Montag, 26. März 2018

Nicht-physisches Edelmetall geht steuerfrei - sagt €uro

Bekannt ist, dass Edelmetall wie Gold, Silber, Platin und andere als Handelsware gelten und nach min. einem Jahr Haltedauer steuerfrei verkauft werden können. Da es auch nicht in einem zentralen Register erfasst ist, erfreute sich Edelmetall deshalb großer Beliebtheit, wenn es um anonymes Sparen ging.

Neu ist dass einige Leute geklagt haben, dass es genügen müsste einen Anspruch auf das physische Edelmetall zu haben um den steuerfreien Effekt nutzen zu können. Für folgende Handelsarten gilt das Steuerprivileg ebenfalls:

  • Verkauf von Xetra-Gold
  • Inhaberschuldverschreibung Gold Bullion Securities
  • Inhaberschuldverschreibung Euwax Gold II
  • ETCs (Exchange Traded Commodities), die Lieferansprüche auf physisches Gold verbriefen
So zumindest steht es bei €uro im Steuerteil in Ausgabe 04|18 auf Seite 123.

Problem mit Versicherungen


In der Vergangenheit gab es Bemühungen auch physisches Edelemtall in Versicherungen anzubieten, was ja durchaus Sinn ergibt. So gab es mit PrismaLife, MyLife und anderen überwiegend Liechtensteiner Versicherungen, welche dieses Instrument ermöglichten, was einige Kunden - auch Mandanten von mir - in Anspruch genommen haben. Das Problem wird aber auch zunehmend Anleger deutscher Lebens- und Rentenversicherungen betreffen, da die Anlage in Edelmetall über ETF oder ETC immer beliebter wird.
Dummerweise gab es jetzt im Januar eine Investmentsteuerreform, welche alle Spielregeln für Fonds etwas geändert hat. In der Folge haben Fonds, das können auch die o. g. ETCs sein, einen Teil ihrer Vorab-Steuerfreiheit eingebüßt aber im Rahmen von Versicherungen einen 15% Freibetrag erhalten.
Durch die Änderung in der Besteuerungsgrundlage wäre das Edelmetall in physischer Form oder außerhalb einer Versicherung steuerfrei. D. h. der einstige Vorteil der Versicherung wurde hier zum Nachteil konvertiert!

Lösung und neues Problem


Was also tun? Statt die Versicherung als Ablaufleistung auszahlen zu lassen, sich die Fondsanteile geben lassen. Eigentlich wird das wie ein steuerlicher Verkauf gewertet, wenn die Fondsanteile die Versicherung verlassen, was ein Nachteil wäre. In diesem Fall ist es aber ein Vorteil, denn wir wollen ja, dass die Steuer zugreifen würde und hier dann der Ausnahmebesteuerungsstand der Handelsware greift. Aber irgendwie sagt mir mein Gefühl, dass an diese Kombination keiner beim Finanzamt gedacht hat...

Wie heißt es so schön: Probieren geht über studieren. Werde mal versuchen mit einigen Mandanten eine Anrufsauskunft ans Laufen zu bringen. Nur fürchte ich, dass man sich erneut in Ausflüchte begeben wird, wie es leider häufiger bei komplizierten Sachverhalten geschieht...

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