Freitag, 30. September 2011

User Frage: Muss ich eine eigene Krankenkasse haben??

Die User Frage war:
Huhu, ich bin 16 und mache jetz eine ausbildung zum kaufmann im einzelhandel, und ich wolte fragen muss ich jetz ne eigene krankenkasse haben? weil sonst war ich ja immer über mein vater die krankenkasse mit versichert. und nun meinten die von der versicherung da is ein eigenes einkommen habe das ich eine eigenen krankenkasse haben solte, stimmt das? normal ist man ja bis 18 mit bei den eltern versichert. help o.o

Die Antwort lautet:

Ja, Sie benötigen eine eigene Versicherung, denn das Gesetz besagt:


§ 5 SGB V - Versicherungspflicht
(1) Versicherungspflichtig sind
1. Arbeiter, Angestellte und zu ihrer Berufsausbildung Beschäftigte, die gegen Arbeitsentgelt beschäftigt sind,...



Generelles: 

Der Kassenbeitrag ist zzt. über gleich, einige Kassen erheben einen Zusatzbeitrag, welcher nicht in Zusammenhang mit Mehrleistungen steht, also unnötig ist.

Sie sollten nur noch nach Mehrleistungen ohne Wahltarif entscheiden. Wahltarife sollten Sie vermeiden, da Sie auch bei Erhebung eines Zusatzbeitrags kein außerordentliches Kündigungsrecht besteht. Sie sind drei Jahre gebunden. Und Zusatzbeiträge treffen Azubis überproportional härter als Vollverdiener.

Manche Kassen zahlen gesunden & sportlichen Menschen bis zu 200€ steuerfrei aus, andere bezuschussen trotz schlechtem Gesundheitszustand oder Krankheit bestehende Versicherungen oder Zahnleistungen.
Für einen guten Überblick sollten Sie sich an einen unabhängigen Berater wenden, denn jeder Vertreter wird die eigene Kasse als die beste darstellen. Bitte achten Sie auf die Unabhängigkeit, denn die meisten Berater können max. drei Kassen vermitteln. Es gibt schlicht kaum Provision, weshalb es oft ein stiefmütterlich behandeltes Thema ist.

Übrigens kündigen müssen Sie nicht, denn wer vorher familienversichert war, muss lediglich eine neue Kasse seines Vertrauens suchen.

Donnerstag, 22. September 2011

Kassenvorstände können bald fristlos entlassen werden

Krankenkassen sind öffentlich-rechtliche Körperschaften unter staatlicher Aufsicht. Wenn ein Kassenvorstand gegen seine Pflichten verstößt, sendet das Bundesversicherungsamt (BVA) einen förmlichen Verpflichtungsbescheid. Erst bei Zuwiderhandlung erfolgt ein Kampf durch alle rechtlichen Instanzen, was dauert...

Nicht zeitgemäßer Schutz des Chefs

Dieses Vorgehen ist ein Relikt des letzten Jahrhunderts, denn heute herrscht Wettbewerbsdruck. Kassen führen längst keine rein sozialen Aufträge mehr durch sondern sind Gewinn orientiert. Das BVA benötigt mehr und vor allem schnellere Kontrollrechte.
Das Gesetz zur Verbesserung der Versorgungsstrukturen in der gesetzlichen Krankenversicherung erlaubt deshalb bald den Rauswurf eines Kassenvorstands nach grobem Pflichtverstoß.

Keine Chance für soziale Brandstifter

Der Rauswurf soll fristlos und ohne Gegenklage erfolgen, wenn der Verwaltungsrat der Kasse untätig ist. Als Grund wurde unter anderem dass Abwimmeln der City BKK Mitglieder aufgeführt.
Die Vorstände befürchten Einschüchterungen sowie Karrierenachteile, da ein ständiges Berufsverbot drohten würde. Achja? Wie schlecht muss es einem Menschen doch gehen, wenn er an der Spitze der Nahrungskette steht und befürchtet von dort vertrieben zu werden. Ist bestimmt viel schlimmer als unten täglich ums Überleben zu kämpfen...

