Montag, 17. Dezember 2012

Überschussbeteiligung in 2013 - Die Reise wird nicht schön

Kurzes Zwischenspiel: Traditionell wird zum Ende des Jahres gesagt, was eine Versicherung glaubt im Folgejahr erwirtschafen zu können. Die Zinsmiesere macht es sicher nicht einfach, aber wenn das da unten wirklich die Überschüsse sein sollen, muss dringend etwas passieren...



Das schlimme ist, ich kann nicht einmal wirklich vom Leder ziehen und den Gesellschaften großartiges Versagen vorwerfen, denn die verschiedenen Gesetze knebeln diese gewaltig. Auffällig ist, dass kleine Versicherungen augenscheinlich besser damit klar kommen als große. Warten wir es mal ab. Sobald mehr Ergebnisse da sind, veröffentliche ich diese (mehr oder minder) umgehend.

Gängiges Vorurteil: Der Deutsche spart viel für später

Wenn man die Reserven pro Kopf berechnet, sind fast alle (nur Spanien nicht) dort genannten Länder besser aufgestellt als Deutschland, ganz besonders Frankreich und Großbritannien...
Mag an den dort wesentlich häufiger verbreiteten Betriebsrenten liegen, ändert aber nicht das Problem bzw. den Rückstand, den es auf zu holen gilt.

Der Wert dieser Aussage ist natürlich überschaubar, aber es beweist ganz klar, dass wir eben NICHT die Sparweltmeister schlechthin sind. Dieses positive Vorurteil hält sich hartnäckig, ist aber falsch! Also an die eigene Nase packen und selbst vorsorgen. Was ich übrigens grad auch mache, nur stellt sich mir die Frage in welche Rürup-Rente ich diesmal Geld packe.

Freitag, 14. Dezember 2012

OMG - Des Spammes schlechte Manifestation

Lesen Sie mal unten, welch merkwürdigen Kommentar ich freischalten sollte. Ohne Quatsch, die Arme Sau, welche die entsprechende Agentur beauftragt hat, tut mir fast leid. Hatte mich schon aufgemacht um eine E-Mail zu schreiben, dass man sein Geld nicht solchen Abzockern hinterher werfen soll. Dann sah ich die Seite des "Mitbewerbers" und mich überkam das blanke Entsetzen.

Wer nicht mal Geld für anständiges Marketing hat, sollte die Branche verlassen! Dann kam mir die Erleuchtung was hier passiert ist, ein schlechter Spambot hat einfach Quatsch übersetzt. Dazu unter dem Bild eine Idee, wie vermutlich der Original Text lauten sollte.


Mein Versuch der englischen Version:
Hi I'm happy because of this helpful article. I work for an advocacy office. I want to share. Shopping for an disability insurance policy is not the same as searching for an car insurance policy or a life insurance policy. Though there are hundreds of companies...

Hm, beim genaueren Lesen stelle ich fest, dass entweder mein Englisch überholungsbedürftig ist oder der Text sogar im Original keinen Sinn ergibt! :P

Dienstag, 11. Dezember 2012

Pervers: Eine Schwangere darf lügen um eine Schwangerschaftsvertretung zu werden

Eine Firma suchte eine Schwangerschaftsvertretung. Die eingestellte Frau war jedoch selbst schwanger, was sie trotz Nachfrage verschwieg, worauf die Firma eine Anfechtung des Arbeitsvertrags wegen Arglist an strebte obwohl die Frau bis zur Anfechtung einsatzfähig war.

Rechtssprechung gem. AGG und EU Gerichtshof


Eine Frau muss eine bestehende Schwangerschaft weder offenbaren, noch die Frage dazu beantworten, da dies laut §3 I 2 AGG eine unmittelbare Benachteiligung darstellt und verboten ist. Nach dem Eu Gerichtshof (EuGH) gilt dies selbst für befristete Verträge, sogar wenn darum kaum gearbeitet werden kann. Das geht so weit, dass selbst für Arbeitsplätze wo die Schwangerschaft eigentlich eine echte Behinderung (wenn auch keine Gefährdung für die Schwangere oder das Kind) ist gelogen werden darf. Nicht dass es relevant wäre, denn bis hierhin sind die Schutzgesetze in Ordnung.

Keine Chance für die Firma vor Gericht


Die Klage wurde vom Landesarbeitsgericht Köln abgewiesen, da auch die klare Befristung der Stelle keine Ausnahme rechtfertige. Sie war zwar der Grund für die Einstellung aber laut Gericht darf man bei einer Schwangerschaft hier ruhig mal lügen... ganz toll.

Grundsätzlich bin ich für Schwangeren- und Mutterschutz! Hier wurde aber mMn (und ich kann ja falsch liegen) gezielt ein Schutz für den eigenen Vorteil missbraucht. Mag sein dass sie arbeitsfähig war, nur wie lange? Das hat für mich ganz klar eine irreführende Absicht gehabt. Die Firma stellt sich auf mehrmonatige oder gar mehrjährige Vertretung ein und hat den nächsten Ausfall. Demnächst bewerben sich noch Blinde (sry, habe grad kein besseres Beispiel) zum Scharfschützen, albern...

Zirkellogik pro Frau


Hier musste niemand geschützt werden. Das ist als ob ich mit krankhafter Pyromanie zur Feuerwehr gehe. Ich kann den Job zwar grundsätzlich machen aber keine Sau würde mir den Job geben, aber in diesem Fall muss es ja anders sein. Und der Chef darf sich nicht einmal mit einem entsprechenden Dienstzeugnis revanchieren.
Ironie wie das Fehlverhalten einer Frau die Frauenquote in bestimmten Bereichen mit begründet, denn der Einstellung weiterer Frauen tut das hier bestimmt keinen Gefallen, tolle Zirkellogik.

Und was freue ich mich auf die Kritiken der ganzen Gutmenschen und Frauenbefürworter, welche mir bestimmt erklären wollen warum ich die falsche Auffassung hätte. Nur zu, ich bleibe bei meiner Äußerung!

