Sonntag, 25. März 2012

MLP = Mächtig lügende Penner

Eigentlich ist MLP die Abkürzung für einen Finanzdienstleister aus Heidelberg, benannt nach seinen Gründern. Grundsätzlich halte ich MLP für den besten organisierten großen Mitbewerber, trotzdem aber nicht für einen guten Marktteilnehmer. Ein Zitat aus dem u. g. Artikel von portfolio-international (23.03.2012) sollte dies verdeutlichen:

"...
Passend zum wieder aufgeflammten Schlagabtausch in Sachen Honorarberatung hat nun die Finanzdienstleistungs-Gesellschaft MLP einen Schritt in Richtung Honorar­beratung gemacht. „Die Vermögensberatung wird bei MLP künftig mit einem jährlichen Entgelt von 1,2 Prozent plus Mehrwertsteuer vergütet“, sagte der Produktvorstand des Unternehmens, Manfred Bauer, Mitte Februar in einem Presseinterview. Das Entgelt bezieht sich auf das betreute Depotvolumen. Bei „größeren Vermögen“ könne die Gebühr gestaffelt auf 0,8 Prozent sinken. Dazu kommen laut MLP bei einem Anlageabschluss marktübliche Ausgabeaufschläge. Die Vertriebsfolgeprovisionen, die sogenannten Kick-backs, erhalten Neukunden in diesem Modell bei einem Abschluss erstattet. Bestandskunden können in dieses Modell wechseln. Mit diesem Ansatz bietet das Finanzunternehmen bei der Betreuung von Kundenvermögen neben dem sonst üblichen Provisionsvertrieb eine der möglichen Formen der Honorarberatung an. In diesem Modell bezahlen die MLP-Kunden für die Beratungsleistung keinen zuvor festgelegten Pauschalbetrag oder Stundensatz, sondern einen bestimmten Anteil entsprechend der Höhe des Depotvermögens. Dies ist eine von mehreren Möglichkeiten zur Vergütung der Honorarberatung, die die Beteiligten für eine künftige gesetzliche Grundlage diskutieren.
..."

Wollen die mich verarschen? Nein, die wollen Sie verarschen!

Ich weiß nicht ob Reporter neuerdings (?) genau so dumm sind wie die meisten "Berater", aber die u. g. Sachverhalte kann man auch ohne Fachwissen verstehen. Warum hier nicht, ist mir ein Rätsel...

Die MLP Kunden haben vorher keine Kickbacks zurück bekommen aber auch keine jährliche Verwaltungsgebühr (fee) bezahlt. Die Kickbacks sind KLEINER als die jährlichen 1,428% (inkl. MwSt.), d. h. das der Kunde zahlt jetzt mehr als vorher, bekommt das aber als Honorarberatung verkauft.
Auf Deutsch: Der MLP Kunde hat jetzt einen garantierten Kostenblock dazu bekommen um vielleicht eventuelle Kickbacks zu erhalten, welche in ihrer Höhe auch kleiner sind als der Kostenblock und obendrein nicht garantiert.
Geile Kiste! Derart dreiste ABZOCKE kenne ich sonst nur von Gebrauchtwagenhändlern, wobei ich selbst da mehr Skrupel als bei MLP erwarte.

Das "Honorarmodell" ist keines und viel zu teuer!

Eine Provision ist eine der größe der Anlage geschuldete Entlohnung, welche einem Erfolg geschuldet ist. Ein Honorar ist eine pauschalisierte Größe, welche einen Erfolg schuldet.
Wenn ich jetzt eine jährliche Verwaltungsvergütung nehme, welche sich ausschließlich nach der Größe richtet, dann kombiniere ich das Schlechteste aus zwei Welten. Denn der Berater bekommt sein Geld egal wie viel er macht oder wie gut bzw. schlecht. Vorher hat er also sehr viel umgeschichtet, weil er jedes Mal am Ausgabeaufschlag (Agio) mitverdiente. Jetzt ist es immer noch so, bloß dass seine Faulheit jetzt auch noch mit zusätzlichem Honorar belohnt wird...

Echter Kundennutzen geht anders!

Wenn man derartige Pauschalen vereinbart, dann sollten folgende Bedingungen erfüllt werden, da sonst der Kunde draufzahlt:
  1. Vereinbarung einer dynamischen High Watermark sowie einer hurdle rate, d. h. der Berater verdient erst sein Honorar, wenn er einen bestimmten Erfolg bringt. Durch die dynamische Grenze muss er auch langfristige Gewinne bringen, sonst arbeitet er für umsonst. Die Dynamik ist wichtig, da er sonst auf die Idee kommen könnte zu spekulativ an zu legen.
  2. 100% Rabatt auf den Ausgabeauschlag oder nur mit ETFs handeln. Nur dann könnte er wirklich ständig handeln, da dieser Kostenblock ihn nicht bremst. Wegen der Abgeltungssteuer ist trotzdem ein MLP Märchen.
  3. Die jährliche Entlohnung als Fixkosten zwingt den Vermittler automatisch riskanter an zu legen, denn er muss das Ziel zuzüglich seiner Kosten erwirtschaften! D. h. die gleiche Anlage bei ihm ist automatische riskanter als woanders. Schon mal drüber nachgedacht?
  4. Empfehlung von kostengünstigen Anleihen und Aktien statt nur Investmentfonds, was MLP Vermittler (es sind KEINE Berater!) weder können noch dürfen. Ob es dran liegen mag, dass es hier keine versteckten Provisionen gibt...
  5. Da laufende Verwaltungskosten der teuerste Block sind, sollte der Berater auch die Auswirkungen eines passiven Ansatzes aufzeigen. Leider bringt der nur einen Bruchteil der Kohle, weshalb ich nicht glaube, dass es mehr als eine Hand voll Leute tun...
Um es mal direkt zu formulieren. Ich habe nicht einen einzigen Kunden, denn ich nach dem o. g. MLP Modell abzocke. Da gibt es klügere Lösungen. Wenn Sie wissen wollen wie und wo, dann kontaktieren Sie uns am besten jetzt. Rechts ist das Kontaktformular, einfach drücken!

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