Montag, 24. Januar 2011

Abzocke: Krankenkasse langt bei Hartz- IV- Empfänger und Armen zu


Sofern Krankenkassen nicht mit ausreichend mit ihrem Geld haushalten, dürfen sie nebst Bundeszuschüssen einen Zusatzbeitrag erheben. Dieser soll bei geringen Einkommen via Sozialausgleich abgefangen werden, für 2011 findet jedoch kein Sozialausgleich statt.
Der Gesundheitsfonds müsste beispielsweise für Hartz IV Empfänger zahlen. Dadurch dass der Sozialausgleich 0€ beträgt, verlieren die Kassen effektiv Geld. Sechs Kassen nutzten ein neue Regelung der Bundesregierung und umgehen dieses Problem mittels einer Satzungsänderung.
Durch die Änderung können Geringverdiener in die Pflicht genommen werden, diese sind voll zur Zahlung verpflichtet. Ist ein Zusatzbeitrag schon eingeführt, entsteht kein Sonderkündigungsrecht, da eine Satzungsänderung dieses nicht auslöst.

Zu der Abzocke selbst ist wenig zu sagen. Und es trifft jeden bei der Kasse, denn dieser Mist löst ja schon wieder Verwaltungsaufwand und damit Kosten aus. Wann kapieren die Regierenden endlich, dass zu viele Einzelfallregelungen und zu viel Bürokratie schädlich statt förderlich sind?

Die Bundesbank gibt Tipps für Sparer

Die börsliche Binsenweisheit "Hin und Her macht Taschen leer" wird der Bundesbank vorgehalten, da diese sich jetzt für Verbraucher stark macht. Zu häufiges ändern der eigenen Vermögensstruktur kostet Zeit wie Geld und sollte deshalb nur bedacht durchgeführt werden.
Bei der Debatte über aktive sowie passive Investmentfonds (ETFs= Exchange Traded Funds) spricht sich die Bundesbank für ETFs aus, da diese kostengünstiger und transparenter seien. Auch wird angeführt, dass diverse Quellen beweisen, dass aktive Manager meist ihr Geld nicht wert sind.
Die Intransparenz der Märkte sowie mangelnde Fachkenntnisse machen die Wahl eines aktiven Fonds zur Glückssache. In der Rendite liegen nur 1/4 aller Fondsmanager über ihrer Vergleichsgruppe (Index), die Kosten außen vor. Die Hohen Kosten, auch vom Vertrieb, sind deshalb oft ungerechtfertigt.

Was soll man sagen? Es gibt keine universell richtige Lösung, aber in großen Bereichen würde ich der Bundesbank zustimmen. Es kommt halt immer auf den Einzelfall an, aber an ETFs führt kein Weg vorbei. Denn egal wie argumentiert wird, gut aufgestellt ist i. d. R. nur wer beides im Depot berücksichtigt!

Freitag, 21. Januar 2011

Freie Arzt- und Krankenhauswahl für die gesamte EU eingeführt

Bis Ende 2013 müssen die EU Staaten in ihr nationales Recht umsetzen, dass Patienten überall innerhalb der EU ambulante Behandlungen bekommen können ohne diese vorher mit ihrer Versicherung absprechen zu müssen. Dies gilt nicht für längere Krankenhausaufenthalte und teure Spezialbehandlungen.
Für diese müssen Patienten vorher eine Genehmigung einholen, welche von den Kassen nur in Ausnahmefällen verweigert werden darf. Jeder Staat muss eine Kontaktstelle einrichten, welche über die Auslandsbehandlungen informiert sowie bei Streitigkeiten mit der Krankenversicherung unterstützt.
Bezahlt wird dabei nur der in der Heimat angefallene Kostenanteil. Für das deutsche Gesundheitswesen werden Mehreinnahmen sowie längere Wartezeiten durch Gesundheitstouristen erwartet. Die Auslandsbehandlung unterliegt der Vorkasse, die Kostenerstattung der Versicherung ist zeitlich nicht festgelegt.

Anmerkung:
Ein zweischneidiges Schwert, für die Masse der deutschen Bevölkerung eher schlecht statt gut. Wir haben vergleichsweise hohe Kosten, d. h. die gutbetuchten Gesundheitstouristen kommen. Für Kassenmitglieder könnte es also hart kommen, längere Wartezeiten oder Selbstzahler. Der Benefit wird für Deutschland von Fachleuten als gering bis schädlich eingeschätzt. Profitieren werden vor allem Grenzbewohner Deutschlands, welche die Zahnbehandlung o.ä. im Ausland günstiger erhalten. 