Donnerstag, 6. Dezember 2012

Unisex in der Unfallversicherung

Grundsätzlich bin ich kein großer Fan der Unfallversicherung, aber in manchen Fällen wollen Leute diese trotzdem haben oder sie ergibt sogar Sinn.
Aufgrund von unisex kommen jetzt aber aus jeder Ecke vermeintliche Berater gesprungen und wollen einem erklären was sich änder. Was ändert sich denn bei der Unfallversicherung?

Warum die Unisex-Tarife?

Am 21.12.2012 tritt als Folge des sogenannten „Achat-Urteils“ des Europäischen Gerichtshofs eine gesetzliche Anforderung in Kraft, die den Versicherungsunternehmen untersagt geschlechtsspezifische Unterscheidungen in den Versicherungstarifen innerhalb der Europäischen Union vorzusehen. Ab diesem Zeitpunkt ist nur noch der Vertrieb sogenannter Unisex-Tarife für Männer und Frauen zulässig.

Was ändert sich gegenüber der bisherigen Unfallversicherung?

Eine generelle Anpassung der Tarife wird bei den meisten Versicherungen aufgrund der Einführung von „Unisex“ nicht vorgenommen, Änderungen erfolgen nur für vereinzelte Gruppen.
Mit der Einführung von „Unisex“  werden Frauen entsprechend ihrer beruflichen Tätigkeit analog zu den Männern künftig statt in die Gefahrengruppe A oder B eingestuft und somit wie Männer tarifiert. 
Sprich wer als Frau einen ungefährlichen Beruf hat, für den ändert sich nichts!

Für wen wird es mit dem Unisex-Tarif teurer? 

Bisher wurden alle Frauen unabhängig von ihrer beruflichen Tätigkeit in die Gefahrengruppe A
eingestuft. Künftig werden im Unisex-Tarif Frauen - analog der Regelung für Männer - entsprechend
ihres ausgeübten Berufes eingestuft. Frauen  die einen Beruf nach Gefahrengruppe „B“  ausüben,
werden zukünftig auch nach Gefahrengruppe „B“  tarifiert. Für diese relativ kleine Personengruppe
ergibt sich somit ein höherer Beitrag.

Sie zahlten in der Vergangenheit einen höheren Preis als ihre männlichen Altersgenossen. Für die
Männer in diesem Segment wird es damit teurer, weil künftig Männer und Frauen einen einheitlichen Beitrag haben werden.


Wer profitiert vom Unisex-Tarif?

Steht doch da oben! ;)

Bestandskunden: Was passiert wenn Bestandsverträge geändert werden? 

Die Art der Änderung entscheidet über unisex!

Formale Änderungen lassen die heterogene Tarifwelt wie sie ist, dazu zählt z.B. Zahlweise, Adresse, Bezugsrecht etc. Auch bei risiko reduzierenden Änderungen, wie dem Wegfall einzelner Leistungsarten oder der Herabsenkung der Versicherungssumme ist keine Umstellung notwendig.

Bei allen materiellen, also risiko erhöhenden Änderungen ist eine Umstellung auf Unisex vorgeschrieben. Hierzu gehören beispielsweise die Umstellung von einer älteren auf die neueste Bedingungsgeneration oder der Einschluss neuer Leistungsarten, die bisher nicht versichert galten. Betroffen sind auch Umstellungen vom Kinder- auf den Erwachsenen-Tarif oder der Wechsel der Berufstätigkeit mit Änderung der Gefahrengruppe.
Ausnahme ist hier eine Versicherungssummenerhöhung gemäß vertraglich vereinbarter Dynamik oder aufgrund einer vertraglich vereinbarten Option wie der Nachversicherungsgarantie.  

Achtung: Anbieter mit automatischen Bedingungsupdates überlegen Lösungen dazu, denn hier könnten diese erstmalige negativ sein!

Beratungsangebot für Verbraucher


Sollten Sie aufgrund Ihrer Vertragskonstellation im Einzelfall (bei einer vertraglichen Änderung) nicht sicher sein, unterstützen und beraten wir Sie gerne bei der Bewertung des Sachverhalts.
Dabei prüfen wir auch ob die Unfallversicherung wirklich das für Sie sinnvollste Produkt ist, denn in 9/10 Fällen gibt es bessere Lösung, die oft nicht einmal mehr kosten aber mehr leisten!

Rufen Sie uns an oder schicken Sie uns eine E-Mail.

Dienstag, 4. Dezember 2012

Kostenfreie Mehrleistungen in der Janitos Multi-Rente (Funktionsinvaliditätsversicherung)

In Deutschland gilt uniso das Credo, dass ein jeder eine Arbeitskraftabsicherung haben sollte, gemeinhin wird die Berufsunfähigkeitsversicherung (kurz BU) empfohlen. Leider kann/will nicht jeder sich eine leisten oder ist schlicht nicht versicherbar, z.B. aufgrund von Vorerkranknungen. Hier kommen dann die BU-Ersatzprodukte ins Spiel, wobei mein Favorit die Funktionsinvaliditätsversicherung ist.

Die Funktionsinvaliditätsversicherung zahlt eine (teils lebenslange) Rente, wenn eines der u. g. Ereignisse eintritt:


  • Pflegebedürftigkeit
  • Unfall mit min. 50% Invalidität
  • Organschäden (z. B Herz, Leber, etc.)
  • Grundunfähigkeit (= Einschränkungen des Bewegungsapparats: Gehen, Sitzen, Stehen, etc.) von min. 100 Punkten (interner Punktekatalog ähnlich der Unfallversicherung)

Das Produkt "patzt" vor allem im Bereich der pyschosomatischen Erkrankungen, weil diese quasi nicht versichert sind. Trotzdem ist es ein gutes Produkt, weil es sehr viele andere Dinge absichert, preiswerter ist und eine andere Gesundheitsprüfung hat.
Passt nicht für jeden aber für sehr viele Berufe, gerade wenn diese universell einsetzbar sind (z. B. Ingenieure) oder körperlich betonte Arbeit haben (z. B. Handwerker).
Interessenten, welche keine BU erhalten oder nur zu schlechten Bedingungen, können eine Multi-Rente zum Teil ohne Zuschlag oder Ausschluss erhalten.


