Mittwoch, 20. September 2017

HUK? Ach geh mit Piranhas schwimmen...

Die Haftpflichtunterstützungskasse kraftfahrender Beamter, landläufig als HUK oder auch Verbrecherband bekannt, muss mal wieder ins Klo greifen. Zum Anfang...

Was ist das Rentenwerk?


Die HUK ist einer von fünf Konsortialversicherern, welche das neue Rentenwerk bilden, die beim Sozialpartnermodell Kunden abgreifen mögen. Mehr steckt da auch nicht hinter. Ähnlich wie die HOGA (Hotel- und Gaststätten Rente), die Klinikrente oder die Metall.Rente steht hier der Versuch über den Zwang der Tarifparteien neue Kunden zu (zwangs-)generieren.



Dabei gibt es teils gute Tarife. Vermutlich, weiß ja noch keiner, da die Tarife noch nicht existieren. Eigentlich fand ich bislang nahezu alle Tarife dieser Versicherungen für die Altersvorsorge ungeeignet. Nicht unerhebliche Mengen davon würde ich sogar als im Glas eingekochte Scheiße bezeichnen, aber das sagt man ja nicht. Blöd nur, dass es in allen Bereichen mMn Anbieter gibt, die was besseres anbieten können.
Bewerben kann das Konsortium sich aber dennoch. Entscheidend ist, wer ausverhandelt was da an Renten möglich ist. Nämlich Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften, die sog. Sozialpartner. Wer aber glaubt, dass Tarifparteien ausschließlich zum Wohle der Belegschaft verhandeln und kein Schmiergeld annehmen, der glaubt auch an Donal Trumps Umweltpolitik!
Also alles zurück zum Start, das Rentenwerk wird ein weiterer Versuch Kunden zu gewinnen indem man ihnen im Bereich der Betriebsrente ein neuerliches "Friss-oder-stirb" vor die Füße wirft.

Insider Infos von einer Schulung - Das Rentenwerk von seiner wahren Seite


Warum diese fünf Anbieter? Es machen also Barmenia, Debeka, Gothaer, HUK und Stuttgarter gemeinsame Sache. Warum zum Teufel? Zwei davon müssen gerichtlich zur Zusammenarbeit mit Makler gezwungen werden, eines ist ein reiner Maklerversicherer (Stuttgarter), ein weiterer ein online Laden. Passt ja super, so deren Argumentation.
Fakt ist, dass HUK und Debeka freie Vermittler, speziell Makler, regelmäßig bekämpfen. Ich selbst musste schon rechtlich gegen beide Vorgehen, weil die den Kundenwunsch nicht respektieren wollten und mich als freien Vermittler ausgrenzen wollten. Ein traurige Geschichte, die sich seit Jahren widerholt...

Gestern war ich auf einer Schulung des Maklerpools germanbroker.net, übrigens einer der besseren Pools in Deutschland, zum Thema betriebliche Altersvorsorge, kurz bAV genannt. Dort war auch ein Vertreter vom Rentenwerk, seines Zeichens Mitarbeiter der Stuttgarter.
 Der Herr war sichtlich bemüht einen guten Eindruck zu vermitteln aber Fakt bleibt, dass er keine der kritischen Nachfragen souverän beantworten konnte. Die Probleme, die im Raum standen:

  • Tarife existieren noch nicht aber beworben wird dennoch
  • HUK & Debeka respektieren keinen Kundenschutz, wie die anderen Gesellschaften
  • HUK & Debeka arbeiten nur unter rechtlichem Zwang mit freien Vermittlern zusammen
  • HUK betreibt regelmäßig Propaganda gegen freie Vermittler u. a. mit youtube Videos & Co 
  • HUK & Debeka haben kein Makler-Extranet um die Betreuung der Kunden sicher zu stellen
  • Barmenia fällt im Bereich Altersvorsorge negativ durch einen speziellen Strukturvertrieb auf
Konkrete Antworten auf diese Vorwürfe konnte der gute Herr nicht beantworten. Aber er hatte sehr viel Wunderversprechen dabei, das würde schon alles gut werden...
Es wurde sichtlich lauter. Aber "leider, leider" reichte die Zeit nicht und der Herr musste weiter, dringend seinen Zug bekommen...