Meinung des Autors zum Thema:Eigentlich bin ich ein Fan von Gleichheit für alle, denn auch Kassenvorstände sind nur Menschen. Wenn aber der Verwaltungsrat, der den Vorstand wählt und kontrolliert sowie anders herum, nichts tut, dann müssen leider härtere Maßnahmen her. Vetternwirtschaft zu Lasten der Allgemeinheit geht nicht! Außerdem haben wir ja immer noch zu viele Kassen, da schadet etwas Bewegung sicherlich nicht.
Ob es etwas bringt werden wir sehen, aber zumindest die "Da kann ich nichts machen Mentalität" sollte aufhören. Denn wenn der Chef keine Steine zum Rollen bringen kann, wer dann?

Dienstag, 20. September 2011

Wie unabhängig ist Ihr Vermittler wirklich?

Gelegentlich kommt die Frage rein, woran man denn erkennen könnte ob der Vermittler wirklich unabhängig ist. Streng genommen kann es der Laie gar nicht. Denn selbst ein Ausschließlichkeitsvertreter wird durch Nennung seiner Kooperationspartner versuchen den Eindruck zu erwecken, er hätte Auswahl. Dass er sich damit auf rechtlich dünnes Eis begibt (vgl. §59 VVG) ist eine ganz ander Geschichte.

Aber selbst bei "echten" freien Vermittlern gilt es oft Kröten zu schlucken. Unten finden Sie eine Auswahl von Vertrieben, welche nicht wirklich unabhängig sind. Zwar stehen mehrere Produktanbieter zur Auswahl, nur kann man das intern durch Provisionsschlüssel leicht drehen, dass es keine echte Auswahl ist.
Nehmen wir an für Pfefferminzia bekommt der Vertreter Faktor 1,2 und für Apfelsinia nur Faktor 0,8. Für den gleichen Vertrag ergibt sich so eine Provisionsspanne von 50% für die gleiche Arbeit. Ein Schelm wer Böses denkt...

Schauen Sie beim nächsten Mal also genauer hin wo Ihr "Berater" her kommt und wie unabhängig er wirklich sein kann. Und ja, teilweise kaufen Versicherungen ganze Pools oder Vertriebe und versuchen so durch die Hintertür irgendwo rein zu kommen: Sonderkonzepte, Rabattvollmachten, etc.
Fies ist, dass Versicherungen ihre Beteiligungen nicht melden müssen, wenn sie unter 10% liegen. D.h. wenn ein Versicherungs- Konglomerat die Geschicke im Hintergrund lenkt, kommen sie als Laie gar nicht dahinter. Anbieter wie MLP würden das jetzt leugnen, merkwürdig nur, dass ehemalige etwas ganz anderes behaupten...
Mal ehrlich, wer liest denn schon bitte die Aktienberichte von der Firma seines Beraters durch, hm? 

Einen Kölner Pool vom HDI- Gerling / Aspecta (welche jetzt auch HDI- Gerling ist) hat es bereits erwischt und er ist über den Jordan gegangen. Mal gucken wie es den anderen ergeht.

Wie immer, Sie können das Bild mit Rechtsklick speichern unter.

Absurd - Pokern ist steuerbar aber anderes Glücksspiel ist es nicht

Das ist deutscher Wahnsinn! Pokerspieler sollen künftig Steuern zahlen. Ist nicht schlimm aber irgendwie schizophren! Poker wird überall als Glücksspiel angesehen, weswegen man eine Menge Geld bezahlen muss, wenn man Poker Veranstaltungen umsetzen mag. Lizenzkosten mal ganz außen vor.

Geld verdienen können damit die wenigsten, denn es bleibt trotz aller Wahrscheinlichkeiten ein Glücksspiel. Aber weil kein Geld in der Kasse ist, wird Pokern jetzt besteuert, weil es eine nachhaltig auf Gewinn ausgelegte Tätigkeit ist.
Warum das bei Berufs- Lottospielern wie Tippgemeinschaften nicht so ist? Weil man dann Werbungskosten ansetzen könnte, was ja den kräftig mitverdienenden Staatsäckel belasten würde. Und das geht ja nicht...

