Samstag, 16. Juni 2012

"Die Euro-Titanic hat den Eisberg gerammt", O-Ton des britischen Politikers Nigel Farage

Der gute Herr Farage scheint nicht ganz dumm zu sein. Und mutig obendrein, denn er hat bei der EU mal ein wenig auf den Putz gehauen. Sollten Sie kein Englisch verstehen, sehr schade, unten finden Sie aber die deutsche Übersetzung seiner Rede. Die EU is not amused... ;)



Deutsche Übersetzung von Nigel Farage, Mitglied der britischen United Kingdom Independence Party (UKIP); Rede vor dem Europäischen Parlament, am 13. Juni 2012: 

 „Einer mehr beißt ins Gras. Land Nummer vier, Spanien, wird gerettet. Und wir alle wissen natürlich, es wird nicht das letzte sein. Ich habe mich am Wochenende nur gefragt, ob ich irgendetwas nicht verstanden habe. Denn der spanische Ministerpräsident, Mr. Rajoy, trat vor die Öffentlichkeit und sagte, dieser Bail-out zeige, wie erfolgreich die Euro-Zone sei. 

Nachdem er in den letzten beiden Wochen noch erzählt hat, dass es keinen Bail-out geben werde, habe ich nun das Gefühl, dass er nach all dem Hin und Her der inkompetenteste Führungspolitiker in Gesamt-Europa ist. Und das bedeutet schon etwas. Denn es gibt hier harte Konkurrenz. Jede einzelne Prognose von ihnen, Mr. Barroso, war falsch. Und lieber Herman Van Rompuy, er ist auf der Flucht, oder? Denn das letzte Mal, als er hier war, hat er uns erklärt, dass wir den Wendepunkt erreicht hätten und dass die Euro-Krise vorüber sei. Seitdem hat er sich hier nicht mehr blicken lassen. 

 Ich erinnere mich noch, als wir vor zehn Jahren hier saßen und den Start des Lissabon-Vertrages verfolgt haben. Uns wurde gesagt, dass wir mit dem Euro bis zum Jahr 2010 Vollbeschäftigung erreichen würden und dass die Euro-Zone zum weltweiten Machtzentrum in Sachen Wettbewerb und Wirtschaftsdynamik aufsteige. Welches Kriterium sie auch anlegen, der Euro hat versagt. Und er entwickelt sich zum Desaster. 

Dieser Deal macht die Dinge schlimmer, nicht besser. 100 Milliarden Euro werden genommen, um das spanische Bankensystem zu stützen. Und 20 Prozent davon, muss von Italien kommen. Gemäß diesem Vertrag müssen die Italiener den spanischen Banken das Geld für 3 Prozent leihen. Aber um das zu bekommen, müssen sie es selbst am Markt für 7 Prozent leihen. Ist das nicht genial? Das ist wirklich brillant. Was tun wir also mit diesem Paket? Wir treiben Länder wie Italien dazu, selbst ein Rettungsfall zu werden. Außerdem erhöhen wird die spanischen Staatsschulden um weitere 10 Prozent. Und das kann ich ihnen sagen, jeder Bankanalyst weiß, dass 100 Milliarden das spanische Problem nicht lösen werden. Dazu sind eher 400 Milliarden erforderlich. 

Und mit Griechenland am Rande des Euro-Ausstiegs, droht eine weitere Gefahr. Wenn Griechenland den Euro verlässt, dann ist die Europäische Zentralbank pleite, dann ist sie weg. Sie besitzt Risiken im Wert von 444 Milliarden Euro gegenüber den geretteten Ländern. Um das zu berichtigen, brauchen wir einen Cash-Nachschuss von Irland, Spanien, Portugal, Griechenland und Italien, sie können es selbst weiter ergänzen. Das ist totales Scheitern auf ganzer Linie. Dieses Schiff, die Euro-Titanic hat nun den Eisberg gerammt und trauriger Weise gibt es schlichtweg nicht genügend Rettungsbote.“

Kommentare:

  1. Herr Farage hat schon viele vorausschauende Kommentare abgegeben. Die EU-Titanic sinkt und wer sich nicht schleunigst auf ein Rettungsboot begibt, für den wird es ein eiskaltes Erwachen geben, wenn die Musik aufhört zu spielen.
    Letzter Rettungsversuch ist das "ESM Päckchen" um auch das restliche Geld aus den deutschen Sparer und Steuerzahlern heraus zu holen. Das sind spannende Zeiten in der wir Leben dürfen.

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  2. Stimmt, nur wird über derartige Dinge leider viel zu wenig berichtet. Jaja, die Sache mit den/m "Nach"-richten.

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