Dienstag, 11. Dezember 2012

Pervers: Eine Schwangere darf lügen um eine Schwangerschaftsvertretung zu werden

Eine Firma suchte eine Schwangerschaftsvertretung. Die eingestellte Frau war jedoch selbst schwanger, was sie trotz Nachfrage verschwieg, worauf die Firma eine Anfechtung des Arbeitsvertrags wegen Arglist an strebte obwohl die Frau bis zur Anfechtung einsatzfähig war.

Rechtssprechung gem. AGG und EU Gerichtshof


Eine Frau muss eine bestehende Schwangerschaft weder offenbaren, noch die Frage dazu beantworten, da dies laut §3 I 2 AGG eine unmittelbare Benachteiligung darstellt und verboten ist. Nach dem Eu Gerichtshof (EuGH) gilt dies selbst für befristete Verträge, sogar wenn darum kaum gearbeitet werden kann. Das geht so weit, dass selbst für Arbeitsplätze wo die Schwangerschaft eigentlich eine echte Behinderung (wenn auch keine Gefährdung für die Schwangere oder das Kind) ist gelogen werden darf. Nicht dass es relevant wäre, denn bis hierhin sind die Schutzgesetze in Ordnung.

Keine Chance für die Firma vor Gericht


Die Klage wurde vom Landesarbeitsgericht Köln abgewiesen, da auch die klare Befristung der Stelle keine Ausnahme rechtfertige. Sie war zwar der Grund für die Einstellung aber laut Gericht darf man bei einer Schwangerschaft hier ruhig mal lügen... ganz toll.

Grundsätzlich bin ich für Schwangeren- und Mutterschutz! Hier wurde aber mMn (und ich kann ja falsch liegen) gezielt ein Schutz für den eigenen Vorteil missbraucht. Mag sein dass sie arbeitsfähig war, nur wie lange? Das hat für mich ganz klar eine irreführende Absicht gehabt. Die Firma stellt sich auf mehrmonatige oder gar mehrjährige Vertretung ein und hat den nächsten Ausfall. Demnächst bewerben sich noch Blinde (sry, habe grad kein besseres Beispiel) zum Scharfschützen, albern...

Zirkellogik pro Frau


Hier musste niemand geschützt werden. Das ist als ob ich mit krankhafter Pyromanie zur Feuerwehr gehe. Ich kann den Job zwar grundsätzlich machen aber keine Sau würde mir den Job geben, aber in diesem Fall muss es ja anders sein. Und der Chef darf sich nicht einmal mit einem entsprechenden Dienstzeugnis revanchieren.
Ironie wie das Fehlverhalten einer Frau die Frauenquote in bestimmten Bereichen mit begründet, denn der Einstellung weiterer Frauen tut das hier bestimmt keinen Gefallen, tolle Zirkellogik.

Und was freue ich mich auf die Kritiken der ganzen Gutmenschen und Frauenbefürworter, welche mir bestimmt erklären wollen warum ich die falsche Auffassung hätte. Nur zu, ich bleibe bei meiner Äußerung!

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