Mittwoch, 30. November 2011

Mehr Geld für Minijobs - Mehr Bürokratie aber auch

Zum 01.04.2012 oder 01.07.2012 werden neue Regeln für die 7,5 Millionen Minijobber in Kraft treten. Die Entgeltgrenze soll auf 450 Euro angehoben werden. Gleichzeitig ändert sich die rentenrechtliche Beurteilung. Dies soll mehr Flexibilität für Arbeitgeber und Arbeitnehmer bringen. Zusätzlich soll für zwei Monaten die Grenze von dann 450 Euro überschritten werden dürfen.

Die Kehrseite der Münze

Der Arbeitgeber zahlt weiterhin die Sozialversicherungsbeiträge über eine Pauschale. Der Minijobber zahlt aber künftig 4,6% seiner Einkünfte zur Rente dazu und erwirbt dadurch Ansprüche. Leider hat er deshalb in Relation auch weniger Geld in der Tasche. Rechenbeispiel:

400,00€ - 400,00€ x 0,00% = 400,00€
450,00€ - 450,00€ x 4,60% = 429,30€


Unterstellen wir also zehn Euro Stundenlohn, so bleibt für fünf Stunden Mehrarbeit nur der Verdienst von 59,6% Arbeitszeit, also eine Gehaltseinbuße von 41,4%. Denn das bischen Rente was da rauskommt, kann einen derartigen Verlust gar nicht kompensieren.

Also was tun?

Auf Antrag kann man sich von dieser Zahlung befreien lassen. Die Bundesregierung gibt aber zu, dass die Ansprüche sehr gering sind - 85 Euro mehr Rente bei 40 Jahren Einzahlung und sechs Jahren Erziehungszeit - und der aktive Austritt unnötige Bürokratie verursacht. Es sei keine ausreichende Vorsorge.

Meinung des Autors zum Thema:
Was zum Geier soll das?
Die Erhöhung ist gut! Auch die zwei Freimonate, wo man mehr verdienen darf. Aber was soll der Unsinn mit dem aktiven Austreten aus der Rente? Haben wir es in Deutschland mittlerweile echt so nötig? Das kostet den Staat Millionen an Verwaltung aber bringt dem einzelnen Bürger einen Witz.
Wenn schon, dann sollte der Staat es in ein Kapital gedecktes System stecken um die Bürger breiter auf zu stellen. Aber so das ist großer Blödsinn, zumal die es auch zugeben! Da zwingt sich unweigerlich die Frage auf wie blöd oder korrupt diese Volksvertreter, also die Berufslügner genannt Politiker, eigentlich sein können?

Hinzu kommt ein haftungsrechtliches Problem für Arbeitgeber, da die neu rentenversicherungspflichtigen einen Anspruch auf Betriebsrenten haben. Möchte mal sehen wer seiner 400€ Kraft eine Betriebsrente einrichtet, und wovon diese das auch noch bezahlen soll?

Wer profitiert?

Die Eherpartner reicher Selbstständiger sowie Minijobber mit gutem anderen Einkommen, aber das taten die schon vorher.
Dort war es schon immer Gang und Gäbe, dass man seinen Ehepartner als Minijobber einstellt und damals aktiv Rentenversicherungsbeiträge entrichtet, damit man mit diesem eine Betriebsrente sowie eine Riester für beide umsetzen kann. So konnte der Selbstständige ca. 260€ im Monat an Sozialabgaben und Steuer am Staat vorbei schleußen sowie 308€ Riester Zulage abgreifen.
Toll, belohnt werden wieder nur die, die eh schon genug Kohle haben!

Aber auch ich will mich nicht beschweren, denn wer Selbstständig und verheiratet ist oder Minijobber ist, der sollte sich jetzt bei uns melden.

Montag, 28. November 2011

Ergo - Manchmal kann ich gar nicht so viel Essen wie ich...

Wenn Sie glauben, dass nur Kunden verarscht werden, dann sollten Sie sich mal in die Welt der Vermittler versetzen. Da erzählt man uns wie toll doch ein neu abwickeltes Sonderkonzept sein soll, in diesem Fall war das Sonderkonzept für Kleingewerbe gut, und dann klaut man es uns direkt wieder.

