Donnerstag, 5. Oktober 2017

Wer zahlt beim Wegeunfall bei der Arbeitsfahrt von der Wohnung der Freundin?

Im 21. Jahrhundert ist es ja normal, dass Paare zusammen nächtigen obwohl sie nicht verheiratet sind. Was aber passiert, wenn ein Mann bei seiner Freundin übernachtet, zur Arbeit fährt und dann verunfallt? Wer kommt für den Schaden auf?

Die gesetzliche Unfallversicherung (GUV) kommt nur für direkte Wege auf



Analog zur gesetzlichen Unfallversicherung (GUV) kann auch von Berufsgenossenschaft (BG) gesprochen werden.
Es gilt: Keine Umwege. Keine Zwischenstopps. Nur der direkte Weg von der Arbeit zur Wohnung sind versichert und anders rum. Wohnung der Freundin? Laut Berufsgenossenschaft müssten sie nicht aufkommen. Das wollte ein Münchener nicht auf sicht sitzen lassen.

Startete von der Wohnung der Freundin aber verunfallte


Es war ein Klassiker, ein Wegeunfall auf dem Weg zur Arbeit. Die Berufsgenossenschaft lehnte die Regulierung des Schadens erstmal ab, weil es in die Privatsphäre des Arbeitnehmers fiel. In einem Gerichtsprozess führte dieser aber aus, dass die Wohnung der Freundin zum "erweiterten häuslichen Bereich" zählt, da er einen Großteil seiner Freizeit dort verbringen würde.

BG lehnte ab, wurde jedoch zur Zahlung verurteilt


Das LSG München folgte am 08.03.2017 der Argumentation (Az. L 2 U /26/16) und gab dem Kläger Recht, die BG muss für den Schaden einstehen. Die Formulierung "erweiterter häuslicher Bereich" ist dabei wichtig und könnte für zukünftige Leistungsfälle relevant sein.

Aber Achtung: Trotz des Urteils zahlt die BG nur für Arbeits und direkte Wegeunfälle. Wer "mal eben" die Kinder absetzen oder auf dem Rückweg einkaufen mag, guckt in die Röhre. Hier hilft nur der Abschluss einer privaten Unfallversicherung (UV), welche 24/7 weltweit leistet.

That's it, end of story. Nicht jede Meldung muss elendig lang sein. ;)

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