Donnerstag, 22. September 2011

Kassenvorstände können bald fristlos entlassen werden

Krankenkassen sind öffentlich-rechtliche Körperschaften unter staatlicher Aufsicht. Wenn ein Kassenvorstand gegen seine Pflichten verstößt, sendet das Bundesversicherungsamt (BVA) einen förmlichen Verpflichtungsbescheid. Erst bei Zuwiderhandlung erfolgt ein Kampf durch alle rechtlichen Instanzen, was dauert...

Nicht zeitgemäßer Schutz des Chefs

Dieses Vorgehen ist ein Relikt des letzten Jahrhunderts, denn heute herrscht Wettbewerbsdruck. Kassen führen längst keine rein sozialen Aufträge mehr durch sondern sind Gewinn orientiert. Das BVA benötigt mehr und vor allem schnellere Kontrollrechte.
Das Gesetz zur Verbesserung der Versorgungsstrukturen in der gesetzlichen Krankenversicherung erlaubt deshalb bald den Rauswurf eines Kassenvorstands nach grobem Pflichtverstoß.

Keine Chance für soziale Brandstifter

Der Rauswurf soll fristlos und ohne Gegenklage erfolgen, wenn der Verwaltungsrat der Kasse untätig ist. Als Grund wurde unter anderem dass Abwimmeln der City BKK Mitglieder aufgeführt.
Die Vorstände befürchten Einschüchterungen sowie Karrierenachteile, da ein ständiges Berufsverbot drohten würde. Achja? Wie schlecht muss es einem Menschen doch gehen, wenn er an der Spitze der Nahrungskette steht und befürchtet von dort vertrieben zu werden. Ist bestimmt viel schlimmer als unten täglich ums Überleben zu kämpfen...

Meinung des Autors zum Thema:Eigentlich bin ich ein Fan von Gleichheit für alle, denn auch Kassenvorstände sind nur Menschen. Wenn aber der Verwaltungsrat, der den Vorstand wählt und kontrolliert sowie anders herum, nichts tut, dann müssen leider härtere Maßnahmen her. Vetternwirtschaft zu Lasten der Allgemeinheit geht nicht! Außerdem haben wir ja immer noch zu viele Kassen, da schadet etwas Bewegung sicherlich nicht.
Ob es etwas bringt werden wir sehen, aber zumindest die "Da kann ich nichts machen Mentalität" sollte aufhören. Denn wenn der Chef keine Steine zum Rollen bringen kann, wer dann?

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