Vier- Tage- Konzept

Am 24.11.2011 hat die Ergo das neue Deckungskonzept vorgestellt, heute, also am 28.11.2011 wurde es wieder eingestampft. So nicht!
Abgesehen von der verlorenen Arbeitszeit, welche für die Einarbeitung drauf gegangen ist, erschüttert es das Vertrauen der Vermittler. Ein Kollege hat per Zufall sogar einen Antrag binnen dieser Zeit vorbereitet, welcher aber jetzt leider nicht zu Stande kommen kann. Aber er können den Kunden ja zu den üblichen Konditionen bei der Ergo eindecken.

Versichern statt verunsichern?

Ja von wegen, das ist also deren Vorstellung einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit? Irgendwie finde ich das gerade erotisch wie einen Radischenkuchen beim ersten Date...

Sonntag, 27. November 2011

Beitragsanpassung BAP bei der Kranken(zusatz)versicherung

Guten Abend, werte Leser,

die Kosten der Krankenversicherung steigen jedes Jahr. Ursächlich dafür sind unter anderem:

  • Die steigende Lebenserwartung
  • Der Kostenanstieg der medizinischen Versorgung aufgrund von Preissteigerung (irrtümlich als Inflation bezeichnet)
  • Die Kombination aus beiden o. g. Punkten, welche es noch teurer machen.
  • Politische Willkür!

Dazu kommen noch ein paar weiche Fakten, die aber umso härter sein können. 
  • Kampftarif - Unterkalkulation am Anfang um mit dem Staubsauger Effekt erstmal den Tarif zu füllen.
  • Tarif Schließungen - Entmischung eines Kollektivs, die Durchschnittskalkulation geht nicht auf.
  • Schlechter Schadenverlauf durch Klumpenrisiken- Es kostet mehr als gedacht, denn wer schließt schon so einen speziellen Tarif ab!

Beispiel - Beitragsanpassung (BAP) Gothaer MediNatura

Demonstrieren möchte ich das an zwei Beispielen des Gothaer Tarifs MediNatura, einem Tarif, welcher nur Heilpraktiker Leistungen sowie Naturheilverfahren erstattet. Dieser Tarif war eindeutig als Kampftarif angedacht, weil er 100% bis 2000€ im Jahr übernahm und dabei nie mehr als 30€/ Monat kosten sollte. Konnte ja nicht gut gehen. Zwei meiner Kundinnen bekamen deshalb folgende Beitragsanpassungen:

  • +60,69% bei w45, von 30,63€ im Monat auf 49,22€/ Monat
  • +62,96% bei w02 (Kind), von 6,56€ im Monat auf 10,69€/ Monat
Wer die Beiträge sieht, dem sollte sofort klar sein, dass diese Kalkulation völlig unhaltbar war. Die Mitbewerber der Gothaer hatten Tarife mit weniger Leistung, welche sogar mehr kosten sollten.Wenn eine Tarif nur 360€ Prämie im Jahr einspielt, kann man nicht bis zu 2000€ Leistung raushauen.
Der Tarif ist nach wie vor gut, nur jetzt hat er ein Prämienniveau, welches vermutlich auch längerfristig finanzierbar ist.

Alte Weisheit - Das Spannungs- Dreieck gilt immer noch

Das führt uns zum alten Satz zurück, dass ein Tarif nicht gleichzeitig heute günstig, in der Zukunft günstig und dazu noch spendabel sein kann. Ein guter Tarif erfüllt immer zwei der drei Punkte, man sollte sich nur vorher gut überlegen was man haben möchte.
Und oft lohnt es sich ein paar Euro mehr in die Hand zu nehmen und nicht den Billigheimer zu kaufen. Denn oft ist es Taktik der Versicherungen einen Tarif auf zu blähen. Sie finden in den Rennlisten des Folgejahres fast nie die Tarife des Vorjahres auf Platz eins. Im oberen Mittelfeld ist es dagegen sehr stabil.

Es lehr uns, der Einstiegspreis ist nicht alles. Oder wie meine Oma immer so schön sagte: "Junge, wenn Du billig kaufst, kaufst Du zweimal!".

Was machen die Gothaer MediNatura Versicherten jetzt am besten?

