Dienstag, 25. Februar 2014

Volkswohl Bund, Existenzabsicherung & die Haftungsfreistellung

Der Volkswohl Bund steigt in den Bereich der alternativen Arbeitskraftabsicherungen ab, dargestellt durch sein Produkt €xistenz (Existenz), was damit wirbt dass nicht die Berufsunfähigkeit sondern der Mensch versichert sei. Die Leistungen umfassen dabei, Auszug aus Original E-Mail:



€XISTENZ macht die Einkommensvorsorge bezahlbar – selbst wenn der Kunde in einem risikoreichen Beruf arbeitet. Denn €XISTENZ versichert kein Berufsbild, sondern Menschen:
·          Versichert sind 14 Grundfähigkeiten inklusive Pflegebedürftigkeit und Demenz
·          Wahlweise Absicherung schwerer Krankheiten
·          Auf Wunsch auch mit zusätzlichem Pflegeschutz (PLUS-Baustein)
·          Nur ein Leistungsauslöser erforderlich
·          Leistung bereits bei Beeinträchtigung einer Hand (Alleinstellungsmerkmal!)
·          Versicherungsendalter 67 auch bei Handwerkern möglich (BU z.T. 60)
·          Absicherung von 100% des Nettoeinkommens möglich (BU 70-90%)
·          Beitragsstabilität durch BU-Kalkulation
·          Vergütung wie BU!


Was zählt eigentlich, wie ist das im Vergleich zur Konkurrenz?

Sie können sich vorstellen, wie wichtig dem Kunden der unterste Punkt ist, nicht wahr? Wenn man von der Maklerbetreuung einen Vergleich zu Wettbewerbern sucht, kommen die immer mit der Allianz Körperschutzpolice um die Ecke, und mit der Vergütung. Die mMn interessanteren Produkte (Janitos Multi-Rente, BBV / Die Bayrische Diagnose-X bzw. Multi-Protect, Adcuri Opti5 usw.) werden nur auf Nachfrage erwähnt, und da erstreckt sich die Argumentation auf die Beeinträchtigung einer Hand und - Sie ahnen es bereits - der Vergütung.Ok, Marketingunterlagen & Haftungsfreistellung, alles für den Kunden wichtige Punkte...
Was soll der Rotz?! Einen Makler in eine Schulung zu stopfen wo keine Details verraten werden und man sich um die Konkurrenz drückt ist Zeitverschwendung aller Beteiligten! Die Allianz Körperschutz-Police finde ich schon nicht gut, u. a. weil ich die o. g. Alternativen meistens hochwertiger erachte, doch diesen zugegeben optimierten Abklatsch finde ich albern. Warum klaut man nicht ein bereits gutes Produkt und verbessert dieses weiter? Achja, weil die LV-Vergütung so wichtig ist...
Beim groben Überfliegen das Produkts ist es bei mir durchgefallen, aber gerne darf man versuchen mich mit fachlicher Expertise

Aber hey, es gibt ja eine Haftungsfreistellung für Makler


Bei der Stuttgarter fand ich das schon mies, denn kein Makler sollte das brauchen. Wer seine Arbeit richtig macht, der benötigt derartigen Unsinn (dessen Nutzen ich arg in Frage stelle) nicht! Und überhaupt, es gehört mMn in die Dokumentation, das Gesicht des Kunden, der folgendes liest, will ich mal sehen: "Als 374. Grund für meine Empfehlung ist, dass ich von der Gesellschaft von der Haftung frei gestellt werde." Na, fühlen Sie sich gut beraten? ;)

Beworben wird der Makler dann wie folgt, meine Anmerkung ist in rot eingefügt:




Wie funktioniert die Haftungsfreistellung?


1.       Ihr Kunde wählt die Möglichkeit A: Reduzieren der Leistungshöhe der Berufsunfähigkeitsversicherung
Wenn Sie deshalb in Zukunft wegen zu geringer Absicherungshöhe rechtskräftig zur Zahlung von Schadensersatz verurteilt werden, stellen wir Sie nach Maßgabe der im Dateianhang beschriebenen Regelungen von diesen Ersatzansprüchen frei.

Verarsche? Wissentlicher Pflichtverstoß ist nicht über die Vermögensschadenhaftpflicht (VSH), eine unzureichende BU-Versicherung ist ein wissentlicher Pflichtverstoß. Der Volkswohl Bund hofft tatsächlich auf Berater, welche wg. Geldgeilheit bewusst unzulänglich beraten? Und glauben der Abzockerladen hält dann schützend die Hände über sie... ja, genau!

2.       Ihr Kunde wählt die Möglichkeit B: Reduzieren des Leistungsumfangs mit einer Existenz-Versicherung
Wenn Sie deshalb in Zukunft wegen geringerem Leistungsumfang gegenüber einer Berufsunfähigkeitsversicherung rechtskräftig zur Zahlung von Schadensersatz verurteilt werden, stellen wir Sie nach den im Dateianhang beschriebenen Regelungen von diesen Ersatzansprüchen frei.

