Montag, 13. Januar 2014

Andy aka "Schnulli" ist gestorben - Was macht man bei Tod?

BU Leistungsfälle habe ich schon erlebt, Pflegefälle auch, auch Tod, allerdings nur bei ü60. Jetzt hat es den Schnulli erwischt, der mit gerade mal 34 gestorben ist. Sein Schwager hat mich eben informiert, die genauen Umstände kenne ich nicht, es scheint aber ein medikamentengestützter Klinik-Tod gewesen zu sein.
Zu meiner Zeit in der Klinik fühlte sich das neutral an, die Leute kannte ich ja nicht, höchstens vom einmal sehen. Hier fühlt es sich schade an, eine bessere Wortwahl habe ich grad nicht, denn immerhin habe ich ihn ein paar mal getroffen und beraten.

Was macht man eigentlich bei Tod?


Gar nichts! Egal was ich sage, der Tod ist nicht reversibel und für die Angehörigen meist scheiße. Wenn Sie ehrliche Anteilnahme äußern, empfehlen Psychologen
diese vor unnötigem Mitleid oder Glorifizierung zu verschonen. Bleiben Sie gelassen, bieten Sie (falls ehrlich gemeint) Hilfe an und fragen Sie nicht nach dem Empfinden "Wie geht's dir?" sondern nach dem Akutzustand "Wie fühlst Du dich heute?".

Formaler Ablauf


Womöglich erstelle ich mal eine genauere Anleitung, grad schreibe ich halb irritiert.

  • Totenschein durch Klinik/Arzt
  • Informations des Nachlassgerichts
  • Information der Erben, welche als Erbengemeinschaft gesamthändisch (als eins) auftreten 
  • Manchmal (hängt vom Nachlassgericht/Amtsgericht ab) Information an die Banken
  • Testamentsprüfung (inkl. Testamenten etc.)
  • Erbannahme (mehr Vermögen als Schulden) oder -ausschlagung (mehr Schulden als Vermögen)
  • Erbstreitigkeiten
Die Versicherungen müssen Sie händisch kontaktieren und das teilweise sehr schnell, da manchmal nur zwei Tage Frist für den Leistungsfall gilt. Theoretisch sollte es hier mittlerweile Meldungen geben aber mir sagen Sachbearbeiter, dass darauf noch kein echter Verlass ist.
ACHTUNG: Teilweise ist bestimmten Verträgen ein Bezugsrecht eingeräumt aber der Vertrag würde unter die Erbmasse fallen (z. B. Risikolebensversicherung aus Ehezeit auf Exfrau, wo der Verstorbene Vertragsinhaber war). Wer zuerst kommt, der malt zuerst!

Gerade der letzte Punkt ist ärgerlich aber es kommt fast immer dazu, selbst bei kleinen Summen. Gerne würde ich hier tröstlicheres erzählen aber leider sieht die Realität anders aus. Hier hilft nur ein guter Berater, sowie eine gute Rechtsschutzversicherung. Für den persönlichen Kummer helfen nur Freunde (bzw. Familie)!


Persönliche Entsagung


An ein Leben nach dem Tod glaube ich nicht, weder bin ich religiös noch esoterisch angehaucht.  Zu Lebzeiten war Schnulli das mWn auch nicht. Zurück holen kann ich ihn nicht aber bedaure seinen Tod. Seinen Angehörigen versuche ich zu helfen, so weit ich kann, u. a. indem ich den Versicherungskram für sie regele. Ruhe wohl.

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