Das Bild können Sie durch anklicken vergrößern, sowie durch Rechtsklick "speichern unter...".

Montag, 19. September 2011

Für welche Hilfsmittel zahlt die Kasse eigentlich?

Manch einer glaubt, die Kasse macht das schon. Bei den privaten herrscht ein ähnlicher Gedanke, nur leider machen einige Tarife nur das was die Kasse machet. Nur was macht diese? Was gibt es und was nicht? Um zu erfahren ob Sie auch schief gewickelt sind, können Sie ja mit dem u. g. Tool ein wenig spielen.


RehaDat

Achtung, nur was für hardcore Fans der Materie, da nicht Verbraucher freundlich!

PS. Natürlich wird das hier keine endfällige Aufzählung sein aber es ist ein guter Anfang um ein Gefühl dafür zu kriegen was man nicht kriegt. Ergo privat absichern müsste bzw. bei den meisten Privatversicherten dringend nachbessern müsste!

In welche Anlagetöpfe fließt das Geld bei Versicherungen?

Der ein oder andere fragt sich gelegentlich wie die Aufteilung bei Versicherungsverträgen ist, deshalb habe ich mal eine vereinfachte Darstellung gesucht, aus der etwas mehr ersichtlich sein sollte.

Sie können das Bild anklicken und dann mit Rechtsklick "speichern unter" runterladen. Im Prinzip sagt diese Grafik eins aus, klassische Versicherungen sind ziemlich überflüssig, denn Sie können sich das Portfolio selbst ähnlich nachbauen und dabei die überzogenen Gebühren sparen. Der Berater, welcher ja nicht für umsonst arbeiten wird, hat nur einen Bruchteil der Kosten der Versicherung, welche ja auch ihre Glaspaläste etc. finanziert wissen will...


Über die verschiedenen Formen der Versicherungen soll dabei keine Wertung abgegeben werden, denn eine jede Form kann in bestimmten Fällen sinnvoll sein. Nur werden manche eher selten sinnvoll sein und manche eher häufiger.

Sonntag, 18. September 2011

ETFs oder aktiv gemanagte Fonds?

Komplizierte Frage, darum soll es heute nur um offenkundige Idiotie gehen.

Eine Benchmark ist ein Vergleichswert, dem sich ein Manager stellt bzw. stellen sollte. ETFs sind sog. Indexfonds, welche möglichst exakt (meist computergesteuert) einen Index (z. B. den DAX, die 30 größten deutschen Aktienwerte) nachbaut. Ein Index wird in der Regel als Benchmark zu Vergleichszwecken zu Grunde gelegt.
Seit es also ETFs gibt, gibt es keinen Grund mehr für aktive Manager, welche einen Index nachbilden wollen. Das ist schlicht und ergreifend Unfug, denn der ETF macht das gleiche für deutlich weniger Gebühren. Meine persönliche Quadratur der Scheiße lachte mir deshalb in einem Depot eines Volksbank Kunden entgegen.

UniEuroStoxx 50-net-A
WKN 989797
ISIN LU0096427496
TER 1,67%


O-Ton aus den Fondsrichtlinien:
Ziel der Anlagepolitik des UniEuroSTOXX 50 (der „Fonds“) ist es, unter Beachtung der Risikostreuung eine Wertentwicklung zu erreichen, die zu einem Vermögenszuwachs führt. Das Fondsvermögen wird grundsätzlich in den 50 Einzelwerten des Aktienindex Dow Jones EURO STOXX 50 angelegt, wobei jedoch bei den Einzelwerten von der Gewichtung des Index abgewichen werden kann. Eventuellen Änderungen bei der Zusammensetzung des Index wird die Verwaltungsgesellschaft innerhalb einer angemessenen Frist Rechnung tragen.

Auf Deutsch:
Der Manager kauft einfach nur was im o. g. Index drin ist und behauptet durch andere prozentuale Aufteilung besser zu sein als der Rest. Bekannte Story...