Rechnen natürlich! Wenn Sie zufrieden sind oder mehr erhalten als Sie einzahlen, dann sollten Sie bleiben. In allen anderen Fällen sollten Sie, Gesundheit voraus gesetzt, einmal prüfen ob Sie nicht mit anderen Tarifen günstiger fahren.
Es gibt Tarife, welche nicht nur Heilpraktiker Leistungen zahlen sondern auch andere Aspekte einer modernen Krankenversicherung berücksichtigen. Abgesehehn von der besseren medizinischen Versorgung, sind solche Tarife oft stabiler, denn es ist extrem unwahrscheinlichm, dass ein Versicherter ambulante, stationäre, dentale und Heilpraktiker Leistungen in Masse in Anspruch nimmt. Er bezahlt zwar alle, kann aber meist nur einen Teil "konsumieren".

Bei einem Tarif wie dem Gothaer MediNatura gehen natürlich eher hardcore Heilpraktiker Fans rein, denn es soll sich ja lohnen. Die Gebührenordnungen für Heilpraktiker (GebüH) wurden nicht angepasst. Eine Entmischung darf bei steigenden Mitgliederzahlen ausgeschlossen werden. Die Politik hat nicht eingegriffen. Es war ein Griff ins Klo von der Gothaer, man hat sich einfach ein schlechtes Kollektiv eingekauft. Schade drum, denn der Tarif ist eigentlich gut!

Freitag, 25. November 2011

Keiner will deutsche Schuldverschreibungen - Selbst Versicherungen nicht

Als ich gestern im Rote- Augen- Flieger zurück nach Köln war, fiel mir direkt die Titelseite des Handelsblatts auf: Kanzlerin Angela Merkel, ät Angie, sitzt betrübt auf Anleihen, die keiner kaufen will. (Bild mit Linksklich vergrößern, mit Rechtsklick "Speichern unter...".)



Unter 2% Zins bei 10 Jahren Laufzeit

Es stimmt schon, die Bundesrepublik ist ein in Relation guter Schuldner. Das Problem ist, dass in Relation gut noch lange nicht richtig gut bedeutet. Bei einem Zins von 1,98% (erstmals unter zwei Prozent) für Langläufer Anleihen ist auch dem letzten Deppen klar, dass es sich hierbei nur um aktive Geldvernichtung handelt.
Die Ironie an dieser Sache ist, dass in der Vergangenheit Versicherungen eingesprungen sind um diese Papiere zu kaufen. Aber Wertpapiere - im strengen Wortsinne nur den Wert des Papiers bedeutend - müssen mehr als die Garantiezinsen erwirtschaften, sonst kann eine Gesellschaft nur Verlust machen. Und selbst eine Versicherung ist nicht so dumm sich einen garantierten Verlust für zehn Jahre ein zu kaufen.

Oder ist sie doch?

Jein. Solvency II verlangt von den Gesellschaften gewisse Eigenkapital Ausstattungen. Je nachdem welches Asset (=Anlageklasse) einekauft wird, muss mehr oder weniger Eigenkapital hinterlegt werden. Da per Gesetz, welche der Staat macht, dessen Wertpapiere als sicher gelten, muss eine Versicherung dafür nichts an eigenem Geld hinterlegen. Will diese dagegen wirklich sinnvolle Aktien, Beteiligungen, oder Immobilien kaufen, dann muss sehr viel Eigenkapital her, was das ganze aber wieder für die Versicherung unrentabel macht.

Und was heißt das für den Kunden?

Jetzt gibt es also die Wahl unrentable Anlagen zu zeichnen oder Schuldscheine zu kaufen, mit denen ich ein garantierten Verlust mache. Da die Versicherungen aber keine mildtätigen Vereine sind, werden sie das Problem den Kunden anlasten. Das geschieht über Kosten und Gebühren.
Das Problem ist aber ein strukturelles, denn auf absehbare Zeit wird sich das Verhältnis nicht umkehren. Irgendwann steigen aber auch die letzten Anleger/ Vermittler (da gibt es ja auch genug doofe von) durch, dass es damit kein Geld zu verdienen gibt.
Weniger neue Kunden heißt weniger neues Geld. Die Altverträge haben höhere Garantiezinsen, welche bedient werden müssen, das heißt noch mehr Verlust. Durch den Doppeleffekt muss die Überschussbteiligung sinken, was die Altkunden belastet, die sich das Spiel auch nur sehr begrenzte Zeit anschauen werden.