Die Janitos bessert kostenfrei die Leistungen der Multi-Rente (=Funktionsinvaliditätsversicherung) auf, auch für Bestandskunden

Seit dem 01.12.2012 gibt es für alle neuen und alten Janitos Kunden die u. g. Mehrleistungen gratis:

  • Schwere Krankheit [Dread Disease]: Bspw. Krebs, Demenz, HIV-Infektionen und Enzephalitis
  • Eine Kapitalsofortleistung bei Eintritt des Leistungsfalls
  • Keine Verletzung einer Vertragspflicht, wenn man erst später zum Arzt geht, weil man nix schlimmes befürchtet
  • Für Kinderverträge gilt, dass diese kostenfrei weitergeführt werden, wenn der Empfänger die Eltern sind
  • Nach dem fünften Jahr kann die Rente ohne Prüfung erhöht werden, ohne besonderen Grund
Die Janitos Versicherung AG ist einer der wenigen Versicherungen, welche mir in der Praxis extrem positiv aufgefallen sind. Gute Produkte, gute Kommunikation, top Leistungsregulierung, noch keiner meiner Mandanten hat sich beschwert aber einige haben sich positiv geäußert!

Sondervereinbarung für Gefahren- und Extremsport


Da ich und einige meiner Freunde/Bekannten/Kollegen fiese Hobbys ausüben, habe wir hier die Möglichkeit diese ohne Zuschlag mit zu versichern. U. a. ohne Probleme: Schwertkampf, Fechten, Combat-Reenactement, Bogenschießen, Armbrustschießen, etc.
Wenn Sie Angebote brauchen oder Beratung wünschen, kontaktieren Sie uns am besten jetzt via E-Mail.

MfG
Walter Benda

Montag, 3. Dezember 2012

Unisex - Prämienerhöhung - Konkrete Zahlen

Mal ehrlich, an jeder Ecke schreien alle, dass unisex der Grund sei warum man jetzt noch abschließen soll. Vereinzelt mag das stimmen aber in der Masse der Fälle geht das am Bedarf vorbei. Interessant finde ich diese Hochrechnung des Versicherungsvermittlers MLP (ich sage bewusst NICHT Makler obwohl so registriert), welche mal Schätzungen für die Prämienerhöhungen von sich gegeben hat.

 

Wieso wird die BU für Männer teurer? Ergibt keinen Sinn!

Mein aktueller Sachstand besagt, dass mehr Männer als Frauen eine BU Versicherung haben, also das größere Versichertenkollektiv stellen. Es werden mehr Männer als Frauen im Laufe des Berufslebens berufsunfähig, nämlich im Verhältnis 5:1 (Frauen) und 3:1 (Männer). Männer haben im Schnitt die schlechtere Bildung, sowie die gefährlicheren Berufe. Wobei das nur die halbe Wahrheit ist, da Männer viel mehr extrem gute wie extrem schlechte Risiken haben während Frauen im Schnitt einer höhere, mittlere Arbeit besitzen.
Demnach stünden vier Gründe gegen eine Verteuerung und nur einer dafür. Und irgendwie kann ich mir grad nicht vorstellen, dass die gefährlicheren Berufe - zumal man bei der BU ja immer von risikoadäquaten Prämien spricht - eine derart große Auswirkung haben können. 
Denn im Umkehrschluss müsste jetzt eine Quersubventionierung durch Frauen, sowie "gute" Männerberufe erfolgen. Aber genau das passiert nicht, denn der Diplom-Kaufmann bekommt einen subventionierten Vertrag (ist ja ein erwünschtes "Risiko") während der Dachdecker schon arge Probleme bekommen wird überhaupt einen Vertrag zu erhalten. Ist ja fair, von wegen Fairsicherung...

Und wieso sind bei Dread Disease die Frauen günstiger gewesen obwohl es keinen Grund dafür gab?

Das muss bitte mir jemand erklären. Wenn wer eine Antwort weiß, meinetwegen auch rät, dann bitte melden. Ich verstehe es nicht... 
Es mag mir nicht einleuchten warum man da unglaubliche Subventionen laufen lassen muss. Meinetwegen gewillkürt aufgrund überzogener Wachstumsziele. Nur verstehe ich echt das warum nicht. Hilfe... *kopfschüttel*

Bei den restlichen Versicherungen wundert mich das alles nur wenig, da ich das meiste erwartet habe. Die Höhe der Anpassungen scheint mir indes zu hoch, denn kein Kunde wird im Anschluss vergleichen was er hätte sparen können, wenn er denn gespart hat. Jaja, so feuert MLP mal wieder die eigenen Vertreter an. Ist von MLP, muss ja stimmen... jaja, und Versicherungsvermittler sind nicht zu Unrecht der unbeliebteste Beruf Deutschlands. Ich schweife ab!

Handeln Sie jetzt, aber handeln Sie überlegt!

Denken Sie kurz nach, prüfen Sie Ihren Bedarf, kontaktieren Sie dann den Berater Ihres Vertrauens oder auch uns.

Donnerstag, 29. November 2012

Leserfrage: Gothaer MediNatura - Autsch für den Kunden!

Problemstellung


Leserbeitrag: Jo28.11.2012 04:35:00
Die Gothar hat schon wieder massiv erhöht! von 10,69 € auf 18,69€!!! Unfassbar! Das dürfen die doch nicht einfach machen. Was kann ich tun? 

Antwort: Da bleibt man doch ohne Worte, denn +74,83% ist nah dran an einer neuen Messlatte für miese Kalkulation. Aber es gibt (fast) immer Lösungen.

