Montag, 13. August 2012

Unisex Countdown - Manche Versicherungen lügen wie gedruckt

Axel Kleinlein ist Vorstand des BdV (Bund der Versicherten) und Versicherungsaktuar, hauptsächlich ist sein Job aber der Einsatz im Verbraucherschutz. Dazu gab er jetzt ein Interview im Manager Magazin (mm), aus dem ich zwei Passasgen kopieren mag, weil Sie die Wahrheit schön transportieren:

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mm: Manche Versicherer sind bereits mit Unisex-Tarifen auf dem Markt, etwa bei Berufsunfähigkeitspolicen. Ein großer Versicherer behauptet, für Männer habe er die Preise stabil gehalten, teilweise sogar gesenkt. Zugleich sparten Frauen gegenüber den alten Bisex-Tarifen bis zu 20 Prozent. Kann so eine Rechnung aufgehen?
Kleinlein: Das ist versicherungsmathematischer Unfug. Das kann aus aktuarieller Sicht ein Unternehmen nur dann machen, wenn es jetzt überhöhte Preise ansetzt und ab nächstem Jahr auf einen Teil der Kosten verzichtet, um damit die Verteuerung durch den Unisex auszugleichen.
mm: Was sollte der Verbraucher jetzt tun?
Kleinlein: Der Verbraucher sollte kühlen Kopf bewahren und zunächst prüfen, ob er noch Absicherungsbedarf hat. Wenn dem so ist, sollte er mit Hilfe eines unabhängigen Beraters ermitteln, welcher Tarif zu ihm passt und ob dieser auch wirklich günstig ist. Erst ganz am Schluss des Entscheidungsprozesses sollte dann die Frage stehen, wie man mit dem dräuenden Unisex umgeht. Man sollte sich also keinesfalls nur mit dem Hinweis auf Unisex in einen Abschluss treiben lassen. Was nützt einem Kunden der beste Unisex- oder Bisex-Vertrag, wenn er ihn schlicht nicht braucht?
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Alles wird teurer!

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mm: Es scheint so, als ob die Kalkulation von Unisex-Tarifen nicht nur schwieriger ist, sondern die Intransparenz womöglich auch noch vergrößert. Ist dem so?
Kleinlein: Ja, das ist leider so. Wir können auch nicht ernsthaft hoffen, dass die Versicherer jetzt ihre Produkte gerechter kalkulieren werden. Ich erwarte vielmehr, dass die Risiko- und Kostengewinne in der Lebens- und Rentenversicherung tendenziell spürbar steigen werden. Und diese Gewinne müssen die Unternehmen ja nur zu einem Teil wieder an die Kunden ausschütten. Der Rest verbleibt beim Unternehmen oder landet bei den Aktionären. Unisex wird also weniger zu gerechteren Tarifen führen als vielmehr zu höheren Gewinnen für die Unternehmen. Wie üblich geht das dann zu Lasten der Kunden.
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(Über-) Staatliche Regulierung bringt hier mal wieder nur Ärger


Ich würde ja gerne was ergänzen, aber Hr. Kleinlein bringt es schon gut auf den Punkt. Für die meisten bedeutet unisex leider nur eins, es geht ins Geld. Was also dem Vermittler damit zwingend mehr Provision gibt, ist für den Verbraucher mal wieder eine bitte Kröte, die es zu schlucken gilt...
Also doch der Aufruf sich noch die homogene (es gibt kein bisex!) Tarife zu sichern? Vielleicht, fragen Sie an, denn fragen kostet Sie erstmal nichts. Oder anders ausgedrückt, wenn Sie jetzt an der Beratung sparen, haben Sie lange nicht mehr so teuer gespart! Also jetzt rechts anklicken!

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