Neuabschluss = Geldvernichtung

Die klassische Kapitallebensversicherung (KLV) ist ein völlig unrentables Produkt, dass seine Daseionsberechtigung schon lange verloren hat. Das gleiche gilt für die Kapitalbildende Rentenversicherung (KRV). Der Neuabschluss hat den gleichen Effekt wie Geldscheine im Schornstein, die Freude währt nicht lange...

Donnerstag, 24. November 2011

Krankenversicherung: Zulässige Kündigung durch Ehegatten

Mich rief eine ältere Frau an, welche völlig aufgelöst war, denn ihre Krankenversicherung hätte sie gekündigt. Sie stünde jetzt ohne Versicherungsschutz dar. Ursprünglich wollte ich das nicht glauben, denn in Deutschland herrscht eine Versicherungspflicht, der man sich nur spärlich entziehen kann. Aber es ist trauriger weise so...

Wie ist die Sachlage?

Werden zwei Personen rechtskräftig geschieden, darf ein Ex- Ehepartner die Versicherung des anderen kündigen. Die Unwirksamtkeit der Kündigung gem. §193 III 1 i. V. m. § 205 VI VVG gilt hier nicht, d. h. ein Versicherter kann den anderen kündigen obwohl dieser gar keine Ersatzversicherung hat!

Die Versicherungspflicht betrifft nur jeden einzelnen, sprich es ist nicht das Problem des Ex- Ehegatten. Wenn der zu Kündigende in Kenntnis gesetzt wird, idR geschieht das schon durch die Versicherung, dann muss die Krankenversicherung auch die Kündigung akzeptieren.

So gesprochen im Urteil des LG Hagen mit dem Az 10 O 128/10.

Wie hätte man das verhindern können?

Gestern bei Anne Will fragt man u. a. nach dem Unterschied zwischem einem Drücker/ Strukki sowie einem Makler. Mich ärgert, dass es mir das hier nicht spontan eingefallen ist.
Ein Makler, welcher durch Mandantenvertrag das Rechtsverhältnis fixiert, kann derartige Kündigungen zurück nehmen. D. h. selbst wenn der Ehegatte die Kündigung anstößt, würde der Makler diese widerrufen. Spitzfindige würden jetzt wettern, dass man die Krankenversicherung sowie den Mandantenvertrag kündigen kann. Ja, das ginge, nur werden damit keine Fristen außer Kraft gesetzt. Sprich der Makler hat mindestens einen Monat Zeit mit der Frau zu reagieren. Das reicht um die alte Krankenversicherung zu erhalten oder ein neues Versicherungsverhältnis zu beantragen.

Ärgerniss

Pikant am o. g. Fall ist, dass die Frau einen ganz tollen Berater hatte, einen Mehrfachagenten, welcher zufälliger weise für einen Strukturvertrieb tätig war. Will heißen, der junge Mann ist heute gar nicht mehr auf dem Markt. Nützt ihm aber nichts, denn wer wie ein Makler auftritt, der haftet auch wie einer. Was das heißt und wie man darauf reagieren kann, ein andern Mal.

Persönliche Note

Werte Frau M., halten Sie den Kopf hoch, versichert sind Sie ja jetzt!

Dienstag, 22. November 2011

Wie wird Ihr Autor eigentlich bei der ARD dargestellt?

Werte Leser,

die u. g. Darstellung können Sie auf der online Seite der ARD einsehen. Bis auf das Bild, meinen Favorit mit dem Ledermantel fanden sie zu progressiv, kann ich damit durchaus leben. Wobei ich schon finde, dass sich der Text leicht holprig liest.

Morgen um 22:45 Uhr können Sie bei Anne Will auf ARD eine Live Sendung verfolgen, wo es - welche Überraschung - um Versicherungsthemen gehen soll. Seien Sie gespannt, ich bin es auch.

MfG
Walter Benda

Versicherungsmakler
Walter Benda © privat Bild vergrößern Bildunterschrift: Walter Benda ] Kurzbiografie: Geboren am 14. Januar 1983 in Reschitza/Rumänien, Studium der Betriebswirtschaftslehre bis zum Vordiplom in Köln, Aus- und Weiterbildungen im Finanz- und Versicherungswesen. Ab 2005 ist Benda selbstständig als Agent und Handelsvertreter, spezialisiert sich ab 2008 auf Versicherungs- und Kapitalanlageberatung, neuerdings auch Unternehmensberatung.