Dumm nur, dass man z. B. den u. g. ETF von comstage kaufen kann, welche einfach nur den Index abbildet aber deutlich günstiger ist.

comstage ETF EuroStoxx 50
ETF050
LU0378434079
TER 0,10%

O-Ton aus den Fondsrichtlinien:
Das Anlageziel des Fonds besteht darin, den Anlegern einen Ertrag zukommen zu lassen, der an die Wertentwicklung des Dow Jones EURO STOXX 50 (R) Index (Performance Index) (ISIN EU0009658152) anknüpft. Hierzu wird der Fonds in erster Linie in übertragbare Wertpapiere investieren und zudem derivative Techniken einsetzen, wie zum Beispiel mit einem Swap-Kontrahenten zu marktüblichen Bedingungen ausgehandelte Index-Swaps.

Fazit:
Beide Fonds haben ungefähr das gleiche Ziel, nur dass der Manager von Union Investment dafür unverschämte 1,57% mehr pro Jahr möchte. Und so viel Alpha (also Mehrrendite) zu anderen Fonds hat noch nie ein Manager langfristig bieten können. Also doch nur heiße Luft...

Kaufen Sie keine zu teuren Produkte! Aktives Management kann in Sonderfällen lohnen aber kaum für regulierte Märkte wie dem Euroraum. Da es aber selten so einfach ist die Unterschiede zu erkennen, fragen Sie Ihren Berater. Sollten Sie keinen haben, fragen Sie uns!

Donnerstag, 15. September 2011

Wann wird ein Bike versicherungspflichtig?

Weil mich ein Kunde gefragt hat, er hat sich ein E- Bike gekauft, musste ich etwas recherchieren. Also hier eine Auflistung wann ein Bike versicherungspflichtig ist.


Pedelec ist ein Fahrrad
fährt max. 25 km/h
Motor schaltet bei 25 km/h ab
Motor nur bei Treten
Motorleistung max. 250 Watt
ABE nicht nötig
keine Versicherungspflicht
keine Helmpflicht
Radewegbenutzung möglich
kein Führerschein nötig
kein Mindestalter
E-Bike (vers. plichtig) ist ein Kleinkraftrad
f ährt 30 bis 45 km/h
Motor schaltet nicht ab
Motor auch ohne Treten
Motorleistung max. 250 Watt
allgemeine Betriebserlaubnis nötig
„kleines Nummernschild“ nötig
keine Helmpflicht
Radewegbenutzung nur außerorts möglich
Mofa-Prüfbescheinigung nötig
Mindestalter 15 Jahre

Mittwoch, 14. September 2011

Wir wollen den Smiley, also die Smileys, los Smilerios oder so!

In Dänemark werden die Ergebnisse von Lebensmittel- sowie Hygienkontrollen mittels dreier Smileys außen gute sichtbar an den Lokalen angebracht. Damit das in Deutschland Wirklichkeit werden kann, werden Stimmen für die Petition benötigt.

Wenn auch Sie gerne wüssten wie sauber der Laden ist wo Sie zu Essen gedenken, dann tragen Sie sich ein: Petition - Fordern Sie das Smiley-System für Deutschland!

Dienstag, 13. September 2011

MEG AG & Mehmet Göker - Die Quadratur der Scheiße

Zur Erinnerung, wer ist eigentlich Mehmet Görker, wer ist... äh war die MEG AG?



Die MEG AG war ein Telefon Drückervertrieb, der Leuten private Krankenversicherungen angedreht hat. Die Methoden war mehr als zweifelhaft, deswegen wurde der Laden ja auch dicht gemacht. Razien, hinterzogene Steuern, nicht gezahlte Sozialversicherungsbeiträge... eine Erfolgsstory wie sie nur Versicherungsvertriebe schreiben können.

Und jetzt?

Zahlreiche Verfahren laufen gegen ihn, diverse Gerichte sowie diverse Gründe. Bislang hat er immer nur Geldstrafen erhalten, doch diesmal gibt es nebst 30.000€ Geldstrafe auch 6 Monate Haftstrafe, weil er unentschuldigt nicht vor Gericht erschien. Dumm, aber es wird bestimmt Gründe geben. Wenn woanders mehr zu verdienen ist, dann missachtet man auch mal deutsche Gerichte. Wer von uns verdient denn keine 30.000€ am Tag? Ach verdammt...

