Sonntag, 31. August 2014

Es ist so still, denn ich habe zu tun -> Neues Projekt "Spielzeug"

Falls Sie sich fragen warum hier zzt. nichts passiert, es liegt daran, dass ich viel, ja sehr viel zu tun habe. Mit einigen Kollegen gründen wir zzt. weitere Firmen, und haben etwas Zeitdruck, da wir zum 01.10.2014 an den Start gehen wollten. Es handelt sich um die Übernahme einer Firma, die Revitalisierung einer Firma sowie um ein zwei Neugründungen, welche alle unter einem Dach agieren sollen.
Als zukünftiger Gesellschafter & Geschäftsführer der GmbH & Co. KG schreibe ich zzt. die Satzung, die Verträge und ein Exposé, da wir ca. 300.000€ (Stand 08/2014) einsammeln müssen. Und speziell das Exposé frisst sehr viel Zeit, da nebst den korrekten Inhalten auch noch Formalia beachtet werden müssen. Aber versprochen: dafür wird das Ergebnis umso besser!

Was tun wir?


Was wir seit ca. 8 Jahren schon als Hobby & ehrenamtlich tun! Wir produzieren Spielzeug und veranstalten Events/Festivals/Urlaub in dem Zusammenhang. Was neu ist, wir werden industrieelle Standards einführen, wo bislang Handarbeit die Produktion dominiert hat. Und dafür bedarf es natürlich Maschinen, die nicht bei uns in den Kellern lagern. Nur um einen Ausblick zu geben: Der bisherige Marktführer schafft etwa 12 Spielzeuge am Tag. Wir schaffen bei höherer Qualität und gleichzeitig geringerem Preis einen Output von 300 am Tag. Und derartig krasse Gefälle ziehen sich durch die gesamte Unternehmung. Trotz oder gerade wegen 100% "Made in Germany" Qualität!

Wie kann man davon profitieren?


Wir suchen Geldgeber! Natürlich klopfen wir erst bei Banken an, doch aus meinen letzten zehn Jahren Erfahrung als Finanzdienstleister weiß ich um die mieserable Investitionsbereitschaft von Banken in gewissen Gewerbebereichen. Also bleibt nur der private Kapitalmarkt. Grundsätzlich wollen wir das Geld einsammeln und dabei den Investoren anbieten gewerblich zu investieren (also Gewerbeeinkünfte mit allen Verrechnungsmöglichkeiten) oder privat als Darlehensgeber (mit Abgeltungssteuer etc.). Der Bezug in Form von Naturalrenditen (also Ware statt Geld) soll dabei ebenfalls möglich sein.

Was bieten wir bald an?


Details und Investitionsangebote folgen, wenn sie sauber ausgearbeitet sind. Einen Ausblick möchte ich aber geben:

  • Anlage mit Ausschütten als Einkünfte aus Gewerbebetrieb oder wahlweise Kapitalerträgen
  • Steuerfreie Rendite in Form von Warenbezug statt Kapitalauszahlung
  • Kurze Laufzeit von drei Jahren (wobei wir nach max. zwei Jahren schon schuldenfrei sein wollen, aber sicher ist sicher!)
  • Die Möglichkeit bei neuen Geldeinwerbungen zu Vorzugskonditionen zu investieren
  • Wahrscheinlich (noch nicht ganz ausgearbeitet) die Möglichkeit einer dauerhaften Unternehmensbeteiligung
  • Teilbesicherung durch Zeitwert von Maschinen, Waren & Erzeugnissen
  • Eine Investition 100% "Made in Germany", die hier Arbeitsplätze sichert und zusätzliche Arbeit schafft
  • Ein ethisch korrektes Investment, da Spielzeug was toll ist!

Sie wollen mehr wissen oder gar direkt anlegen? Geduld, wir können nich mehr als jeden Tag arbeiten! Aber wir versprechen unser bestes zu geben und zeitnah Informationen raus zu geben.