Lösungsmöglichkeiten

  1. Wechsel in einen anderen Tarif (bei einer anderen Krankenversicherung), welcher nicht nur Heilpraktiker oder Naturheilverfahren bezahlt sondern auch andere Bausteine. Dadurch entsteht ein besser durchmischtes Kollektiv, da keine Risikoselektion von Kunden statt findet, die nur bestimmte Leistungen regelmäßig abrufen, sog. Klumpenrisiko oder cluster risk. Geht natürlich nur, wenn man auf den Gothaer MediNatura nicht angewiesen ist uund/oder woanders die Gesundheitsprüfung schafft.
  2. Jetzt wird es spannend, denn ich mag mal §12b II VAG zitieren: ...Eine Anpassung erfolgt insoweit nicht, als die Versicherungsleistungen zum Zeitpunkt der Erst- oder einer Neukalkulation unzureichend kalkuliert waren und ein ordentlicher und gewissenhafter Aktuar dies insbesondere anhand der zu diesem Zeitpunkt verfügbaren statistischen Kalkulationsgrundlagen hätte erkennen müssen. ... Grundsätzlich könnten Kunden gegen die Beitragsanpassung Widerspruch einlegen, denn bei derart absurden Erhöhungen muss man von wissentlicher Falschkalkulation ausgehen. Kein Aktuar (Versicherungsmathematiker) macht derartige Fehler, wenn der Versicherungsvorstand nicht grad eine Falschkalkulation erzwingt um Wachstum - oh ja, das Krebsgeschwür ist zurück - zu forcieren...

 

Keine Sau klagt wegen einer Erhöhung von 10€/Monat bei den Kleckerbeträgen! Warum eigentlich nicht?

Auch das wird von Versicherungen als eingepreist, wobei die Bezeichnung moralisches Risiko ja falsch ist. Es gibt keinen offiziellen Posten für die kalkulierte Prozessierung aufgrund von Rechtsverstößen, also muss der arme Aktuar das leider woanders verstecken. Zumindest ist es das Kalkül von Versicherungen.
Da ich mittlerweile eine ganze Menge mit Anwälten zu tun habe, bin ich fast gewillt eine spezialisierte Kanzlei zu besorgen, ich hätte da schon wen im Kopf, mit der wir das Spiel mal durchklagen. Die Chancen auf Erfolg halte ich für sehr gut, denn die Gothaer hatte schon früher Tarife mit Heilpraktiker oder Naturheilverfahrensleistungen, außerdem gibt es eine Datengrundlage über den PKV Verband oder über befreundete PKV Untermehnen, sowie die Rückversicherer. Kein Vorstand kann glaubhaft von kleinen Fehlern sprechen aber ein derart unverschämtes Kalkül offen legen geht auch nicht. Was wäre also das Ergebnis?

Kunden können nur gewinnen


Entweder die Kunden werden geschont, weil der Mistladen Gothaer KV das jetzt gefällist aus Eigenmitteln ausbadet, sprich bezahlt, weil er verurteilt wird. Oder der Mistladen Gothaer KV - eigentlich ist das ja in einigen Belangen eine gute, teils sehr gute Versicherung (z. B. Gothaer LV) - badet es aus Reserven aus, weil er plötzlich außerordentliche Aufwendungen begleichen muss, da der Vorstand die geplante Schweinerei vertuschen und keine Steilvorlage für weitere Klagen legen will... was ihm seine anderen Berufsbetrüger, also die Kollegen "befreundeter" Versicherungen in ihren Golfrunden ohne Seife im Handtuch beibringen werden... vielleicht.

Ich bin dafür Beine zu machen! Ein Auruf:


Wenn Sie Kunde der Gothaer sind und auch eine lächerlich hohe Beitragsanpassung erhalten haben, wenden Sie sich an uns und wir prüfen zusammen mit unseren Kanzleien ob und wie wir gegen derartige Geschäftspraktiken vorgehen können!
Zeit, dass sich Kunden nicht länger knebeln lassen!


Sonntag, 25. November 2012

Ombudsmann - Die Mär vom "unabhängigen" Schlichter

Zugeben, ich bin selbst etwas überrascht. Als ich aber in meiner Erinnerung gewühlt habe, kam mein eigener Frust hoch. Selbst war ich einmal beim Ombudsmann und einige meiner Mandanten auch, abgelehnt wurden ALLE unsere Fälle. Wir sind mir mehr als der Hälfte in die Klage gegangen und haben auch in mehr als der Hälfte Recht bekommen, ironischer weise nicht in meinem eigenen Fall, sowie dem eines guten Bekannten... jeweils die gleiche Versicherung, wir überlegen uns in Revision zu gehen. Andererseits ergibt das für ca. 1.100€ einfach keinen Sinn.

Nicht einmal jede vierte Beschwerde führt zum Erfolg!

Schauen wir uns doch an, was als Erfolg zu werten ist, wobei die Erfolge schon als nicht 100%ige Ablehnung gelten, selbst wenn es ein für den Verbraucher völlig inakzeptabler Vergleich ist...


 
Institut Beschwerden Erfolge Quote
Private Banken 8268 2092 25,30%
(ex Sparkassen/ VR Banken)

Bausparkassen 718 117 16,30%
Landesbausparkassen n/a n/a #WERT!
Private Versicherungen 17733 4112 23,19%
Geschlossene Fonds 10 2 20,00%


Was fällt auf?

 
Die "Erfolge" sind sehr begrenzt, was natürlich nicht daran liegt, dass die "unabgängigen" Schlichter von den Banken, Versicherungen und Kapitalanlagegesellschaften (KAG/ Investmentfirmen) bezahlt werden...
Die nicht bindenden Schlichtungsstellen tauchen nicht auf, sieht ja auch bestimmt noch besser aus...
Die (teil-) staatlichen Schlichtungsstellen wie z. B. die Landesbausparkassen geben keine Daten raus, vermutlich weil auch da so viele Verbraucher zu Ihrem Recht kommen.
Teilweise gibt es so abstruse Schlichtungsstellen, dass man nicht mal von Ihnen weiß. Z. B. der Ombudsmann für offene Immobilienfonds, der sage und schreibe EINE Beschwerde bearbeiten musste... da lohnt Arbeit und Geld doch!

Wenn die privaten Finanzdienstleister was von Kundenschutz erzählen, sollte man besser die Steuer direkt von seinem Friseur machen lassen. 

Nichts gegen Friseure aber von Steuern verstehen die so viel wie Finanzdienstleister von Kundenschutz...