Was mich mehr ärgert, ist dass dieser Drücker immer noch Versicherungsvertriebe berät und aus der Türkei heraus mit Call Centern weiter Krankenversicherungen vertreibt. Ich frage mich wie viel noch geschehen muss um solchen geistigen Brandstiftern den Gar aus zu machen...

Montag, 12. September 2011

User Frage: Weltraumschrott, wie bezahlt die Versicherung bei einem Hausschaden ?

Frage:
Wenn zb Weltraumschrott von der Nasa auf mein Haus stürzt und dieses total verwüstet, wer bezahlt dann diesen schaden ?

http://web.de/magazine/wissen/weltraum/13642966-weltraumschrott-stuerzt-auf-die-....A1000107


Meine Antwort, auf die zugegeben originelle Frage:

Ist diese Frage echt ernst gemeint? Mensch, genau dafür gibt es eine Klausel sowohl in der Wohngebäude- als auch Hausratversicherung: Anprall abstürzender Flugkörper! (Klausel 7162 - § 4 Ziffer 1 a) VGB 88). Wenn Sie also einen Vertrag haben, welcher diese Klausel abdeckt, dürfen Sie "beruhigt" gen Himmel blicken.
Alternativ könnten Sie es mit der Deckung gegen unbekannte Gefahren versuchen. Da es aber meist die o. g. Klausel gibt, dürften Sie damit nicht weit kommen.

Sie sollten Ihren Versicherer fragen, denn Ihr Vertreter wird solche Feinheiten meist nicht unterscheiden können.

Außerdem können Sie noch überlegen den für den Absturz Verantwortlichen in Regress zu nehmen. Nur gilt hier die Schwierigkeit der Beweisführung. Wenn ein Satelit mit amerikanischer Flagge in Ihrem Dachboden einschlägt dürfte das eindeutig sein. Wenn ein kleines Motorflugzeug mit China- Böller Turbo ihren gläsernen Wintergarten zersplittert, müssen Sie erstmal einen Schuldigen ausmachen. Und irgendwie sagt mir mein Gefühl, das dürfte nicht immer ganz einfach sein.

Sonntag, 11. September 2011

User Frage: Geld für Immobilie sparen 3-5 Jahre, was ergibt den beste Zins zum sparen?

Die u. g. Anfrage erreichte mich über ein Forum:

Hallo,
würde mir gerne ein Eigentumswohnung in 5 Jahren zulegen mit meiner Freundin, wobei ich das auch jetzt könnte, habe aber kein Eigenkapital, daher hoher Zins :(
Womit erziele ich jetzt den größten Zinsatz zum sparen, wenn ich 3-5 Jahre lang spare und jeden Monat 350-500€ weg lege. Sparbuch wäre 0,50 - 2,50% an jährlichen Zins.
Hatt jemand da ein paar Vorschläge für mich, wäre sehr dankbar. Bin 27 Jahre alt, oder lieber jetzt ohne Eigenkapital Wohnung kaufen, weiss ja nicht wie der zins in 5 Jahren ist ?

Meine Antwort:

Die Frage hinter dem Problem lautet doch, ist es günstiger mir heute die Kreditkonditionen bei laufender Miete und Sparvorgang zu sichern oder direkt zu kaufen?
Tendenziell, ohne Ihre Situation genauer zu kennen, erscheint mir in Ihrem Fall erstmal sparen und später kaufen sinnvoll, denn:
  • Ihre Familienplanung ist mit 27 nicht ansatzweise abgeschlossen; Risiko: Größe & Lage, z. B. wegen Kindern, Verkauf wegen Barrieren im Alter usw.
  • Ihr beruflicher Werdegang steht noch ganz am Anfang; Risiko: Wohnortwechsel & Doppelbelastung
  • Immobilien sind tendenziell eher wertbewahrend als wertsteigernd, Sie dürfen wegen einer Immobilie nicht auf Ihre Altersvorsorge verzichten, diese Doppelbelastung wird oft nicht richtig berücksichtigt
  • Richtig ist, dass wir ein Zinstief (~4%) haben, Sie müssen aber die extrem höhere Belastung bedenken UND berechnen, wenn die Zinsen nach der Zinsbindung steigen (z. B. auf 8%)
Hinzu kommen noch kalkulatorische Gründe, denn Banken unterscheiden je nach Eigenkapital zwischen denn Darlehen sowie den Konditionen. Sie müssten momentan anscheinend (?) ü100% (Makler, Gebühren, etc.) finanzieren, was das Darlehen zum aktuellen Niveau überproportional teuer gestaltet. Versuchen Sie auf jeden Fall unter 100% zu kommen, besser unter 80%, das erleichtert Ihnen das Leben ungemein.
Für eine exakte Berechnung bedarf es aber einer ausgiebigeren Beratung, welche ich jedoch nicht leisten kann. Dazu müsste ich Sie bei Interesse an meinen Geschäftspartner weiter empfehlen, welcher Sie auf
Wunsch auch via Internet (screen sharing) oder Telefonkonferenz beraten könnte.



Für den Ansparvorgang sollten Sie erstmal in Euro notierte Unternehmensanleihen (keine Aktien!) bonitätsstarker Unternehmen (z. B. Lufthansa etc.) in Erwägung ziehen. Sie bekommen auf feste Laufzeiten einen festen Zins sowie eine 100% Rückzahlung Ihres Kapitals, die Zinsen liegen aber bei guten 6%, was deutlich über dem aktuellen Bankenniveau der meisten Banken liegt.
Gebühren fallen meist gar keine an, höchstens ein einmaliges Honorar (i. d. R. 1,2% inkl. MwSt. bzw. ein Monatssparbeitrag + MwSt.) sowie eine Depotgebühr von ca. 15€ p. a. So günstig kommen Sie nicht ohne Risiko an diese Rendite. Vorausgesetzt Sie Vertrauen in die Substanz derartiger Unternehmen.

Aber auch hier wäre eine ausgiebigere Beratung notwendig. Diese werden Sie von den meisten "Beratern" nicht erhalten, weil diese entweder die notwendige Lizenz nicht haben (z. B. Makler/ freie Vermittler brauchen eine §32KWG Zulassung) oder keine Honorar bei Privatpersonen berechnen dürfen (z. B. Bänker). An dieser Stelle- Achtung Eigenwerbung- gerne dass Angebot, dass Sie sich an mich wenden dürfen.


Fondssparpläne sind auch eine Lösung, wenn Sie relativ konservativ agieren, da Sie das Geld in fünf Jahren verlustfrei benötigen. Da aufgrund der Laufzeit die Kosten die Rendite maßgeblich beeinflussen, sollten Sie ETFs in Erwägung ziehen. Hier ist es zzt. sogar möglich Sparpläne OHNE jedwede Gebühren zu eröffnen.

Sonntag, 4. September 2011

Wie man mit Kölsch die Finanzkrise auslösen kann - Eine Parallele zu den subprimes

Serkan besitzt eine Bar in Köln Kalk. Gläubig ist er nicht, lediglich dem Kapitalismus huldigt er. Sein Laden läuft auch nicht mehr so gut, die ganzen Alkoholiker - künftig kurz Alkis genannt - haben kein Geld, aber trotzdem Durst. Also beschließt er sie anschreiben zu lassen, seine neue Feste Stammkundschaft sind also Alkis, möglichst ohne Schulbildung sowie Job.

Der Buschfunk in Köln Kalk trägt die Botschaft umher, binnen kürzester Zeit hat Serkan die Alkis aus Köln, Leverkusen und Bergisch Gladbach in sein Kellerloch mit Alkoholausschank gelockt.
Da die Kunden sich um die Bezahlung keine Sorgen machen müssen, erhöht Serkan schrittweise die Preise für Kölsch & Schnaps. Schließlich hat er jetzt ganz viel Umsatz und Forderungen in seiner Bilanz.