Dann ballert die HUK erneut gegen freie Vermittler


Das war also gestern. Und heute? Heute macht die HUK sich erneut zum Buhmann, weil die einen anderen online Makler verklagt, weil der ihnen nicht passt. Versucht die Unabhängigkeit in Frage zu stellen, weil Provisionen existieren und diese unterschiedlich hoch sind. Was? War das etwa zum Sachwalterurteil des BGH, wo die Unabhängigkeit des Maklers bekräftigt wurde, etwa anders? Die HUK könnte ihre Provisionen einfach mal marktüblich gesalten, dann könnte sie mit dem Feind arbeiten statt ihn ständig zu kritisieren.
Erst einen auf lieb Kind machen und dann direkt wieder so einen Mist abziehen. Klagen ist gerechtfertigt und in bestimmten Fällen die einzige Lösung. Aber dass die HUK Gespräche mit dem AfW - ein unabhängig Verband von Finanzdienstleistern, der zweitgrößte seiner Art - oder anderen Mediatoren ablehnt, zeigt wieder von welches geistiger Reife dies Kind ist.

Tut mir leid aber ich bekräftige es nochmal: Außer der Kfz-Versicherung darf man nichts zu diesem Saftladen bringen. Die HUK ist und bleibt Kuhmist, der außer billig nix drauf hat!

In der Praxis erlebe ich ständig Wehklagen der Mandaten über die HUK. Alle sind zufrieden, ist ja schön billig, bis der Schaden eintritt. Dann zeigt sich, dass billigst nicht immer die Lösung sein kann und ein qualifizierter Vermittler, der hilft, den Unterschied im Schadenfall machen kann. Voraus gesetzt der Kunde wäre im Vorfeld in der Lage alleine all seinen Bedarf korrekt zu versichern. Aber die HUK suggeriert ja auch online, dass Kunden alles alleine online lösen könnten, was in einem mehrjährigen Lehrberuf gelehrt wird... aber sich dann über andere aufregen!

Dieser Scheiß-Laden, ja Scheiß-Laden, ist selbst an online Portalen und Vergleichen beteiligt, die nicht sauber arbeiten. Aber den Zeigefinger heben. Ja ne is' kla'!

Besonderes Highlight: Der freie Vermittler bekämpfende Vorstand der HUK wird Präsident des Gesamtverbands der deutschen Versicherungswirtschaft, kurz GDV. Was eine tolle Zukunft uns doch allen blüht.

Exkurs: Der Zwang in der Betriebsrente muss aufhören


Ein paar sinnvolle Änderungen bzw. Förderungen bei der Betriebsrente wurden beschlossen. Aber eines der schwersten Probleme bleibt, dass der Arbeitgeber das letzte Wort hat und in die Haftung genommen wird. Beides ist falsch!
Der Arbeitgeber will sich idR nicht mit den Betriebsrenten rumschlagen. Die meisten muss man dazu nötigen, da es für sie weiteren Aufwand und weitere Haftung mitbringt. Meiner Meinung nach sollte gelten, dass wer für sein Alter vorsorgen will, das eigenverantwortlich zu tun hat. Warum da der Arbeitgeber in die Haftung genommen werden muss, ist mir ein Rätsel. Das Paradoxe ist, dass der Arbeitnehmer einen Anspruch auf Betriebsrente hat, aber der Arbeitgeber es sich dann aussuchen darf. Klar, er soll ja verantwortlich sein aber haftungsbegrenzend.
Ja zum Teufel damit, unnötig kompliziert! Dann erhöht den Förderbetrag für Riester von 2.100€ pa auf 5.000€ pa, oder gar 10.000€ pa bei Abschaffung der Betriebsrenten, und packt die Sozialversicherungsersparnis mit rein. Dann kann jeder Affe immer noch sein eigenes Süppchen kochen aber der Arbeitgeber ist aus der Nummer raus und wir hätten weniger komplizierte Regeln.
Aber auch Finanzleute brauchen ABMs zur Jobsicherung. Zum Kotzen! Aber Hauptsache das Rentenwerk lebt, eine weitere Instanz ins Dickicht bringen statt es zu lichten...

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen