Montag, 10. Juli 2017

Anwaltskampf - Die HUK mal nicht als Buhmann sondern als Vorreiter

Eigentlich mag ich die Haftpflichtunterstützungskasse kraftfahrender Beamter (HUK) nicht sonderlich, denn die geht immer mit der gleichen Masche auf Kundenfang: Billig! Dass billig nicht günstig ist wissen oder merken aber die wenigsten Verbraucher und freuen sich diebisch, wenn ihr (vermutlich gefälschter) Brillenschaden über 200€ bezahlt wird. Denn darauf kommt es ja an, Hauptsache billig.  Billiger als eine billige Versicherung ist übrigens gar keine Versicherung, nur leuchtet hier einigen ein, dass dieses billig doch ganz teuer werden kann... komische Welt.

Die HUK streitet mit dem DAV (Deutsche Anwaltverein)


Einige Rechtsschutzversicherungen bieten an, dass man bei den Partneranwälten des Versicherers weniger Selbstbehalt (oft keine) zahlt oder andere Vergünstigungen bekommt. Eine super Idee, denn niemand muss diese Anwälte nehmen, man kann immer noch jeden anderen Anwalt beauftragen. Sprich im schlechtesten Fall zahlt man so viel wie ohnehin auch, in anderen kommt man ein paar Euro preisgünstiger davon. Der Anwalt bekommt Kunden, dafür aber etwas weniger Honorar. Auch ein üblicher Handelsbrauch für Empfehlungen. Wo ist das Problem? Der DAV - ja genau, die Interessenvertretung der Anwälte - will das nicht!

DAV befürchtet Preisdumping


Es ist schon witzig, dass bis zu 50% Rabatt beim Honorar unterstellt wird. Schaut man sich nämlich die Musterhonorarvereinbarung der HUK an, sieht man, dass bei Gericht die üblichen Sätze bezahlt werden und ansonsten kaum 10% Rabatt eingeräumt werden. Da geht man sogar noch weiter und redet von unfähigen Kollegen, die es ja nötig hätten und damit den Markt kaputt machen. Mal ehrlich, es gibt ohnehin zu viele Anwälte und die Versicherer werden sicherlich nicht lange mit Verlierern arbeiten, da sie dann auf Kosten sitzen bleiben. MMn ist es klüger sich auf die Prozessquote einer Kanzlei zu verlassen, welche von einer Versicherung unter Druck gesetzt wird, als sich auf Gutglück einen Anwalt zu suchen.

Das irre ist, der DAV bekam vor dem OLG Bamberg Recht (Az.: 3 U 236/11), weshalb die HUK Revision beim Bundesgerichtshof (BGH) eingelegt hat.

Meinung des Autors

Was für Arschlöcher! Es gibt keine erkennbare Benachteiligung von Verbrauchern, nur mehr Optionen. Niemand wird gezwungen und die Durchsetzung in der Praxis beweist, dass ein reges Interesse aller Beteiligten vorliegt. Nur die geldgierigen Lobbyisten wollen mehr Geld und wettern dagegen, sind ja auch brutale Nachlässe. Das beweist einmal mehr, dass Anwälte oft einfach nur geldgierig sind. Ich entschuldige mich an ehrliche Advokaten, doch ähnlich den Vermittlern, gibt es dort anscheinend mehr Stümper als Profis.

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