Privat: Wofür man sein Geld so aufwenden kann

Liebe Leser,

auch Ihr Autor ist nur ein Mensch. In der Folge leidet dieser unter ein paar skurilen Eigenarten, eine davon ist die Vorliebe für technisches Spielzeug. Wer kennt sie nicht, Sci-Fi Filme wo Menschen mit Jetpacks fliegen und fantastische Abenteuer erleben. Zumindest über Wasser ist dieser Traum jetzt möglich. Für schlappe 99.500$ (US) kann man den Jetlev kaufen, das erste Wasser Jetpack!

Schauen, staunen und sich fragen wo man das Geld nur her nehmen soll.

Montag, 21. November 2011

Wie viel Geld haben eigentlich die Reichen, also die Reichsten dieser Welt?

Rechnen wir doch wieder ein wenig. Lesen Sie bitte erst die Tabellen, dann lesen Sie unten weiter.

Menschen % der Bevölkerung Ø Vermögen ∑ Vermögen % Vermögen
3.050.000.000,00 59,2388%                  10.000 €            30.500.000.000.000 € 6,9225%
1.700.000.000,00 33,0184%                  50.000 €            85.000.000.000.000 € 19,2921%
369.000.000,00 7,1669%                500.000 €           184.500.000.000.000 € 41,8753%
26.724.000,00 0,5190%              2.500.000 €            66.810.000.000.000 € 15,1636%
1.959.000,00 0,0380%              7.500.000 €            14.692.500.000.000 € 3,3347%
937.300,00 0,0182%            55.000.000 €            51.551.500.000.000 € 11,7005%
29.000,00 0,0006%          260.000.000 €              7.540.000.000.000 € 1,7113%





∑ Menschen % der Bevölkerung
∑ Vermögen % Vermögen
5.148.649.300,00 100,0000%
440.594.000.000.000,00 100,0000%


Wer aufpasst, der hat eine erscheckende Erkenntnis. Denn nicht einmal 1% der Weltbevölkerung besitzen fast 40% allen Vermögens. Fast 8% der Bevölkerung besitzen ungefähr 75% allen Vermögens. In einer sozialen Welt dürfte es keine derartigen Diskrepanzen geben.

Ihr persönliches Dorf, da wo Sie leben

Rechnen wir das doch auf Ihr Dorf um. In Ihrem Dorf leben 100 Menschen, wovon alle arbeiten müssen. Es gibt keine Kinder, keine Alten, nur voll Erwerbstätige.

Von diesen 100 Menschen bestimmen 8 Menschen was mit dem Einkommen von 75 Menschen geschieht. Die 92 restlichen Menschen machen unter sich das Einkommen der 25 Restarbeitskräfte aus. Bestimmen werden aber die 8, welche vermutlich auch nicht arbeiten müssen. Sie beginnen also das umverteilen, denn Sie geben ein paar von den 92 anderen beispielsweise 2 Einkommen ab. Man könnte das auch Zinsen nennen.

So passiert folgendes. 8 Menschen besitzen "nur" noch 65 Einkommen, weil 5 Menschen jetzt auch 10 Einkommen haben. Die restlichen 87 Menschen machen unter sich jetzt nur noch 20 Einkommen aus, denn 5 Menschen arbeiten nicht mehr.






Ergebnis der Umverteilung

Vorher haben die "Armen" 0,2717 Einkommen pro Kopf erhalten. Jetzt erhalten sie nur noch 0,2298 Einkommen pro Kopf. Es ist also eine Umverteilung von fleißig auf reich. Wohin dieses Spiel führt, weil der Kreislauf sich immer weiter zuspitzt, kann sich hoffentlich jeder denken. So kann es nicht weiter gehen, denn eine Zukunft gibt es damit nicht.
Oder historisch betrachtet war die Abgabe des Zehnts an Kirche sowie eines Zehnts an den Herrscher dagegen die reinste Steuer- und Einkommensoase...

Sonntag, 20. November 2011

Eine Beleidigung mittlerer Intelligenz

Sehr geehrte Leser,

vor kurzem habe ich einen Leserbrief an die Zeitschrift €uro gesandt, weil einige Tabellen bzgl. geschlossener Immobilienfonds (Beteiligungen) abgedruckt wurden, wo ich klar am Intellekt des Verfasser zweifeln muss.