Donnerstag, 22. November 2012

Deutscher Ring Krankenversicherung und wie Sie Vermittler samt Kunden verarscht

Es soll ja Leute geben, die haben es nicht ganz so gut getroffen im Leben, weil Sie schwer krank sind. Zum Glück bekommt in Deutschland trotzdem jeder Krankenversicherungsschutz, Beamte sogar den privaten, wenn Sie es wünschen. Ist nicht ganz einfach aber machbar. Bei der Angebotsanforderung für eine Sportlehrerin habe ich heute aber mal eine besonders dreiste Masche erlebt. Lesen Sie selbst meine E-Mail an den Großhändler:

Deutscher Ring lügt Vermittler frech ins Ohr



Sehr geehrte Damen und Herren,

für eine Interessentin versuche ich ein Angebot für Beamte mit Öffnungsklausel zu erhalten, werde dabei aber vom KV Maklerservice - verzeihen Sie die drastische Wortwahl - verarscht. Was mit dem u. g. Servicecenter heute vorgefallen ist, können Sie unten lesen.

12:51 Uhr Anruf
Man könne mir das Angebot so nicht raus geben, da ich es selbst auf der homepage rechnen könnte. Interessant ist, dass es bei gesunden Kunden für Esprit und Komfort problemlos geht. Auf Anfrage will man mich an jemanden durchstellen, der das mit mir online macht.

13:01 Uhr Neuer Anruf
Nach ca. 5 Minuten in der Warteschleife, ich habe interessenhalber den Hörer mal mit Lautsprecherfunktion liegen lassen, wurde es mir zu bunt und ich habe erneut angerufen. Wieder wurde ich auf das online Portal verwiesen, wo ich angeblich selbst die Angebote mit Öffnungsklausel rechnen könnte. Der Sachbearbeiter lies sich überzeugen die Arbeitsschritte parallel zu verfolgen und musste zugeben, dass es nicht möglich ist diese Sonderkontingente online zu rechnen. Ich sollte ein Angebot erhalten, von einem Kollegen zu dem ich verbunden werden sollte. Nach 18 Minuten habe ich die Warteschleife erneut weg gedrückt.

13:25 Uhr Neuer Anruf
Die Sachbearbeiterin sagt mir doch frech ins Ohr, dass man da keine Angebote rechnen könnte, weil das mit der EDV nicht ginge. An der Stelle frage ich mich ob der Deutsche Ring - wo ich es mittlerweile bereue selbst versichert zu sein - Idioten beschäftigt oder seinen Sachbearbeitern keine besseren Lügen beibringt? Auf die Frage wie ich denn dann an ein Angebot kommen sollte kam nur ein "mit den Beitragstabellen selbst rechnen". Keine Worte.

13:30 Uhr Neue Anruf
Eine andere Sachbearbeiterin behauptet, dass man nicht an der Öffnungsklausel teilnehmen würde. Auf den Einwand, dass es so beim PKV Verband steht kam ein "Dann muss das wohl neu sein". An Kompentenz ist hier nichts mehr zu überbieten… zumal die Frage ertönt ob ich sowas zum Ring bringen muss. Ich wünsche die E-Mail Adresse & Kontaktdaten vom Abteilungsleiter, die wüsste sie nicht. Wie ich an mein Angebot kommen sollte, ich sollte selbst rechnen und dann händisch 30% aufschlagen. Wie ich das bei den Beitragsentlastungsbausteinen machten sollte, genau so. Auf den Einwand, dass es wegen den unterschiedlichen Barwerten aufgrund RIZ nicht geht wusste sie nichts ein zu wenden außer "Doch, das geht!". Es muss vom Ring individuell gerechnet werden, worauf sie wieder meint, dass das nicht ginge. Auf die Bitte mich an einen Kollegen durch zu stellen, komme ich in die Warteschleife. 20 Minuten später habe ich diese E-Mail begonnen, der Hörer liegt noch neben mir…

Angebotserstellung  



Maklerservice KV
Bereich: KV
Tel
040/Arsch
Fax
040/Oberarsch
Mail
maklerservice-ja-von-wegen@deutscherring-aber-bitte-nicht-die-kranken.de

Fazit:

Bei gut verdienenden Angestellen oder Selbstständigen ist das Servicecenter freundlich & hilfsbereit, ich erhalte fertig ausgefüllte Anträge und alles läuft rund. Aber bei unliebsamen Dingen wie der Öffnungsaktion, an der der Ring ja nicht zwingend teilnehmen muss, da stellt man sich quer, lügt und denunziert. Ganz das Gegenteil von dem, was man sonst dem Wettbewerb vorwirft. Hier sollten die sich mal ein Beispiel an den Mitbewerbern nehmen!
Ich hätte gerne zeitnah eine Stellungnahme dazu und werde mir vorbehalten als Dankeschön künftig alle Premiumkunden dorthin zu bringen statt wie bisher auf die Anbieter zu verteilen.

Mit freundlichen Grüßen
Walter Benda


Was wird wegen meiner E-Mail passieren?


Ich weiß es nicht, abgesehen davon, dass ich mich wieder unbeliebt mache. Vermutlich kommt wieder so ein Lackaffe, der benutze Gummipuppen sauber geleckt hat und das als Management Seminar verkauft bekommen hat, und erzählt mir einen vom Pferd, dem traurigen Einzellfall, dass es nicht wieder vorkommt und dass ich natürlich - hah, natürlich (!) - mein Angebot erhalte.
Nein, ich muss hier mal auf den Putz hauen, denn die leisten sich die letzten Wochen zu viele, teils schwere Fehler. Ich liste mal die letzten vier Wochen auf:
  • Meine eigenen Erstattungen ziehen sich hin, was mir aber Mandanten nicht so berichten.
  • Drei Policen falsch ausgestellt, rein zufällig immer zum Nachteil des Mandanten. Danke an Markus, der mich darauf aufmerksam machte, denn ich allen drei Fällen hatte ich "zufällig" keine Kopien erhalten.
  • Angebote verweigert.
  • Keine mündliche Info der Risikoprüfung, nur noch schriftlich und mit Antrag.
Vermutlich muss ich über einen Jobwechsel nachdenken, denn ich dürfte mittlerweile überall auf dem Index stehen. Andererseits, ist der Ruf erstmal ruiniert, lebt es sich ganz... scheiße, ich laufe jetzt Amok: Eine schöne Flasche alkoholfreies Weizen, ein Schädel eines Bildungsverweigerers egal welcher Herkunft, eine kräftige Trizepsübung, die Flasche Berenzin für die Unzurechnungsfähigkeit, sowie die Kameraden im grün-weißen Partybus, welche einen gratis Heim fahren...