Jaja, im Kleingedruckten steht leider nur, dass es lediglich für eine Volkswohl Bund BU gilt. Ergo greift dieses Dingen nie, da hoffentlich kein Makler so blöd ist nur diese eine BU an zu bieten, oder doch?
Kein Vorwurf an den Volkswohl Bund, denn würde ich blöde Makler verarschen wollen, würde ich es genau so machen. Schande über Kollegen, welche dieses Spiel nicht

Wir setzen noch einen drauf, gezielte Maklerverarsche

Zitat Volkswohl Bund Unterlagen:
Ihr Vorteil der Haftungsfreistellung - Sie müssen Ihre Vermögensschadenhaftpflicht-Versicherung (VSH) nicht in Anspruch nehmen und können so Konsequenzen infolge eines auffälligen VSH-Schadenverlaufs, bis hin zu einer möglichen Kündigung, vermeiden.

An welche Qualitätsmakler richtet man sich hier wohl, hm? Nicht, dass diese bei wissentlichem Pflichtverstoß zahlen würde, zumal man die Volkswohl Bund Dokumentation nutzen muss.


Zitat Volkswohl Bund Unterlagen:
Diese Haftungsfreistellung endet mit Ablauf des Jahres 2014 und kann für die folgenden Jahre
verlängert werden. Innerhalb eines Kalenderjahres kann die Haftungfreistellung widerrufen werden. Der Ablauf oder ein Widerruf wirken allerdings nur für die Zukunft, d. h. für Vertragsabschlüsse vor dem Zeitpunkt des Ablaufs oder des Widerrufs gilt diese Haftungsfreistellung weiterhin.
 
Noch Fragen? Hier sollte selbst der Laie Lunte riechen, denn bestimmt wird mit Rückzug der Haftungsfreistellung genau so groß Werbung gemacht wie mit der Einführung, haben die Mitbewerber ja genau so gehandhabt...

Und die Moral von der Geschicht?


Dumme Makler verstehens nicht. Das Produkt ist augenscheinlich nur mittelmäßig, es gibt leistungsähnliche Alternativen für weniger Beitrag (klar: Sachprodukte) und versucht mit billigen Strukki-Methoden "Vertrieb der alten Schule" zu machen. 

PS. Natürlich ersetzt dieser Artikel keine Beratung und jedes Produkt könnte für den Einzelfall passend sein, hier bezweifle ich allerdings die Massentauglichkeit ganz stark... Gruß an RA R.W., Sie S*ck*****!

Montag, 10. Februar 2014

Risikilebensversicherung (RLV) mit vereinfachter Gesundheitsprüfung

Die Tochterversicherung eines großen deutschen Versicherers bietet zzt. Risikolebensversicherungen (Tod=Geld) mit vereinfachter Gesundheitsprüfung an. Eine von zwei Bedingungen muss erfüllt werden:


1. Absicherung einer Baufinanzierung/Immobilienfinanzierung

  • Maximale Todesfallsumme 200.000€
  • Der Darlehensvertrag wurde binnen der letzten sechs Monate geschlossen.
  • Maximales Eintrittsalter 45 Jahre

 

Die vereinfachte Prüfung wäre dann:


Eine Gesundheitserklärung: Hiermit erkläre ich,
  • dass ich zurzeit voll arbeitsfähig bin und dass ich in den letzten 2 Jahren nicht länger als 2 Wochen ununterbrochen arbeitsunfähig war 
  • und dass in diesem Zeitraum auch keine der folgenden Erkrankungen bei mir festgestellt oder behandelt wurden: Herz-Kreislauferkrankungen, Krebs, Schlaganfall, Nierenversagen, Diabetes und Lebererkrankungen, psychische Erkrankungen, HIV-Infektion/AIDS.


2. Absicherung junger Eltern


  • Maximale Todesfallsumme 75.000€
  • Geburt eines Kindes binnen der letzten sechs Monate
  • Maximale Vertragsdauer 25 Jahre
  • Maximales Eintrittsalter 40 Jahre

 

Dann lautet die Gesundheitsprüfung:



Reduzierte Gesundheitsfragen, mit Ja oder Nein zu beantworten:

  • Leiden oder litten Sie an Krebs oder an einer koronaren Herzerkrankung oder an Asthma bronchiale oder an Diabetes mellitus oder an einer anderen chronischen Erkrankung?
  • Waren Sie aus gesundheitlichen Gründen in den letzten 2 Jahren mehr als 14 Kalendertage durchgehend nicht in der Lage, Ihre berufliche Tätigkeit auszuüben und daher krankgeschrieben?
  • Wurden in den letzten 5 Jahren Anträge auf Risikolebensversicherungen zu erschwerten
    Bedingungen angenommen oder abgelehnt? 
  • Beziehen, bezogen oder beantragten Sie in den letzten 5 Jahren eine Leistung aus einer Berufsunfähigkeits- oder sonstigen Invaliditätsversicherung (wie Erwerbsunfähigkeits- oder Grundfähigkeitsversicherung)? 

Sie brauchen Beratung oder Angebote? Kein Problem, kontaktieren Sie uns jetzt!

