Dienstag, 1. Oktober 2013

Auswahl der Altersvorsorge nach Ablaufleistung ist falsch

Kommentiertes Zitat aus dem Infinma Newsletter, wobei das Zitat in kursiv steht:

Modellrechnungen für Auswahlentscheidungen ungeeignet: Matthias Wiegel (Beirat) und Geschäftsführer Dr. Mark Ortmann vom ITA Institut für Transparenz und Altersvorsorge GmbH Berlin, haben sich in procontra online vom 25.10.2012 unter dem Titel „Die Tricks mit den Modellrechnungen“ mit der  Aussagekraft von (prognostizierten) Ablaufleistungen fondsgebundener Versicherungen beschäftigt. Dabei bemängeln die Autoren vor allem, dass in den Modellrechnungen der Versicherer häufig die Kosten und Gebühren für die Kapitalanlage unberücksichtigt blieben. 

Wichtig hier, es reicht nicht nur, dass die Kosten verborgen bleiben, es müssen auch die Kickbacks eigentlich raus gerechnet werden. Manche Gesellschaften hübschen ihre Werte nämlich auch mit erreichbaren Kickbacks auf, was ja nicht Sinn der Sache sein kann.

Vergleichsrechner sind zur Auswahl ungeeignet


Im Hinblick auf vor allem im Vertrieb beliebte Vergleichsrechner stellen die beiden fest: „Die Kapitalanlagekosten und gegebenenfalls weitere Gebühren auf das Guthaben des Kunden bleiben regelmäßig unberücksichtigt. 

Oder werden teils einfach falsch dargestellt. Wenn ich 2% von meiner Rendite (1) abziehe kommt nicht das gleiche raus, wie wenn ich 2% Kostenbelastung (2) habe.

(1) EURn = EUR0 * (1+(r%-y%)
(2) EURn = EUR0 * (1+ r% * (1-y%)
Selbst ohne Verständnis der Materie sollte jeder sehen, dass nicht das gleiche raus kommen kann obwohl es sich sehr ähnlich sieht.

Die Tabellen sind getürkt


Eine Orientierung an den höchsten illustrierten Ablaufleistungen für die Auswahl der Produkte ist damit schlicht falsch.“ Das im Vergleichsprogramm mit der höheren Ablaufleistung ausgewiesene Produkt könne in Wahrheit durchaus das schlechtere Produkt sein, sofern man die tatsächlichen Ablaufleistungen beider Produkte nach Berücksichtigung auch der Kapitalanlagekosten betrachte.

Und hier wird es spannend: Denn teilweise findet man diese gar nicht, aber das ist ja Aufgabe eines guten Beraters. Auch hier sollte noch die Erstattung der Kickbacks erwähnt werden aber das hatten wir ja schon oben.
Insgesamt schätze ich die Arbeit von Dr. Ortmann sehr, denn er weiß wovon er spricht und hat super Ansätze. Und das hier ist weniger eine Kritik als eine ergänzende Anmerkung. Halten Sie also die Augen auf und legen Sie nicht doof zwei Angebote nebeneinander, denn es ist deutlich komplizierter.

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