HUK Krankenversicherung - Wer immer noch glaubt dort gut aufgehoben zu sein, sollte mal prüfen...

Achtung, diese Zahlen sind noch nicht zu 100% offiziell. Habe sie von einem Mitarbeiter unter der Hand erhalten, die genaue Festlegung erfolgt im Laufe der nächsten Wochen.

Die Neugeschäftsanpassungen erfolgen zum 01. 03. 2011.
  • Tarif A0 bei Männdern und Frauen zwischen 4 und 6% 
  • Tarif A1200 bei Männern und Frauen zwischen 7 und 19%
  • Tarif A2000 bei Männern um die 10%
  • Tarif A300 bei Männern und Frauen zwischen 11 und 16%
  • Tarif A600 bei Männern und Frauen zwischen 4 und 19%
  • Tarif E100 bei Männern und Frauen zwischen 10 und 33%
  • Tarif E1000 bei Frauen zwischen 3 und -4%
  • Tarif E1000 bei Jugendlichen um ca. 14%
  • Tarife SE, SM und Z100 in einzelnen Gruppen von kleinen Senkungen bis zu 18% Erhöhung
  • Tarif Z80 bei Männern und Frauen von 1 bis 5% 
  • Tarif BZ bei allen Personengruppen von 9 bis 19%
Dazu werden einige Beihilfetarife BA bei Männern und Jugendlichen und die BS bei weiblichen Jugendlichen angepasst, Höhe noch unbekannt.

Was ist daran besonder lustig?

Abgesehen davon, dass ich nicht alles und jeden mögen muss, finde ich es witzig, wenn man sich dazu die Entwicklung der PAX anschaut. Die Tarife leisten das gleiche wie bei der HUK, tragen die gleiche Bezeichnung, sind beim selben Rückversicherer eingedeckt (ok, das sind viele) aber kosten mehr. Was könnte der kluge Leser jetzt vermuten? Richtig, hier werden Tarife künstlich am Leben gehalten. Schaut man sich die Bilanzkennzahlen an, bemerkt man die Problematik, da die HUK PKV in relevanten Bereichen schlechter ist als der Branchendurchschnitt:
  • Schadenquote 90,%
  • Versicherungsgeschäftliche Ergebnisquote 4,9%
  • Rückführung für Beitragsrückstellung (RfB) Quote 6,5%
  • Eigenkapitalquote 11,3%
Fazit

Natürlich sagt das alleine noch nichts aus, aber es deutet unmissverständlich in eine Richtung... nach unten! Man muss keine Versicherungsbilanz alleine lesen können, zumal ich das auch nicht 100%ig fehlerfrei kann, um zu bemerken, dass es betriebswirtschaflich ungesunde Zahlen sind.
Aber so lange brav jeder Schnupfen bezahlt wird, fällt es keinem auf. Und wer einen gebrauchten Herzschrittmacher bekommt - wurde ja nur einmal fallen gelassen - kann sich meist gar nicht mehr beschweren. Warum nur...

Dienstag, 18. Januar 2011

Zesar entsteht - die Zentrale Rabattstelle für Arzneimittel der Privatversicherungen

In Köln wurde die Zentrale Stelle zur Abrechnung von Arzneimittelrabatten GmbH, kurz Zesar, welche die seit Jahresanfang eingeführten Arzneimittelrabatte für Privatversicherte organisiert. Die 43 Unternehmen des PKV Verbands sowie 11.000 Beihilfestellen werden hier vertreten.
Der Betrieb wurde zum 01.01.2011 aufgenommen, die technische Infrastruktur steht bereits. Die jährlichen Ersparnisse werden ca. 300 Millionen Euro betragen. Für die Patienten ändert sich nichts. Sofern die Apothekenkennziffer auf das Rezept gedruckt ist, wird Zesar automatisch tätig.
Zesar fordert den gesetzlichen Herstellerrabatt in Höhe von 16% von den Pharmaunternehmen automatisch ein. Diese Gelder dienen der Senkung der Prämien sowie der Prämienstabilisierung. Die Regelung erfolgt nach Vorgabe des "Gesetzes zur Neuordnung des Arzneimittelmarktes", kurz AMNOG

Insgesamt eine sehr gute Idee. In solchen Momenten zeigt sich wieder, dass es zu viele Kassen gibt. Denn gäbe es weniger, könnten die sich wie die Versicherer besser organisieren. Wahrscheinlich zumindest...