Mittwoch, 21. November 2012

Versicherungskunden bekommen (mal wieder) weniger Geld - Nachtigall ich hör dir trapsen...

Danke an meinen Kollegen Nahe Teufelsschlucht für den prägnanten Text unten. Andere Kollegen haben es mir zwar auch geschickt, jedoch waren die Artikel elendig lang!



Sehr geehrte Damen und Herren,
ohne Aufsehen und kaum wahrnehmbar hat unsere Bundesregierung am 08.11.2012 still und leise in einer Nachtaktion gegen 22 Uhr in einem fast leeren Bundestag die Beteiligung der Versicherten an den Bewertungsreserven der Lebensversicher abgeschafft!

Stimmt, mal wieder ein Musterfall von politischem Versagen!


Das wird in den kommenden Wochen und Monaten für die Millionen von Versicherten gewaltig spürbar, denn Sie wurden durch kurzen Prozess eines Teils Ihrer bis dato wohlverdienten Erträge einfach beraubt und sehen somit die eh schon sehr mageren Renditen Ihrer Verträge weiter deutlich schwinden.

Stimmt, dadurch verlieren Kunden klassischer Verträge bares Geld. Aber das betrifft nur Verträge mit Überschussbeteiligung, nicht aber Fondspolicen. Besonders hart getroffen sind also Debeka Kunden, da diese Versicherung als einzige sich vehement gegen Fondspolicen sträubt, denn hier gibt es nur Verträge gegen Überschussbeteiligung. 
Aber es betrifft teilweise auch die Berufsunfähigkeitsversicherungen, Risikolebensversicherungen und andere Verträge. Was also gilt? Handeln Sie!

Infos dazu im TV/ Internet


Mehr dazu in der Ausgabe von Monitor (ARD) vom 15.11.2012 von 21.45 bis 22.15 Uhr unter dem Titel:
„ Private Altersvorsorge - Ein Regierungsgeschenk für Versicherungskonzerne". 
(sehen Sie den kompletten Beitrag Beginn bei 11,10 Minuten, Dauer ca 10 min.) unter:

www.wdr.de/tv/monitor//sendungen/2012/1115/alter.php5
Wie können Sie Ihr Kapital schützen? Welche Möglichkeiten haben Sie als Verbraucher? Wie können Sie Ihre bestehenden Kapitalversicherungen optimieren?
Sprechen Sie uns an. 


Das witzige ist, dass Bundesverfassungsgericht hat im Dezember 2005 schon festgestellt, dass die Kunden beteiligt werden müssen! Was also tun? Ich würde es auf eine Klage ankommen lassen, denn nur weil unser Polit-Darsteller etwas beschließen, ist es noch lange nicht rechtens. Wenn Sie noch Hilfe brauchen, dann empfehlen wir Ihnen auch gerne die passenden Kanzleien. Fragen Sie jetzt an!

Montag, 19. November 2012

Der (Un-)Sinn von sechs Stunden (Fort-)Bildung

Manche Mandanten wissen schon wie viel ich klagen kann, also im Sinne von beklagen statt verklagen. Das was in der Finanzdienstleistung unter Fortbildung verstanden wird, dürfen Angestellter in gehobener Position mit Incentive titulieren.
Ich habe nichst gegen Mehrsterne-Hotels und gutes Essen, zumal der Anteil weiblicher Teilnehmer größer wird und ich ja noch den u30 Vorteil habe. ^^ Aber gerade von der Fondsfinanz, einem Maklerpool aus München, bin ich doch besseres gewöhnt. Da müssen die deutlich nachlegen. Die sollten weniger Masse an Vermittlern (erheben für nichts Kosten) beschäftigen sondern die qualitativen Berater fördern. Naja, ein Grund warum meine Wenigkeit und andere gute Kollegen sich woanders hin orientieren.

Allen Unken zum Trotze ärgert es mich, wenn ich ca. sechs bis acht Stunden Zeit einplanen muss und alles was dabei heraus kommt, das da unten ist. Die Seite eins war übrigens nur ein Wort, welches der erste Dozent/ Verkäufer - der war übrigens als einziger wirklich super! - als Eisbrecher hat aufschreiben lassen. Die restlichen Ergüsse finden sich unten, meine sonstigen Highlights waren:

  • Einen neuen persönlichen Rekord im Windbeutel essen aufgestellt
  • Einen Teller zerbrochen
  • Einigen Kollegen erklärt was eine Zinsuhr ist
  • Ein Date mit einer Maklerbetreuerin abgewehrt, eine im nachhinein wohl vorschnelle Reaktion... hm, ich weiß jemanden, das grad nicht so lustig findet wie der Rest der Leser... *duckundweg*
  • Diverse Maklerbetreuer pikiert während sich daneben stehende Kollegen in Scham übten, vermutlich nicht nur wegen der Art wie ich "Dialoge" führe sondern auch weil sie es nicht verstanden haben...
  • Pflaster abgestaubt
  • Makler-Opposums beim Papier horten beobachtet
  • Falsche Freundlichkeit erlebt aber nicht gespiegelt. Ich sollte mal prüfen ob ich den Mittelfinger nicht als religöses Begrüßungsritual meiner Religion rechtfertigen kann, das wäre ein Spaß... :D

asdf

Dienstag, 13. November 2012

Derbe Geschichten eines Mannes, dem Wahn und Wissen zum Verhängnis wurden

Es ist an sich keine gute Schule, wenn man Dinge im Internet kopiert. Der Artikel aus der SZ über "Den Mann der zu viel wusste" ist aber so gut, dass ich Ihnen diesen hier ungekürzt präsentieren mag.

