Donnerstag, 12. April 2012

BU // KTG - „Foul“ ohne Folgen

Ein Amateurfußballer zog sich im Kampf um den Ball einen Bruch von Schien- und Wadenbein zu. Er behauptete, sein Gegner habe ihn grob gefoult und verklagte ihn auf Schadensersatz. Der SchieRi erteilte keine Strafe. Eine Schadensersatzpficht begründet sich aber nur, wenn außerhalb der geltenden Regeln roh
gespielt wird, d.h. der Gegner rücksichtslos oder absichtlich verletzt wird.

Die Klage des verletzten Fußballers wurde in letzter Instanz abgewiesen (BGH, Az. VI ZR 296/08), da die Bewertung des Zweikampfs durch den SchieRi besonderse Gewicht hat, geht es ja um die konkrete Auslegung der Regeln.

Nur ein grober Regelverstosss begründet eine Schadensersatzpflicht


Eine Haftpfichtversicherung beim angeblichen Unfallverursacher ändert an den Maßstäben nichts. Sie ist trotzdem sinnvoll, da sie die Abwehr unberechtigter Schäden übernimmt. Bei einem berechtigten Anspruch wäre sie auch eingesprungen. Aber fast wichtiger als die Befriedigung ist die Rechtssicherheit auf Kosten des Versicherers.
Im Profi Fußball laufen übrigens häufiger Klageandrohungen, welche mit einem Vergleich enden. Sie können sich vorstellen, dass der Ausfall eines Profispielers aufgrund von Foul nicht ohne Murren hingenommen wird.

Haftpflicht zahlt bei Sportunfällen oft nicht


Im privaten ist es das Gleiche, nur wird das Risiko leider unterschätzt. Ein Kölner Versicherer ist da übrigens besonders zimperlich, die AXA.
Ich selbst habe vor vier Jahren einen Unfall erlebt, wo die AXA als Versicherer des Schädigers nicht zahlen wollte und es zur Prozessierung kam. Sie können sich vorstellen, dass meinem Kollegen das äußerst unangenehm war? Sport wird bei der AXA eben anders ausgelegt, ein Glück dass NICHT ich ihn mit diesem Vertrag reingelegt habe...

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