Montag, 17. Januar 2011

Großbritannien: Abschaffung des Rentenalters

Andere Länder, andere Sitten. Wer glaubt, dass es in Deutschland schlecht läuft... der hat womöglich Recht. Nur was nutzt das ganze Lästern, wenn es keine klugen Alternativen gibt? Nunja, die gibt es, nur ein paar Wasserwogen weit entfernt.

Jetzt gibt es das Gesetz für Arbeit bis zum Umfallen...

In Großbritannien gibt es kein offizielles Rentenalter mehr, Zwangsentlassungen aufgrund Alters sollen damit verhindert werden.

Mit 66 Jahren darf ein Brite die maximale staatliche Rente beziehen, ca. 118€/ Woche bei lebenslanger Erwerbstätigkeit. Das Gesetz soll den Dazuverdienst erleichtern. Man verspricht sich weniger Altersdiskriminierung und erhofft die Beurteilung aufgrund von Fähigkeiten. 

Weitere Ideen

Weitere Reformen sehen vor, dass Frauen bis 2020 schrittweise auch mit 66 Jahren staatliche Rente beziehen, noch erhalten sie diese mit dem 60. Lebensjahr. Ein Pensionsfonds schafft Sicherheiten.

Bessere Finanzierung

Ab 2012 fließen von jedem Angestellten mindestens 3% in einen Pensionsfonds, davon 1,5% Arbeitgeber Zuschuss sowie ca. 1% Steuervorteil. Damit soll eine nachhaltigere, Generationen gerechte sowie sichere Altersvorsorge unabhängig vom Staat erreicht werden.

Meine Meinung
Daumen hoch! Endlich mal ein nachhaltiges Konzept wo jenen geholfen wird, welche es noch retten können anstatt es den ganzen "alten Säcken" noch bequem zu machen. Bei aller Liebe, meine Omas & Opas mögen mir verzeihen, die Fehler im System hätten bereits früher behoben werden müssen, erkannt wurden sie ja.
Das hier wird nicht der Weisheit letzter Schluss sein aber ist schon mal ein guter Ansatz. Manch einer wird das Zwangssparen nicht mögen, aber es ist ein effektives Instrument!

Kassenpatienten unerwünscht - Wieso Ärzte & Patienten andere Wege gehen

Einige Ärzte behandeln keine Kassenpatienten mehr, da sie entweder mehr Zeit oder mehr Geld wünschen. Ihre Kassenzulassung haben sie zurück gegeben. Bereits am Praxiseingang wird oft auf mehreren Sprachen auf die Privatpraxis hingewiesen, Kassenangehörige werden zu Selbstzahlern.

Beispiel: 

Während Dr. Merrettig (Berlin) auf High Tech Medizin setzt, befürwortet Dr. Hansen (Berlin) alternative Behandlungsmethoden. Ihre Argumentation steht stellvertretend für alle Ärzte: Mehr Zeit pro Patient, intensivere Betreuungsmöglichkeiten, mehr Verdienst.

Wieso?

Ursächlich u. a. ist teils die pauschale Entlohnung der Kassen, welche bei Orthopäden ca. 25€ je Patient & Quartal zahlen. Häufige Arztbesuche werden so zu Unkosten für den Mediziner. Teure, teils unnötige Zusatzbehandlungen sind notwendig um die Praxis zu finanzieren. Doch Verkäufer wollte keiner werden.

Und jetzt? 

Naja, alle schreien immer, dass sie so viel für ihre Kranke(n)Kasse bzw. Versicherung zahlen, aber gleichzeitig fordern sie eine gute medizinische Versorgung. Vielleicht sollten die Leute mal aufwachen und erkennen, dass gute Leistung nicht für umsonst zu haben ist. Es gibt Gründe warum ein Oberklassewagen mehr kostet als ein Dacia Logan oder die fahrenden Särge aus Indien...

Donnerstag, 13. Januar 2011

Na wer hätte es gedacht

Das OLG Oldenburg hat am 21.5.2010 (Az. 5 U 34/10) nochmals festgestellt, dass man auf Antragsfragen ehrlich antworten muss und dies konkretisiert. Ich erlaube mir mal ein Zitat:

"Gibt der Versicherte auf die entsprechende Risikoanfrage nicht an, dass er 34 von der Krankenkasse bezahlte Sitzungen bei einem Diplom-Psychologen in Anspruch genommen hat, verletzt er seine Anzeigepflicht. Es kommt nicht darauf an, ob die Gründe für die Sitzungen einen Krankheitswert hatten oder nicht. Denn gefragt wurde nicht nur nach Krankheiten, sondern auch nach Beschwerden."

