Donnerstag, 18. Oktober 2012

Wenn aus Manuel die Manuela wird

Nein, erneut kein Witz. Einige der Leser kennen mich ja mittlerweile persönlich und wissen, dass ich einen nicht ganz unerheblichen Teil Kunden aus dem horizontalen Gewerbe, also dem Rotlichtsektor habe. Sind sehr gute und zuverlässige Kunden, die einem Beschiss nicht nur mit Untreue sondern auch Knochenbrüchen danken würden. Könnte erklären warum so viele von denen gar nicht in Beratung sind. ;)

Manuela wäre teurer als Manuel


Also gut, da hat der Manuel damals eine private Krankenversicherung abschlossen, natürlich nicht als Mannequin oder mit seinen anderen Einkünften. Ist egal, hat ja geklappt, wo auch die Bestreitung des Lebensunterhalts.
Leider hatte Manuel irgendwann von seinem Leben genug und beschloss, natürlich nach Ausgieben Ausflügen in die Welt der crossdresse, DWTs oder Klinikerotik - wer weiß um was es sich hier handelt, sollte sich ernsthafte Gedanken machen ! - , dass er sich in die Manuela verwandeln will. Ein paar gute Chirugen und ca. 6.000€ später war es dann so weit. Und eines schwöre ich Ihnen, liebe Mitmänner, Ihnen vergeht erst die Lust an Manuela, wenn Sie die Vorgeschichte zum Ergebnis kennen... ja, das Resultat lässt sich wirklich sehen.

Die Krankenversicherungen will keine Geschlechtsumwandlungen bezahlen


Verständlich oder? Schließlich geht es ja um idR vermeidbare Ausgaben. Dumm nur, dass der Tarif keine Krankenhaus Meldung zur Auflage hatte, so konnte Manuel, künftig Manuela genannt, unbescholten die OP durchführen lassen.
Auf jeden Fall kam hier raus, dass er... äh sie ja jetzt eine Frau (?) ist. Ich stelle mir grad den Gesichtsausdruck der Sachbearbeiterin vor, wenn Herr Manuela XX schreibt und wochenlang darauf besteht, dass er also sie jetzt eine sie und kein er ist. Naja, bis die Leistungsabteilung sagt, dass sie wirklich eine sie geworden ist, also im medizinischen Sinne.
Also zahlt die Versicherung zähneknirschend. Mürrig wie sie sind, denn Schadenregulierer sollen eher abwenden als aufwenden, fanden sie aber eine gute Idee die künftigen Problem zu lösen. Da man die Manuela nicht kündigen konnte, der Krankenhausaufenthalt war nicht meldepflichtig und das Geschlecht stimmt(e mal), wollte man den Beitrag anpassen. Frauen sind ja bekannter maßen kostenintensiver in der Krankenversicherung, zahlen also bis Jahresende auch höhere Beiträge. Und das wollte man auch der Manuela zumuten, höhere Beiträge weil sie ja jetzt eine Frau ist...

Manuela und der BGH spielen aber nicht mit


Die Manuela wollte sich wehren und zog erfolgreich durch alle Instanzen bis zum Bundesgerichtshof (BGH). Am 09.05.2012 bekamt sie unter dem Aktenzeichen IV ZR 1/11 Recht. Die Begründung ist einfach, denn das Ansinnen der Versicherungen lässt sich aus dem Transexuellengesetz nicht herleiten. Der Anwalt der Klägerin formulierte sinngemäß weniger diplomatisch (kein O-Ton): "Das war mal ein Mann, Arschgeburten gibt es nicht, da kommt auch jetzt kein Kind raus. Und die anderen fraulichen Krankheitsbilder werden auch nicht auftreten. Bis auf den Gang zur Toilette würde sich also nichts ändern."

Na wenn der Herr Rechtsanwalt meint, dass das alles sei... :D

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