Wie lange sind Gutscheine gültig, und warum ist Groupon anders?

Vereinfacht ausgedrückt, unterliegt die Einlösung eines Gutscheins der gesetzlichen Verjährigung gem. BGB, sprich nach drei Jahren (gerechnet ab Ende des Jahres des Gutschein-Kaufs) muss dieser nicht mehr eingelöst werden. So stand es in der €uro, was mir das Gutschein-Portal Groupon in den Kopf gerufen hat.

Warum darf Groupon Gutscheine teils sehr kurz befristen?


Die Redaktion hat geantwortet und es auch ins aktuelle Heft gedruckt.


Völlig in Ordnung und mMn nachvollziehbar, zumal vom LG Berlin so geurteilt, wissen wollte ich es trotzdem immer schon Mal!

Montag, 3. Februar 2014

Wer nichts Gutes zu sagen hat, soll besser gar nichts sagen...

... heißt es zumindest so schön. Drei Tage Bedenkzeit und ich veröffentliche den Artikel trotzdem.
Am Freitag hatte ich eine Schulung der Software Firma KVPro in Kombi mit dem Versicherungsberater Beyersdorffer zum Thema Tarifwechsel nach §204 VVG, sprich Optimierung der bestehenden privaten Krankenversicherung. An das Sprichwort hätten die Kollegen sich aber am besten selbst gehalten, denn es fielen ein paar sachungerechte Aussagen. In kurz:

Seien Sie ehrlich & transparent


Ständig abwertend von grünen Häkchen zu sprechen und direkte Bilder aus der Konkurrenzsoftware zu zeigen ist billig, dann nennen Sie Level Nine doch bitte beim Namen anstatt ständig eine vermeintliche Nichtnennung zu betonen. Im übrigen wie ich finde ein sehr gutes Programm!
Ich weiß übrigens nicht was ich schlechter/besser finden soll, grüne Haken & Warndreicke oder kryptische Buchstaben von A bis vermutlich F, wie sie beim Ausrichter des Webinars vorkommen.

Das einzige Programm mit dem Button "Nur Unterschiede" - Von wegen!


Bitte, wenn schon in einem Webinar regelmäßig über die Konkurrenz gelästert wird, hätte man sich zumindest schlau machen können, dass der KV Lux - der bestimmt ein gutes Programm ist - NICHT als einziger die Option hat nur Unterschiede anzeigen zu lassen. Und wen die grünen Haken ärgern, der kann sich auch Textbausteiner auswerfen lassen, das Feld gibt es übrigens ganz in der Nähe...
Was daran schlimm sein soll die Anforderungen eines Kundenprofils prozentual zu den Tarifübereinstimmungen zu vergleichen weiß ich auch nicht, hängt es doch auch maßgabelich von der Qualität des Beraters ab.
Und die Behauptung, dass der KV Lux hätte ALLE Alttarife in seiner Datenbasis, halte ich für genau so gelogen wie die Aussage der meisten Vermittler, sie seien zu 100% unabhängig. Es mögen viele sein aber keine Datenbank ist vollumfassend.

Das Beispiel mit der Conti


Der Fehler hier saß vor dem Rechner. Denn wer ungleiche Tarif vergleicht, macht das mit jeder guten oder schlechten Software, das hat NICHTS mit dem Programm zu tun sonderm dem Idioten, der es bedient. Ein Tagegeld zu vergessen kann nur dem Bediener aber nicht der Software angelastet werden.

Wie zum Geier kann jemand weniger zahlen, wenn jemand mehr zahlt?


Mehrfach während des Webinars wurde bei der Tarifreperatur erklärt, dass jemand bei einem höheren Zahlbeitrag dank BEG einen niedrigeren Nettobeitrag zu zahlen hätte. Das ist nicht wahr und widersprach sogar den gezeigten Zahlen, aber meine Wortmeldung wurde leider nicht auf laut geschaltet...
Besonders in Erinnerung geblieben ist mir das Beispiel mit dem HanseMerkur Clinic A & U, Zusatztarife, welche Privatarztwahl und Zweibettzimmer unfallbedingt oder in Abhängigkeit bestimmter Diagnosen zahlen. Ersetzt werden sollten diese durch den PS2, welcher das gleiche ohne anknüpfende Bedingung bietet, aber mehr kostet.
Beide Zusatzbausteine sind steuerlich nicht absetzbar - man korrigiere mich, wenn ich falsch liegen sollte - , da reine Wahlleistungen, wo sollte hier auch eine BEG Ersparnis herkommen?

Mein Fazit


Ein paar Dinge habe ich mitgenommen, es war also nicht vollends für die Katz. Trotzdem bin ich entsetzt, denn ich ging bislang davon aus, dass die meisten Versicherungsberater eine gute Arbeit machen, leider scheint es da auch Nieten zu geben wie bei den Maklern. Vermutlich habe ich da nur einen schlechten Tag erwischt, doch die Kombination aus Hochnäsigkeit, Falschaussagen und offenkundigem Ignorieren der angezeigten Folien war unschön. Traurig aber wahr...