Hier ist übrigens eine Versicherung gemeint, denn die Kassen stellen keine Risikofragen. Und sollten sie es tun, müssten sie trotzdem jedem annnehmen. Das ist dann Kontrahierungszwang. Schön, grundsätzlich kann ich das verstehen. Mir stellen sich nur ein paar Fragen:
  • Wer kommt auf die Idee 34 Sitzungen beim Kopfdoktor der Versicherung verschweigen zu wollen?
  • Welcher Vermittler hat hier mitgepfuscht? Ein Betrüger oder ein Dillettant...
  • Wenn er schon nicht bei Beschwerden antwortet, warum antwortet er nicht bei der Frage nach Arztbesuchen? Mit der Begründung, dass Psychologen nicht zwingend Ärzte sind, is' nich' wahr...
Was lernen wir daraus?
Am besten gar nicht bescheißen, aber wenn, dann bitte gekonnt! Hier verstehe ich, dass die Versicherung den Vertrag wegen arglistiger Täuschung angefochten hat.

Dienstag, 11. Januar 2011

Leserfrage: Was halte ich von momentanen Zinsangeboten?

Nun, mich freuen Leserfragen ungemein! Grob gesagt wollte Soko1979 wissen was ich von den aktuellen Zinsangeboten halte. Soll er/ sie wissen, gar nichts.

In der Mail war Bezug auf diesen Artikel vom Handelsblatt wo die höchsten Zinsen beim Tagesgeldkonto verglichen wurden. 

Diesen Witz kann niemand Zinsen nennen!

Ok, es ist besser als nichts aber es ist zu wenig. Kann ja nicht sein, dass durch banking hopping die beste Rendite der letzten zwei Jahre bei 2,51% lag. Dieser Wert ist so gering, dass unter Berücksichtigung der Inflation einfach ein Minus unter dem Strich bleibt. Wer kann sowas wollen?

Was sind nun die Alternativen?

Am ehesten kommen Festzinsangebote diverser Natur in Frage. Hier gibt es minimale Risiken (z. B. durch Pleite der Bank, des Emittenten etc.), dafür gibt es garantierte Zinsen von ca. 5% jährlich. Wer mehr Risiken eingeht, kann natürlich mehr erhalten. 
Grob kann man aber sagen, dass es sehr sichere Festzinsangebote mit ca. 5% Rendite gibt. Nur warum sollte die Bank einem das sagen, wenn sie doch "Doofe" findet, welche Ihr Geld zur effektiven Verbrennung verleihen...

Wer mehr wissen will, soll mir eine Anfrage schicken oder eine E-Mail schreiben. ;)

Freitag, 7. Januar 2011

Kassenübersicht über Zusatzbeiträge und Ausschüttungen

Mit Beschluss eines Sozialausgleichs von 0,00€ wurde die prozentuale Festlegung des Zusatzbeitrags durch eine Pauschale ersetzt. Die Anzahl der Kassen, welche einen Zusatzbeitrag erheben, hat sich erhöht obwohl einzelne Kassen keinen zurzeit Zusatzbeitrag mehr benötigen.
Die Erhebung des Zusatzbeitrags trotz einer 0,6% Erhöhung des allgemeinen Beitragssatz wird nebst Managementfehlern vor allem mit der ungünstigen Versichertenstruktur begründet . Bei kleinen Kollektiven beeinflussen Ausreißer sowie der schwache Ausgleich des Gesundheitsfonds das Ergebnis stärker.
Das Bundesversicherungsamt - kurz BVA - sieht weitere Kassen mit drohenden Zusatzbeiträgen & Fusionszwang. Momentan decken 32 Kassen 90% des Marktes, die übrigen 218 Kassen decken nur 10% des Marktes ab. Entgegen diesem Trend, können einzelne Kassen zusätzliche Prämien ausschütten.

Erschreckend, wenn ich überlege wie viele Orte mit Doppelfilialen und anderem überflutet sind. Gerade in Köln sieht man hier teilweise mehrere Geschäftsstellen nebeneinander, da kann ich nur den Kopf schütteln. Negative Nachricht dabei, wer weniger Wasserköpfe fordert, fordert auch gleichzeitig einen Jobabbau bei den ganzen Filialdinosaurieren.
Meiner Meinung nach nicht schlimm, aber viele haben sich das vermutlich noch nie überlegt, mhm?