Anmerkung: Sollte die SZ damit nicht einverstanden sein, werde ich den Artikel bei entsprechender Information natürlich umgehend entfernen.

Fall Mollath und Hypo-Vereinsbank Der Mann, der zu viel wusste

13.11.2012, 07:32
Von Olaf Przybilla und Uwe Ritzer, Nürnberg

Gustl Mollath sitzt in der Psychiatrie. Gutachter und Justiz taten seine Erzählungen über illegale Geldgeschäfte bei der Münchner Hypo-Vereinsbank als Hirngespinste ab. Nach SZ-Informationen stützt ein seit Jahren geheim gehaltener interner Prüfbericht seine Version. 

Der Weg zu Gustl Mollath führt durch eine Sicherheitsschleuse; Geldbeutel, Handy und Schlüssel sind abzugeben. Der Gang danach verläuft unterirdisch und ist so niedrig, dass man sich automatisch bückt. Etwa so müssen Bunker im Kalten Krieg ausgesehen haben. In der Bezirksklinik Bayreuth geht es an einer zweiten Schleuse vorbei und eine Treppe hinauf. Sicherheit ist oberstes Gebot, schließlich sind hier psychisch kranke Straftäter untergebracht. Die Tür zu einem Besucherzimmer wird aufgesperrt, drinnen sitzt Gustl Mollath, 55.
Seit sechs Jahren sitzt er in diversen Psychiatrien in Bayern. Als Patient, aber Mollath fühlt sich nicht krank. "Ich bin ein Gefangener", glaubt er. Man habe ihm eine Paranoia, ein Wahnsystem angedichtet. Weil er dubiose Schwarzgeldgeschäfte seiner damaligen Ehefrau, einer Vermögensberaterin der Hypo-Vereinsbank (HVB), habe auffliegen lassen, sei er in der Klinik gelandet.

Es ist eine abgründige, unübersichtliche Geschichte, die der Mann im Besucherzimmer erzählt. Vieles klingt nach Verschwörungstheorie, doch längst nicht alles lässt sich als Wirrheiten eines psychisch Kranken abtun. Dies belegt ein seit Jahren unter Verschluss gehaltener interner Prüfbericht der HVB. Er liegt der Süddeutschen Zeitung vor und stützt zumindest Mollaths Version von den illegalen Bankgeschäften. Die HVB gerät in Erklärungsnot.

Bei der HVB klingeln die Alarmglocken

Schon die Briefe, die Gustl Mollath Ende November und Anfang Dezember 2002 an die Chefetage der Hypo-Vereinsbank schreibt, lesen sich nicht wie die Phantastereien eines psychisch Kranken. Sein Großvater sei bereits Kunde des Geldhauses gewesen, schreibt Mollath da in sachlichem Ton, und er selbst sei es auch schon seit Jahrzehnten. Umso mehr belaste ihn "seelisch und dadurch auch körperlich", was er über seine Frau mitbekommen habe, eine HVB-Vermögensberaterin: Sie und andere Mitarbeiter der Bank würden das Geld reicher Kunden illegal in die Schweiz schaffen, verbotenen Insiderhandel mit Aktien betreiben und andere fragwürdige wie hochspekulative Anlagegeschäfte.

Die Ehe der Mollaths lag zu diesem Zeitpunkt bereits in Scherben, doch das vermeintliche Beweismaterial lag zum Teil noch herum. "Für die letzten zwei Jahre habe ich Berge von Belegen gefunden", schrieb Gustl Mollath. Dabei habe seine Frau doch schon eine Menge Belege abtransportiert - mit einem Lkw. In der HVB-Zentrale klingelten die Alarmglocken.

Drei Monate später sollten sich nicht nur Mollaths Vorwürfe bestätigen. Unter dem Vermerk "vertraulich" beschrieben interne Revisoren der Bank auf 15 Seiten detailliert ein Netzwerk innerhalb der Nürnberger HVB-Niederlassung, das offenbar über Jahre hinweg unsaubere Millionengeschäfte gemacht hat. Mollaths Anschuldigungen, so die Quintessenz des "Sonder-Revisionsberichtes Nr. 20546", seien in Teilbereichen vielleicht etwas diffus, aber: "Alle nachprüfbaren Behauptungen haben sich als zutreffend herausgestellt."
Mehr noch: Die Prüfer hatten offenkundig sogar über Mollaths Vorwürfe hinaus Hinweise auf Beihilfe zur Steuerhinterziehung und Geldwäsche durch HVB-Mitarbeiter gefunden. So habe ein Vermögensberater der Nürnberger HVB-Filiale einer, so wörtlich, "allgemein bekannten Persönlichkeit", dabei geholfen, Schwarzgeld zu waschen, heißt es in dem Revisionsbericht.

Der Mitarbeiter habe für die prominente Kundin Währungsgeschäfte über sein Privatkonto abgewickelt. Dabei habe er Beträge so gestückelt, dass sie unter den meldepflichtigen Grenzen lagen - ein "bewusster und gravierender Verstoß" gegen das Geldwäschegesetz, notierten die Revisoren. Sie belegten ihre Erkenntnisse mit präzisen Angaben von Buchungszeiten und Summen.

Der Name der prominenten Kundin taucht nicht auf - Bankgeheimnis. Wie überhaupt bei der HVB Diskretion das Maß aller Dinge war, erst recht nachdem der Prüfungsbericht vorlag. Laut Verteiler bekamen ihn auch die Vorstände Stefan Jentzsch und Wolfgang Sprißler zugeschickt. Die Vorgänge aus der Nürnberger Außenstelle landeten also ganz oben - ein weiteres Indiz für die Brisanz.
Demgegenüber hielten sich die Konsequenzen in engen Grenzen. Die beschuldigten Mitarbeiter verließen in der Folgezeit die HVB oder ihnen wurde gekündigt. Auch Mollaths Ex-Frau, die auf Anfrage keine Stellungnahme abgeben wollte, musste damals gehen. Obwohl die Mitarbeiter bei den Schweiz-Geschäften mutmaßlich auch ihren Arbeitgeber finanziell geschädigt hatten, forderte die HVB von ihnen keinen Schadenersatz. Und das Gutachten Nr. 20546 verschwand in der Schublade.