Der hochseriöse Berater - das Wort Rater kommt ja ganz deutlich vor - der Spasskasse räumt ihm unbegrenzt Kredit ein, der Laden läuft ja und soll es auch weiterhin. Sicherheiten gibt es zu genüge, schließlich gibt es offene Forderungen über 785.113€, pro Monat...

Köln Kalk erobert die Welt

Jetzt steht Expansion auf dem Plan. Die Kreditlinie wird von Investmentbänker genutzt um die offenen deckel in verbriefte Schuldverschreibungen um zu wandeln. Und da das Marketing gut ist, heißen diese Triple A³ Schatzbrief. Das dreifach A steht dabei für "Alkis am Abgrund", aber das wäre sozialpolitisch zu auffällig. Und wer fragt schon AAA nach, mhm?
Rückversicht ist das ganze bei der Korruptia KGaA, eine aktienbasierte Fairsicherung auf den Keymanns. Dort bestellt Serkan übrigens auch seinen Rum.

Die Rating Agentur - Achtung auch hier kommt wieder Raten vor - vergeben ebenfalls ein top Note, schließlich ist der Laden riesig, expandiert, hat bis 2027 volle Bücher... ein paar Freibiere sowie ein großzügiger "Recherche" Check taten ihr übriges.

Zwischestand: Alle sind zufrieden. Serkan ist zufrieden. Die Alkis sind zufrieden. Der Berater ist zufrieden. Der Investment Bänker ist zufrieden. Die Käufer der Anleihe - sind ja immerhin super Aussichten - sind zufrieden.

Was nun? Ein größeres Rad drehen natürlich!

Zwecks Sicherheit werden die Schatzbriefe mit 30% Abschlag verkauft. Serkan ist sicher und der Käufer freut sich über 30% Marge. Sagen wir 15%, ein paar werden ja warum auch immer nicht zahlen. Der Käufer verkauft weiter, sein Produkt heißt HPA: Hochprozent Anleihe. Man kann in wachstumsstarke Unternehmen aus der Gastronomie investieren, welche durch kluge Geschäftsmodelle ein nachhaltiges Wachstum vorweisen.
Käufer kaufen, und das zu tollen Kursen, denn schließlich ist ja ein Abschlag enthalten, der das Risiko minimiert. Dann werden daraus die besten Schuldner genommen, also die Alkis mit Abitur, und diese werden als sichere Anlage weiterverkauft, die GFB kommt: Größte Flaschen Bond. Man investiert einfach in die größten Suffköppe, denn diese sind ja bekanntlich die besten Kunden...

Doch warum geht das ganze nicht auf?

Irgendwann kommt der Spasskassen Direktor und fragt den Berater, der ja mittlerweile tolle Boni durch viele Verkäufe hatte, wann denn der erste seinen Deckel bezahlen wolle?
Beim Eintreiben kommt die bittere Erkenntnis auf, dass die meisten Alkis das vielfache ihrer Jahreseinkommen, also ihres Hartz IV Geldes, als Schulden haben. Weder der erste noch der letzte Schuldner können auch nur Bruchteile abbezahlen.

Aus die Maus

Die Kurse rauschen um 95% ab. Die Lieferanten waren selbst investiert und haben lange Valuta gewährt, lief ja alles, sie gehen pleite. Der Kölsch Brauer wird verstaatlicht. Der Schnapslieferant wird von ausländischen Investoren gekauft, denn dort expandiert gerade Max mit seiner US Spirituosen Franchise Kette. Die Bank wird durch Rettungsfonds vom Staat gerettet. Die Manager bekommen Boni, damit sie es beim nächsten Mal besser machen. Der Berater ist unauffindbar. Der Direktor, welcher keine Boni bekam, wird an seiner Krawatte hängend an der Hohenzollern Brücke in Köln gefunden.

Die Zeche zahlten die, die gar nicht dort tranken. Damit es finanzierbar bleibt, werden einfach die Renten aller Kinder gesenkt. Die laufenden Renten werden erhöht, denn auf dieses Desaster muss erstmal ein kräftiger Schluck getrunken werden...