Jedem steht das Recht auf eine eigene Meinung zu, aber man sollte gut überlegen ob und wie man sie äußert.  Lesen bitte den Leserbrief, dann die Tabellen (Linksklick zur Vergrößerung) um die es geht. Darunter gibt es dann ein Beispiel.


Warum ist diese Gewichtung Unsinn?
Ein paar Fonds als Beispiel:
Fonds A    Volumen 1.000.000€     Rendite 10%
Fonds B    Volumen 100.000€        Rendite 100%
Fonds C    Volumen 200.000€        Rendite 40%

Wahrscheinlich würden alle Leser am liebsten im Fonds B investiert gewesen sein. Aber bei einer 50:50 Gewichtung werden Fonds A & Fonds B gleich gut bewertet, und beide besser als Fonds C. Aber ich wette auch ein jeder von Ihnen wäre lieber in Fonds C statt in Fonds A gewesen, oder nicht?

Grüße Ihr
Walter Benda

Samstag, 19. November 2011

Was verdienen... äh bekommen DAX Aufsichtsräte eigentlich?

Kennen Sie einen Aufsichtsrat? Ja genau, diese Superarbeiter, welche mehrere Vollzeit Jobs gleichzeitig ausfüllen können. Genau, diejenigen, welche angeblich das schaffen, woran 99% der Bevölkerung kaputt geht, völliger Überarbeitung. Aufopferungsvoll kümmern Sie sich um... ja um was eigentlich? Und was verdienen sie? Auf jeden Fall nicht das was sie bekommen, denn das verstehe ich nicht.

Aufsichtsräten geht es gut

Das ist ja auch in Ordnung, gutes Geld für gute Arbeit. Wenn ich aber angucke wie deren Gehält im Vergleich zum Rest in diesem Land steigen, dann wird mir einfach nur schlecht. Derartige Gehaltserhöhungen sind nicht nur selten, auf dem Niveau findet sowas normalerweise ohnehin nicht statt!
Und mal ehrlich, manch ein Aufsichtsrat sitzt gleichzeitig in acht (!) Unternehmen. Ist das nicht unglaublich wie viel diese Menschen arbeiten?

Ich brauche einen Eimer!

Den suche ich mir jetzt, denn ich kann gar nicht so viel essen wie ich kotz... ach lassen wir das. Ich sollte bessere darüber nachdenken warum man mit Fleiß sowie harter Arbeit nicht mit solchem Einkommen gesegnet wird. An der Stelle empfehle ich übrigens die Ausführungen von Prof. Dr. Andreas Popp. Der Mann hat eine Meise, wohl eher einen ganzen Vogelkäfig, aber er ist clever. Er hat sogar ein paar gute Antworten auf die o. g. Fragen. Wenn Sie mehr dazu wissen wollen, besuchen Sie seine Seite:


Grüße Ihr
Walter Benda

Freitag, 18. November 2011

Currywurst - Finanzamt - Mehrwertsteuer - Rechtsschutzversicherung

Ich hatte ja versprochen es Ihnen noch zu erzählen, die Geschichte von der Currywurst und dem Finanzamt...

Der deutsche Bürokratiewahnsinn hat wieder zugeschlagen, denn Gemütlichkeit hat ihren Preis. Laut Ansicht das Bundesfinanzhofs (BFH) muss der, welcher gemütlich an einem Tisch sitzen kann, für seine Speisen 19% Mehrwertsteuer zahlen. Wer die gleiche Mahlzeit (!) im Stehen isst, der muss dagegen nur 7% Mehrwertsteuer abführen.

Wie kommt es zu dieser Situation?

Der Ärger begann mit 23x 33 Cent = 759 Cent, da spielte das Finanzamt einer Stadt am Rhein nicht mit! Einer meiner Mandanten ist selbstständige Dachdecker und hat eine Firma mit vier Angestellten, es geht ihm ganz gut. Und weil er und seine Jungs harte Arbeit leisten, müssen sie sich gelegentlich einem Traum aus Fett und Zucker hingeben, eine Currywurst mit Pommes Frittes. Oder in der Dachdecker Version "Schätzelein, tuste mir nä Manta Teller mit dick op drop". Keine Wertung, ich mag Lokalpatrioten. ;)
Natürlich geht man da auch mal mit befreundeten Unternehmern sowie Kunden "nen lecker Cholesterintablett inhalieren" - an diese Sprache könnte ich mich fast gewöhnen - und lädt die ein. Dafür nimmt der Geschäftsmann nebst Zusatzgewicht noch einen Bewirtungsbeleg mit.

