bietet mit ihrer KVE sowie KVG Reihe Dreckstarif, die Leistungen sind schlecht, ein Pendant zu den KEH bzw. V3 Reihen der Central. Jetzt werden die ganz oben in den Rankings stehen, mal schauen was dann folgt...

Falls ein kluger Kollege jetzt fragt warum ich keine AXA mit ihrer Vision Reihe aufliste, ganz einfach, mit diesen Selbstbehalten entsteht dem Versicherer erstmal kein Zahlungsproblem. Mag ja sein, dass Nichtzahler Akut- sowie Schmerzbehandlung erstattet bekommen müssen, aber dafür müssten sie ja erstmal die teils derben Selbstbehalte überschreiten.

Kommentare:

  1. Das teure an den Nichtzahlern ist, dass die PKV weiterhin die Altersrückstellungen bilden muss. Die machen häufig 30-40% der Beiträge aus. Wenn der Kunde nicht zahlt, muss die PKV Eigenmittel dafür aufwenden.

    AntwortenLöschen
  2. Stimmt, auch eines der vielen Probleme. Wobei ich mich frage ob es wirklich die größte Rolle spielt, da die Kosten für Akut- & Schmerzbehandlung erstmal höher sein dürften als der Anteil am Kollektiv der Altersrückstellungen. Zumal in den Billigtarife oft eine brutale Unterkalkulation herrscht. Habe da ne Excel Tabelle von einem Aktuar bekommen, bei Bedarf schicke ich sie dir mal zu, deine Mail habe ich janoch. ;)

    AntwortenLöschen