Donnerstag, 6. Dezember 2012

Unisex in der Unfallversicherung

Grundsätzlich bin ich kein großer Fan der Unfallversicherung, aber in manchen Fällen wollen Leute diese trotzdem haben oder sie ergibt sogar Sinn.
Aufgrund von unisex kommen jetzt aber aus jeder Ecke vermeintliche Berater gesprungen und wollen einem erklären was sich änder. Was ändert sich denn bei der Unfallversicherung?

Warum die Unisex-Tarife?

Am 21.12.2012 tritt als Folge des sogenannten „Achat-Urteils“ des Europäischen Gerichtshofs eine gesetzliche Anforderung in Kraft, die den Versicherungsunternehmen untersagt geschlechtsspezifische Unterscheidungen in den Versicherungstarifen innerhalb der Europäischen Union vorzusehen. Ab diesem Zeitpunkt ist nur noch der Vertrieb sogenannter Unisex-Tarife für Männer und Frauen zulässig.

Was ändert sich gegenüber der bisherigen Unfallversicherung?

Eine generelle Anpassung der Tarife wird bei den meisten Versicherungen aufgrund der Einführung von „Unisex“ nicht vorgenommen, Änderungen erfolgen nur für vereinzelte Gruppen.
Mit der Einführung von „Unisex“  werden Frauen entsprechend ihrer beruflichen Tätigkeit analog zu den Männern künftig statt in die Gefahrengruppe A oder B eingestuft und somit wie Männer tarifiert. 
Sprich wer als Frau einen ungefährlichen Beruf hat, für den ändert sich nichts!

Für wen wird es mit dem Unisex-Tarif teurer? 

Bisher wurden alle Frauen unabhängig von ihrer beruflichen Tätigkeit in die Gefahrengruppe A
eingestuft. Künftig werden im Unisex-Tarif Frauen - analog der Regelung für Männer - entsprechend
ihres ausgeübten Berufes eingestuft. Frauen  die einen Beruf nach Gefahrengruppe „B“  ausüben,
werden zukünftig auch nach Gefahrengruppe „B“  tarifiert. Für diese relativ kleine Personengruppe
ergibt sich somit ein höherer Beitrag.

Sie zahlten in der Vergangenheit einen höheren Preis als ihre männlichen Altersgenossen. Für die
Männer in diesem Segment wird es damit teurer, weil künftig Männer und Frauen einen einheitlichen Beitrag haben werden.


Wer profitiert vom Unisex-Tarif?

Steht doch da oben! ;)

Bestandskunden: Was passiert wenn Bestandsverträge geändert werden? 

Die Art der Änderung entscheidet über unisex!

Formale Änderungen lassen die heterogene Tarifwelt wie sie ist, dazu zählt z.B. Zahlweise, Adresse, Bezugsrecht etc. Auch bei risiko reduzierenden Änderungen, wie dem Wegfall einzelner Leistungsarten oder der Herabsenkung der Versicherungssumme ist keine Umstellung notwendig.

Bei allen materiellen, also risiko erhöhenden Änderungen ist eine Umstellung auf Unisex vorgeschrieben. Hierzu gehören beispielsweise die Umstellung von einer älteren auf die neueste Bedingungsgeneration oder der Einschluss neuer Leistungsarten, die bisher nicht versichert galten. Betroffen sind auch Umstellungen vom Kinder- auf den Erwachsenen-Tarif oder der Wechsel der Berufstätigkeit mit Änderung der Gefahrengruppe.
Ausnahme ist hier eine Versicherungssummenerhöhung gemäß vertraglich vereinbarter Dynamik oder aufgrund einer vertraglich vereinbarten Option wie der Nachversicherungsgarantie.  

Achtung: Anbieter mit automatischen Bedingungsupdates überlegen Lösungen dazu, denn hier könnten diese erstmalige negativ sein!

Beratungsangebot für Verbraucher


Sollten Sie aufgrund Ihrer Vertragskonstellation im Einzelfall (bei einer vertraglichen Änderung) nicht sicher sein, unterstützen und beraten wir Sie gerne bei der Bewertung des Sachverhalts.
Dabei prüfen wir auch ob die Unfallversicherung wirklich das für Sie sinnvollste Produkt ist, denn in 9/10 Fällen gibt es bessere Lösung, die oft nicht einmal mehr kosten aber mehr leisten!

Rufen Sie uns an oder schicken Sie uns eine E-Mail.

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