Sonntag, 18. September 2011

ETFs oder aktiv gemanagte Fonds?

Komplizierte Frage, darum soll es heute nur um offenkundige Idiotie gehen.

Eine Benchmark ist ein Vergleichswert, dem sich ein Manager stellt bzw. stellen sollte. ETFs sind sog. Indexfonds, welche möglichst exakt (meist computergesteuert) einen Index (z. B. den DAX, die 30 größten deutschen Aktienwerte) nachbaut. Ein Index wird in der Regel als Benchmark zu Vergleichszwecken zu Grunde gelegt.
Seit es also ETFs gibt, gibt es keinen Grund mehr für aktive Manager, welche einen Index nachbilden wollen. Das ist schlicht und ergreifend Unfug, denn der ETF macht das gleiche für deutlich weniger Gebühren. Meine persönliche Quadratur der Scheiße lachte mir deshalb in einem Depot eines Volksbank Kunden entgegen.

UniEuroStoxx 50-net-A
WKN 989797
ISIN LU0096427496
TER 1,67%


O-Ton aus den Fondsrichtlinien:
Ziel der Anlagepolitik des UniEuroSTOXX 50 (der „Fonds“) ist es, unter Beachtung der Risikostreuung eine Wertentwicklung zu erreichen, die zu einem Vermögenszuwachs führt. Das Fondsvermögen wird grundsätzlich in den 50 Einzelwerten des Aktienindex Dow Jones EURO STOXX 50 angelegt, wobei jedoch bei den Einzelwerten von der Gewichtung des Index abgewichen werden kann. Eventuellen Änderungen bei der Zusammensetzung des Index wird die Verwaltungsgesellschaft innerhalb einer angemessenen Frist Rechnung tragen.

Auf Deutsch:
Der Manager kauft einfach nur was im o. g. Index drin ist und behauptet durch andere prozentuale Aufteilung besser zu sein als der Rest. Bekannte Story...

Dumm nur, dass man z. B. den u. g. ETF von comstage kaufen kann, welche einfach nur den Index abbildet aber deutlich günstiger ist.

comstage ETF EuroStoxx 50
ETF050
LU0378434079
TER 0,10%

O-Ton aus den Fondsrichtlinien:
Das Anlageziel des Fonds besteht darin, den Anlegern einen Ertrag zukommen zu lassen, der an die Wertentwicklung des Dow Jones EURO STOXX 50 (R) Index (Performance Index) (ISIN EU0009658152) anknüpft. Hierzu wird der Fonds in erster Linie in übertragbare Wertpapiere investieren und zudem derivative Techniken einsetzen, wie zum Beispiel mit einem Swap-Kontrahenten zu marktüblichen Bedingungen ausgehandelte Index-Swaps.

Fazit:
Beide Fonds haben ungefähr das gleiche Ziel, nur dass der Manager von Union Investment dafür unverschämte 1,57% mehr pro Jahr möchte. Und so viel Alpha (also Mehrrendite) zu anderen Fonds hat noch nie ein Manager langfristig bieten können. Also doch nur heiße Luft...

Kaufen Sie keine zu teuren Produkte! Aktives Management kann in Sonderfällen lohnen aber kaum für regulierte Märkte wie dem Euroraum. Da es aber selten so einfach ist die Unterschiede zu erkennen, fragen Sie Ihren Berater. Sollten Sie keinen haben, fragen Sie uns!

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