Bis hierhin alles normal; aber?

An 23 Positionen der Bewirtungsbelege im vorletzten Jahr hatten die Finanzbeamten etwas aus zu setzen. Denn Currywurst plus Fritten kosten 3,00€.

Sitzen im Lokal wären es 19% Mehrwertsteuer, also 53 Cent je Portion. Aber auf dem Bau steht man zwar, doch kann man ja behelfsmäßig sitzen. Demnach wären statt 7% Mehrwertsteuer, was 20 Cent entspräche, leider die 53 Cent fällig. Es kam zur Nachforderung des Finanzamts.

Jetzt die Versicherung!

Als mich der nette Herr anrief um die Geschichte zu schildern, da dachte ich zuerst, man wolle mich auf den Arm nehmen. Er fragte doch tatsächlich ob seine Rechtsschutzversicherung diese Art Schäden mit abdeckt, denn er wolle klagen.
Kein Witz, wegen 7,59€ wollte der Mann klagen... Korrektur, hat geklagt. Allerdings ohne seine Rechtsschutzversicherung, welche die Verteidigung wegen des Bagatellbetrags als unrentabel verweigert hätte (grenzwertig). Hinzu kommt, dass er Steuerrechtsschutz als Gewerbetreibender gesondert versichern muss und er mir schriftlich fixiert hat, dass er das nie braucht. Bitte achten Sie als Gewerbetreibender auf solche Details, sie können einen runieren.

Das Ende vom Lied

Er hat tatsächlich Recht bekommen, denn laut Richter gilt, was an Theken oder Behelfs- bzw. Ablagebrettern verzehrt wird, unterliegt auch nur dem niedrigeren Steuersatz. Das Urteil kann unter Az. V R 35/08 bzw. V R 18/10 abgerufen werden.
Die Kosten bis zur letzten Instant? Schlappe 4.800€, wobei er damit billig weg gekommen ist. Für ein paar Currywürste aber ein ganz schöner Happen...

Grüße Ihr
Walter Benda

Montag, 14. November 2011

We no are no Nazis!

Werte Leser,

Google, die allmächtige Datenkrake, weiß manchmal leider nicht was ihre vielen Tentakeln tun. Ein Leser machte mich darauf aufmerksam, dass auf unserer Firmenseite ein paar Rechtsradikale zugeschlagen haben. Wie? Ganz "einfach", sie haben ein Bild von Skinheads mit dem "Heil Hitler" Gruß eingebombt (so der O- Ton eines Informatikers).

Keine Chance der BAF - Braune Armee Fraktion

Hiermit distanzieren wir uns ganz klar von rechtsradikalem Gedankengut. Google ist bereits informiert und eine Strafanzeige wird vorbereitet.
Ich hoffe das Bild verschwindet noch heute im Laufe des Tages. Ich bitte um Entschuldigung und hoffe, Sie bleiben uns weiterhin wohl gesonnen.

Ein Lacher zum Ende, so sah die "braune" Anzeige aus

Und damit Sie die Kuriosität selbst anschauen können, hier der Screenshot, welchen ich eben bei der Kontrolle selbst aufgenommen habe. Mit Linksklick können Sie diese wieder vergrößern, nur von Speichern bitte ich ab zu sehen. Danke.


Betriebsrechtsschutzversicherung?

PS. Ja, die ist vorhanden. Hm, mal schauen ob meine Betriebsrechtsschutzversicherung sich darum kümmert, denn einen derart kuriosen Fall von Internetkriminalität habe ich selbst noch nicht erlebt.

Donnerstag, 10. November 2011

Rechtsschutzversicherung - Gründe für Reiseminderungskosten

Der Deutsche ist streitsüchtig, so sagt man im Ausland häufig. Ganz falsch ist das auch nicht, wenn man bedenkt, dass ca. 7,1% aller Urlauber nach dem Urlaub klagen. Dabei geht es oft einfacher, und ohne die u. g. grundlegenden Verhaltensweisen hat die Rechtsschutzversicherung auch kaum eine Chance den Rechtsstreit zu gewinnen.