Der Revisionsbericht habe, so rechtfertigte das ein HVB-Sprecher im Nachhinein auf SZ-Anfrage, "keine ausreichenden Erkenntnisse für strafrechtlich relevantes Verhalten von Mitarbeitern oder Kunden ergeben, die eine Strafanzeige als angemessen erschienen ließen." Steuerrechtsexperte Johannes Fiala kommt nach Lektüre des Revisionsberichtes zu einer anderen Bewertung. "Der Bericht enthält zwei komplexe illegaler Handlungen, einerseits Steuerhinterziehungen und andererseits verbotene Bankgeschäfte", sagte er dem SWR-Fernsehmagazin Report Mainz.

Tatsächlich bekam die Staatsanwaltschaft den Revisionsbericht erst acht Jahre später zu Gesicht, Ende 2011. Die Fahnder hatten davon gehört und ihn von sich aus bei der Bank angefordert. Ermittlungen wurden nicht eingeleitet; viele mögliche Straftaten wären längst verjährt gewesen.

Alles Irrsinn?

Bei der HVB war die Angst vor Mollaths Enthüllungen schon 2003 greifbar. Der Mann verfüge offenkundig "über Insiderwissen" und es sei nicht auszuschließen, dass er dieses an die Öffentlichkeit bringe und versuche, es zu verkaufen, warnten die HVB-Prüfer. Verkauft hat Mollath sein Wissen nicht. Aber in einem Verfahren vor dem Nürnberger Landgericht - seine Frau hatte ihn wegen schwerer Misshandlungen angezeigt - übergab er dem Gericht im September 2003 einen dickleibigen Schnellhefter.

Neben viel Brimborium findet sich darin auch Schriftverkehr mit seiner Ex-Frau und der HVB, aber auch etliche kopierte Buchungsanordnungen, die auf unter Decknamen geführte Nummernkonten hindeuteten. Trotzdem lehnte die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren ab: kein Anfangsverdacht.
Mollath stand vor Gericht, weil er am 12. August 2001 seine Frau verprügelt und gewürgt haben soll. Angezeigt hatte sie den Vorfall - den Mollath bestreitet - aber erst 16 Monate später. In dem Verfahren stand Aussage gegen Aussage. Das Gericht glaubte am Ende der Frau, weil sie so "ruhig, schlüssig und ohne jeden Belastungseifer" ausgesagt habe. Das Gericht sprach Mollath zwar frei, wies ihn aber wegen einer wahnhaften Störung in eine Psychiatrie ein. Ein Gutachter hatte ihm ein paranoides Gedankensystem attestiert: Mollath sei "unkorrigierbar" der Überzeugung, dass eine ganze Reihe von Personen aus dem Geschäftsfeld seiner früheren Ehefrau - und diese selbst - in ein "komplexes System der Schwarzgeldverschiebung" verwickelt seien.

Alles Irrsinn also? Womöglich hätten Gutachter und Gericht zu anderen Schlüssen gekommen, hätten sie den HVB-Revisionsbericht gekannt. Doch die Bank hielt ihn lieber geheim.

Sonntag, 11. November 2012

AXA und DBV Sachversicherung mit Prämienerhöhung bis zu 35%

Mögen Backsteinschwärme durch eure Fenster fliegen! Ich habe mich die letzten Jahre schon bemüht möglichst selten die AXA Sachversicherung zu vermitteln während die AXA Lebens- und Krankenversicherung durchaus mal meinen Gustus trifft. Nicht nur, dass diese Laden mich selbst auf einem schweren Schaden hat sitzen lassen, nein, er haut jetzt auch durch die Bank hinweg die Prämien durch die Decken.


AXA: Prämien-Steigerungen um bis zu 35%

Habe heute im Laufe des Tages drei Dutzend E-Mails mit Beitragsanpassung aus der Zentrale in Köln bekommen. Da die ja nur fünf Autominuten von mir entfernt sitzen, sollte ich da mal mit einem Sack voller Türklinken anklopfen, würde gleich nochmal im Beutel klingeln... und dann in deren Gebäude.
Die Masse der Preissteigerung liegt zwischen fünf bis zehn Prozent, was zwar ärgerlich aber nachvollziehbar ist. 

Preissteigerungen sind normal, aber nicht so!



Der Grund für die Anpassung liegt übrigens im durchschnittlichen Schadenverlauf. Wenn die Summe aller Schäden aller Kunden um min. 5% gestiegen ist, kann die Versicherung die Prämien anpassen. Gleiches gilt für die Prämiensenkungen.
Ein anderer Anteil liegt in der jährlichen Teuerung begründet. Es wird beim vorliegenden Vertrag der aktuelle Neuwert bezahlt, der wegen der Teuerung jedes Jahr höher ist, was sich durch entsprechende Prämienanpassung ausdrückt.

Fehlkalkulation? Falsche Zielgruppe?


Grundsätzlich also darf man einer Versicherung die gelegentlich Anpassung nicht vorwerfen. Aber wo ich mal glatt um 1/3 erhöhe, da muss ich Fehlkalkulation oder schlechte Kollektive unterstellen. Aber okay, meines Wissens nach hat keine andere Versicherung einen so hohen Anteil an muslimischen Kulturbereicherern... deren Landsleute die AXA Kfz-Versicherung übrigens gar nicht mehr haben mag. 
Jaja, ein Schelm wer Böses denkt. Ich muss mal den Kollegen Öz... den Kollegen vor Ort besuchen. Immerhin gibt's da guten Kaffee, den er sich in Zeiten steigender Prämien auch besser leisten kann. *hihi*

Sonderkündigungsrecht nicht vergessen!


Ihr Vertrag passt Ihnen nicht mehr? Sie wollen einen Vergleich oder gar gleich bessere Angebote (was NICHT schwer ist!), dann wenden Sie sich an uns; am besten jetzt!