Krankenkasse (Beginn Zusatzbeitrag) Höhe Zusatzbeitrag ab 1.1.2011
BKK advita (seit 01.02.2010) 8 EUR pro Monat
BKK für Heilberufe (seit 01.01.2010) 10 EUR pro Monat
BKK Gesundheit (seit 01.02.2010) 8 EUR pro Monat
DAK (seit 01.02.2010) 8 EUR pro Monat
BKK PHOENIX (seit 01.01.2010) 8 EUR pro Monat
Deutsche BKK (seit 01.02.2010) 8 EUR pro Monat
E.ON BKK (seit 01.03.2010) 8 EUR pro Monat
KKH Allianz (seit 01.03.2010) 8 EUR pro Monat
BKK Publik (seit 01.01.2010) 8 EUR pro Monat
City BKK (seit 01.04.2010) 15 EUR pro Monat
BKK Axel Springer (seit 01.01.2010) 8 EUR pro Monat
BKK Merck (seit 01.04.2010) 8 EUR pro Monat
BKK Hoesch (seit 1.1.2011) noch nicht festgelegt

Kassen mit Boni
hkk in Bremen (bundesweit geöffnet) 60€
BKK Wirtschaft und Finanzen 60€
(bundesweit mit Ausnahme von Schleswig-Holstein, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern geöffnet) 
BKK A.T.U. (bundesweit geöffnet) 30€
G&V BKK (Baden- Württemberg) 72€

Mal ehrlich, soll das ein Witz sein? 

Es gibt bestimmt Verblendete, welche deshalb wechseln. Aber mir fallen aus dem Kopf schon ein Dutzend Kassen ein, welche mehr zurückzahlen. Zwar in Form von Prämien statt Pauschalen, doch was ist mir lieber: 30€ für nichts tun oder 250€ wenn ich zwei Kontrolluntersuchungen p. a. vornehme?
Denke ich mir da noch Kostenerstattungsmodelle hinzu, welche es bei einigen Kassen seit Jahren gut gibt, komme ich für einen 30järigen mit 32000€ Jahresbrutto auf eine Ersparnis von über 1000€ jährlich. Was zum Geier soll er dann mit läppischen 30€?

Mittwoch, 5. Januar 2011

Krankenkasse: Sozialausgleich von 0,00€

Krankenkassen Beiträge in 2011 erfolgen ohne Sozialausgleich

Um soziale Benachteiligungen durch den Zusatzbeitrag zu mildern, dieser ist vom Versicherten alleine zu tragen, wurde ein Sozialausgleich beschlossen. Dieser wird durchschnittlich gezahlt, wodurch negative Abweichungen beim Versicherten möglich sind. Bei 0,00€ sind diese vorprogrammiert!

Persönliche Belastungsgrenze

Die persönliche Belastungsgrenze, ab welcher der Sozialausgleich erfolgt, beträgt 2% vom Bruttoeinkommen. Da der Ausgleich von 0,00€ für das ganze Jahr 2011 gilt, erfolgt auch keine Zahlung, wenn diese Grenze gerissen wird oder die Kasse einen individuellen Zusatzbeitrag erhebt.

Probleme für die Mittel- & Unterschicht

Dieses Problem trifft die Unter- & Mittelschicht besonders hart, da die prozentuale Belastung durch den Zusatzbeitrag diese überproportional trifft. Erhebt die Kasse einen Zusatzbeitrag, wandern vermutlich mehr Mitglieder ab. Eine Abwärtsspirale, welche politisch zumindest offiziell toleriert wird.
Warum auch nicht, müssen dadurch doch mehr Kassen fusionieren, was zwar kurzfristig Geld kostet aber schon mittelfristig mehr Geld in der Kasse lässt. Noch schöner, wenn alles alleine von den Mitgliedern getragen wird. Tolle Mogelpackung...

Nur wo ist das Problem?

Es ist einfach unfair! Normalerweise hacke ich auch auf alles faule Pack. Hier trifft es aber die falschen, denn wenn ich 1000€ verdiene tut der Zusatzbeitrag einfach mehr weh als wenn ich 10000€ verdiene, erst recht, weil dieser eine Obergrenze hat.
Oder um es überspitzt zu formulieren, wenn jemand eh schon zu wenig zum Leben hat, dann interessiert es ihn einen Scheißdreck ob er "nur" geringfügige prozentuale Einbußen zu verzeichnen hat. Gesundheit ist etwas, was entweder jedem zugänglich gemacht werden sollte oder endlich offen als Luxus benannt wird. Dieser hässliche Zwitter ist aber ein Armutszeugnis...