Was also tun?

Den Reiseleiter oder den Hotelbesitzer ansprechen, die Mängel bildlich dokumentieren (bitte kein Handy!) und sich die Mängel gegenzeichnen lassen. Oft gibt es hier schon einen Rabatt angeboten, ob man den annimmt ist einem selbst überlassen, nur hat man dann häufig keinen Anspruch mehr daheim. Also gut abwägen.
Die Reiseleitung muss übrigens nicht unterzeichnen, aber es ist vom Vorteil. Gut ist auch, wenn Sie Zeugen haben, welche nicht zu Ihrer Familie gehören, z. B. die armen Teufel aus dem Nachbarzimmer. Gleichzeitig lernen Sie so neue Leute kennen.

Und wenn alles nichts hilft?

Bevor man die Rechtsschutzversicherung bemüht, sollte man gucken ob man nicht mit einem selbst verfassten Schreiben zum Ziel kommt. Wird dann immer noch gemauert oder die Zugeständnisse sind inakzeptabel, dann ab zur Rechtsschutzversicherung und den juristischen Hammer geschwungen...

Womöglich helfen diese Informationen der Stiftung Finanztest. Mit dem Linksklick wird das Bild vergrößert und mit Rechtsklick erhalten Sie "Speichern unter...". Viel Erfolg!


Grüße Ihr
Walter Benda

Mittwoch, 9. November 2011

Höhere Kosten beim Zahnarzt - Letztlich zahlt es der Patient

Die Gebührenordnung für Zahnärzte, kurz GOZ, regelt die privat ärztliche Versorgung, welche nicht von den gesetzlichen Krankenkassen erbracht wird. Die dort aufgeführten Leistungen, müssen Patienten selbst zahlen, sofern diese nicht per Zusatzversicherung abgedeckt sind. Selbst bei PKV Vollversicherten müssen oft umfangreiche Zahlungen nachgeleistet werden. Manch einer würde sogar erschrecken, wenn er wüsste, dass er noch schlechter versichert ist als die meisten Kassen Mitglieder.

Mehr Kosten für alle

Die GOZ wurde seit 1988 nicht mehr aktualisiert. Am 04.11.2011 wurde eine Erhöhung des Volumens von sechs Prozent beschlossen, da viele neuere Behandlungsmethoden dort nicht erfasst sind. Dadurch erhöhen sich die Kosten für Versicherte, egal in welchem System. Denn auch bei Kassen Mitgliedern sind private Zusatzleistungen die Regel statt der Ausnahme. 

Höhere Steigerung befürchtet

Der Verband der privaten Krankenkassen ging ursprünglich von 14- 20% Steigerung aus, wobei er trotzdem kritisiert, dass die Honorarvolumina für Zahnärzte die letzten Jahre bereits überdurchschnittlich stark gestiegen sind.

Meinung des Autors zum Thema:Man soll ja jedem sein Geld gönnen, doch ausgerechnet Zahnärzte sind nicht die armen Mediziner. Da gibt es ganz andere Gruppen (z. B. Orthopäden).
Eine Regelung von neueren Methoden, welche ja angewandt werden, ist aber angebracht. Dass es dadurch mehr kostet ist bedauerlich, noch teurer wäre aber, wenn jeder Arzt abseits der GOZ frei den Preis wählen dürfte. Mich interessiert jedoch auf wen die Kosten konkret umgelegt werden. Irgendwie sagt mir ein leiser Verdacht, dass die Versicherer nicht auf Teile Ihres Gewinns verzichten werden...

Montag, 7. November 2011

Mea culpa, mea culpa, mea maxima culpa!

Werte Leser,

bitte haben Sie Verständnis. Aufgrund der Reportage (ZDF), irgendwie wurde ein Lauffeuer daraus, verzichte ich zzt. auf viel Schlaf und esse beim Sprechen, da der Arbeitsberg sonst nicht mehr zu bewältigen ist.

Ich bitte um etwas Zeit, dann werden hier wieder neue Beiträge veröffentlich. Und als Teaser die Info, demnächst geht es um Currywurst und eine Rechtsschutzversicherung. ;)

Danke also für Lesen, Treue und viel Arbeit! :)