Sonntag, 4. März 2012

Die Zeitschrift Euro hat die Berufsunfähigkeitsversicherung getestet

Leider nur sehr oberflächlich! Es geht um den BU Test aus Heft 03/2012, es fehlen wichtige Punkte. Und weil es mich geärgert hat, habe ich erneut einen Leserbrief verfasst. Die letzten wurden auch schon abgedruckt und unzufriedenstellend beantwortet, warten wir mal die Antwort hier ab.

Und ja, ich habe die Artikel vorrätig und werde sie scannen, bitte etwas Geduld, danke!


Leserbrief an die Euro Redaktion wegen Kritiken an dem BU Test


Sehr geehrte Damen und Herren,


als langjähriger Leser Ihrer Zeitschrift freue ich mich über gute Informationen. Mir ist aber unklar warum Sie bei dem BU- Test folgende, für Kunden in der Praxis sehr wichtige Punkte Punkte außen vor lassen: Umorganisation bei Angestellten, Verkürzter Prognosezeitraum, Verzicht auf §19 VVG, Fahrlässige Verstöße im Straßenverkehr?


Auch die teils absurden Überschusskalkulationen (z. B. HUK24, Asstel, LV1871, WWK etc.) der Bruttobeiträge beim Sofortrabatt von über 100% der Nettoprämie sollten Sie kommentieren, denn diese wird nicht dauerhaft haltbar sein, wie man an den etablierten Versicherern sieht! Eine Ergänzung des Tests wäre wünschenswert, denn niemand kauft ein Auto nur anhand des Kaufpreises sondern auch anhand der Folgekosten und Ausstattungsmerkmale. Dafür sind aber mehr Angaben notwendig, das Thema ist zu komplex für derartige Vereinfachungen!


Sie dürfen den Leserbrief bei Bedarf auch abdrucken. Mit der Bitte um Antwort, verbleibe ich mfG.


Freundlicher Gruß
Walter Benda

Letztlich war der Test nicht schlecht, nur suggeriert er, dass mit einer einfachen Rennliste eine Beratung zu ersetzen wäre, was einfach falsch ist.

Umorganisation bei Angestellten

Vereinfacht ausgedrückt sagen die Versicherungsbedingungen, dass ohne Verzicht bzw. Konkretisierung dieser Klausel der Versicherer einreden darf, dass es theoretisch (!) möglich wäre einen Arbeitsplatz für den Erwerbgsgeschädigten ein zu richten. Das Problem ist das kleine Wort theoretisch, denn die Wahrscheinlichkeit einer betriebsbedingten Kündigung - findige Anwälte haben immer kreative Vorschläge für Ihre Mandanten - ist wesentlich höher, als dass Ihr Arbeitgeber für teuer Geld einen behindertengerechten Arbeitsplatz einrichtet.

Kündigung und neu anlernen ist günstiger als Geschädigte zu beschäftigen

Heißt in der Praxis, Sie werden in den meisten Fällen gegangen werden, da es unwirtschaftlich ist Sie zu halten. Selbstredend trifft dies mehr auf körperliche statt auf geistige Leiden zu, doch nehmen wir an Sie müssen regelmäßig Außendienst Termine wahrnehmen. Ein Fahrzeugumbau mit Lift und behindertengerechter Schaltung etc. kostet ca. 25.000€, Folgekosten und sonstiger Aufwand nicht mit eingerechnet. Wenn Sie also nicht gerade der Vertriebsleiter sind ist zweifelhaft ob der Arbeitgeber diese Mühen auf sich nehmen wird. Möglich dass er es tut, schöner wäre aber, wenn diese Klausel direkt zu Ihren Gunsten klar geregelt oder gänzlich gestrichen ist, nicht wahr?

Anonymisierte Praxisfälle, wo das ein Problem war:

  • Ein Abteilungsleiter (34 Jahre) Papiergroßhandel konnte aufgrund Ski- Unfalls nicht mehr Auto fahren - Kündigung.
  • Der Human Resources Leiter (51 Jahre) einer Versicherung (haha, welch Ironie!) konnte wegen schwerer Athrose seine Team Building Veranstaltungen nicht mehr durchführen - Alternative Job Reduzierung mit Gehaltseinbuße oder Kündigung.
  • Die Verkäuferin (41 Jahre) in einem Supermarkt konnte wg. viralen Infekts (ähnliche Wirkung wie Muskelschwund) sich weder bücken noch schwere Lasten heben. Da sie aber nicht nur an der Kasse eingesetzt werden konnte, die strengen Pläne des Unternehmens boten keine derartige Flexibilität, blieb nur die Kündigung.
  • Ein ziviler Angestellter (29 Jahre) der Luftwaffe konnte seine Tätigkeit (Kontrolle der Anlagen und Systeme) aufgrund von übermäßigem Verschleiß (ehemaliger Leistungssportler) nicht mehr ausüben. Die Bundeswehr hat ihn umdisponiert, seine Zulagen entfallen und die Karriere ist im Arsch. Der Versicherer muss nicht zahlen. Besser als eine Kündigung, hier ein DU-Verfahren (da öD), aber schlechter als die versicherten 1.200€ jeden Monat.
Sie kennen bestimmt auch bei sich Beispiele. Stellen Sie sich einfach vor wie Ihre Arbeit nach einem Leistungsfall nicht sein soll und fragen Sie sich ob der Versicherer Ihnen das dann zumuten dürfen darf? Nein? Dann kontaktieren Sie uns jetzt!

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