Freitag, 1. März 2013

Beim Autounfall wird ein kaputter Laptop nicht bezahlt

Gemäß geltender Gefährdungshaftung ist die Haftung für die Beschädigung von beförderten Sachen ausgeschlossen, insofern diese nicht am Körper getragen oder mitgeführt werden. Ein Direktanspruch an eines Geschädigten an die Versicherung des Unfallverursachers gilt nach §115 VVG.
Die Versicherung regelt ihre Regulierung in den AKB (allgemeine Kraftfahrbedingungen), wo die Haftung auf üblicherweise mitgeführte Gegenstände wie Kleidung, Brillen oder Portemonnaies begrenzt ist, wodurch diese einen Laptop ausschließt.

Unfallopfer klagte vor dem LG Erfurt auf Schadensersatz


Ein Unfallopfer klagte, da sein Laptop beschädigt wurde, wobei der Unfall nicht konnte rekonstruiert werden konnte. Obwohl das Opfer den Laptop berufsbedingt mitführte, verneinte das LG Erfurt den Schadensersatz mit Hinweis auf §8 III StVG, denn der Laptop sei im Vergleich zu einem Handy groß und sperrig und sei deshalb nicht als "üblich mitgeführt" an zu sehen.

Mein persönlicher Senf dazu

LG Erfurt Urteil vom 29.11.2012 mit Az. 1 S 101/12
Irgendwie erscheint mir das Urteil kleinlich, denn heut zu Tage rennt schon jeder depperte Zivi und/oder Soldat mit nem Laptop umher, da darf man bei Geschäftsleuten ja wohl von "üblich mitgeführten" Gegenständen ausgehen. Ironie, dass ein 1.000€ Handy also bezahlt würde aber ein 500€ Laptop nicht. An Stelle des Opfers würde ich hier ganz klar in Revision gehen, beim lesen der Urteilstexte kommt mir das alles reichlich spanisch vor!

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