Sonntag, 15. Oktober 2017

Eine Belohnung ist ein erstattungsfähiger Schaden

Geschieht es oft, dass Täter beim #Einbruchdiebstahl gefasst werden?


Leider nein, aber es kommt vor. Hilfreich bei der Suche nach der Beute ist oft eine #Belohnung. Abgesehen davon, dass der Geschädigte eine #Stehlgutliste für die Polizei anfertigen muss - in den Bedingungen meist als #Obliegenheit zwingend festgeschrieben - so kann er diese gleich mit zu einer Ausschreibung nutzen um seine Chancen zu erhöhen.

Wie aber reagiert die Versicherung?

Unterschiedlich! Die meisten Gesellschaften, speziell in den besseren Tarifen erkennen, dass im Rahmen von #Schadenminderungspflichten die Belohnung Sinn ergibt und bieten von sich aus eine Beteiligung an. Ein Positivbeispiel aus meiner Praxis heraus ist die #InterRisk im Tarif XXL, einem der stärksten Tarife für Hausrat- und Wohngebäudeversicherung überhaupt. Nicht billig aber von den Bedingungen schon am oberen Ende der Fahnenstange.
Nette Großzügigkeit, erst Recht, wenn man bedenkt, dass es eigentlich eine Pflicht der Versicherung ist. Wenn ein Geschädigter - idF das Opfer eines Einbruchs - eine Belohnung zur Ergreifung des Täters aussetzt, dann muss dies von der Versicherung mitgetragen werden.
Und wenn die Versicherung nicht zahlt? Stumpf klagen! Ist schon einige Jahre her, dass sich eine Gesellschaft nicht lumpen lassen wollten. So urteilte das AG Lemgo in seine Urteil vom 20.10.2012 mit dem Aktenzeichen Az 20 C 192/10, dass die Hausrat- und Wohngebäudeversicherung sehr wohl zahlen musste! Den Namen des "günstigen" online Versicherers wollen wir hier nicht nennen. Aber...

Belohnung muss angemessen und darf nicht zu hoch sein


Wenn Sie aber glauben die Hetzjagd auf einen Bankster oder fiesen Vertreter über dessen Versicherung laufen lassen zu können, muss ich Sie leider enttäuschen. ;)
Denn es gab den wichtigen Hinweis, dass die Höhe der Belohnung nicht beliebig sein darf und angemessen zum restlichen Schaden sein muss.
Insofern nicht schlimm als dass die meisten Versicherungen ohnehin Obergrenzen haben, die auf den gesetzlichen Anteil abgestellt sind, so dass man nicht zu generös sein sollte. Denn die Belohnung muss der Geschädigte in jedem Fall zahlen, so steht es im BGB, nur die Versicherung geht lediglich zu Teilen mit.

Empfehlung für die Praxis

Sprechen Sie mit dem Sachbearbeiter. Der Gesellschaft ist auch eher gelegen einen Finderlohn zu zahlen anstatt alles zum #Neuwert - ja, das geht bei guten Tarifen ! - ersetzen zu müssen. Und wenn Sie schon dabei sind, können Sie gleich die Höhe besprechen.


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