Montag, 15. August 2011

Sport: Bei bösem Foul droht Schadenersatz

Sport Teilnehmer unterliegen eigentlich einem stillschweigenden Haftungsverzicht, weshalb kein Schadensersatz verlangt werden kann. Ein American Football Spieler klagte, weil der gegnerische Linebacker mit abgesenktem Helm ihm frontal in die Beine sprang, wodurch eine schwere Knieverletzung folgte.

Über die Strenge geschlagen

Der Beklagte führte an, dass es ein gefährlicher Sport sei. Alle Beteiligten wüssten, dass es zu schweren Verletzungen kommen könne. Das Landgericht Kiel verurteile den Beklagten, da er nach dem Pfiff des Unparteiischen mit dem Foul grob gegen die Regeln der sportlichen Fairness verstößt.

Wegen erhöhter Gefahr muss man sich nicht alles bieten lassen!

Eine erhöhte Gefahr ist gegeben, doch wurde mit Überschreiten der elementaren Verhaltensregeln die "gesunde Härte" überschritten. Der Abpfiff spielt hierbei keine Rolle, da der Kläger aufs brutalste zu Fall gebracht wurde. Schmerzensgeld- und Schadensersatzansprüche seinen dann zu erwarten.

Meinung des Autors zum Thema:
Urteil des Landgerichts Kiel vom 4.02.11: Az.: 9 O 53/09
Ich bin gespalten!
Eigentlich bin ich ein Freund von Opferschutz statt Täterschutz. Da wir uns hier aber im privaten Bereich bewegen und das Urteil grundsätzlichen Charakter hat, kann das schnell auf anderen Sport übertragen werden. Bin gespannt wann der erste von uns nach dem sonntäglichen Kicken klagt...

Andererseits, wer kann es einem verübeln?

Nehmen wir an ein selbstständiger Baugutachter wird so beim Fußball gefoult, dass er ca. 3 Monate nicht arbeiten kann. Da er keine Abnahmen und Prüfungen vornehmen kann, hat er mehrere Monate Einkommensverlust, ggf. sogar darüber hinaus, falls er Bestandskunden verliert etc. Wenn er jetzt noch Frau und Kinder sowie eine Immobilienfinanzierung laufen hat, könnte man ihm verdenken, dass er eine Lösung sucht und dabei über Klagen nachdenkt?

Und die Haftpflichtversicherung?

Was die Angelegenheit deliziös macht, ist dass die Privathaftpflichtversicherung (pHV) der meisten Leute derartige Schäden vermutlich nicht übernehmen würden. Risikosport ist oft ausgeschlossen, bei manchem Vertrag gibt es noch Abzüge bei grober Fahrlässigkeit und bei einigen werden Fouls sogar als Vorsatz gewertet und sind damit gar nicht abgesichert!
Wenn Sie Sport treiben, sollten Sie unbedingt mit Ihrem Berater darüber sprechen, denn oft sind selbst übliche Sportarten wie Karate, Kickboxen, Bergsteigen nicht oder nur eingeschränkt versichert!

Sie haben keinen Berater? Dann fragen Sie doch uns!

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