Sonntag, 10. August 2014

Infinus Anleger - Nicht erhaltene Zinsen sind steuerpflichtig

Es tut mir leid, die Infinus Anleger sind schon ausreichend gebeutelt und da lese ich jetzt ein Urteil, was die Sache wohl noch schlimmer macht. Es geht nicht direkt um Infinus aber ich halte es für übertragbar, da die Infinus prinzipiell gleich vorging. Infinus Anleger könnten nebst Ihrem Verlust noch steuerliche Nachzahlungen fürchten müssen! Lesen Sie weiter!

Die Eckdaten des Urteils, falls Ihr Rechtsanwalt oder Steuerberater tätig werden will

Bundesfinanzhof vom 02.04.2014
Aktenzeichen VIII R 38/13
Vorschriften: § 173 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 der Abgabenordnung (AO), § 173 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 AO,
§ 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung, § 20 Abs. 1 Nr. 7 des
Einkommensteuergesetzes (EStG), § 173 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 AO, § 20 EStG, § 11
Abs. 1 EStG, § 11 Abs. 1 Satz 1 EStG, § 118 Abs. 2 FGO, § 118 Abs. 2 FGO

 

Potentielle, wenn auch fiktive Zahlungen aus Schneeballsystemen sind zu versteuern


Ein Anleger ist einem Betrüger aufgesessen und hat diesem über Jahre Geld gegeben, fiktive Zinsen erhalten und deshalb weiteres Geld nachgeschossen. Bis er irgendwann sein Geld wollte. Dann kamen diverse, teils wirklich absurde Vertröstungen, und der "Berater" wollte sich um seine Pflicht drücken. Aufschübe, Zusatzinsen von 25%, Krankheiten und allerlei obskures sollten den Anleger milde stimmen. Klappte aber nicht...

Der Anleger wollte sein Geld aber scheitert und durfte Strafe zahlen

Der Anleger war als Innenarchitekt tätig und hat angegeben Zinszahlungen von ca. 3.100€ erhalten zu haben, was lt. seinem Finanzgericht und dem Bundesfinanzhof (BFH) falsch war. Zwar hat der beklagte Anleger wirklich das Geld nie ausgezahlt bekommen aber es war in seinem Verfügungsbereich. Maßgeblich sei lt. BFH hier die Fähigkeit und der Wille des Schuldners zur Leistung. Der sei gegeben gewesen, denn in zahlreichen Mails und Verträgen wurde hier verhandelt. Die parallel laufende Insolvenz des Schuldners spielte für die Beurteilung keine zu würdigende Rolle, sofern zum Zeitpunkt der Zinsgutschrift die Möglichkeit einer Auszahlung bestanden hätte. W00t? Frei nach dem Motto "wärst Du dumme Kuh bloß früher ausgestiegen"... Die Anlegerin hätte härter versuchen können an Ihr Geld zu kommen, oder was?
Als Dankeschön wurden der Anlegerin für die Streiträume fiktive Zinsen in Höhe von ca. 110.000 DM zugerechnet. Deshalb ergingen Nachträge zu den Steuerbescheiden, wo empfindliche Nachzahlungen gefordert wurden. Zur strafrechtlichen Verfolgung kann ich nichts sagen aber ich vermute, dass diese auch eingeleitet wurde.

Die Argumentation ist schlüssig, die Unterstellung idiotisch


Obwohl der Schuldner insolvent wurde, denn der Großteil des Geldes wurde für die private Lebensführung verbraucht und nur ein Rest an Zinsen zur Lockung neuer Anleger ausgekehrt, wurde ihm Leistungsfähigkeit und -bereichtschaft unterstellt. Hier scheidet mein Verständnis leider komplett aus, denn beim Durchlesen des Urteils samt Vorgeschichte erschließt sich mir ein gänzlich anderes Bild. Besonders dreist: Der BFH gibt sogar zu, dass bei gleichzeitiger Auszahlung aller Anleger eine Bedienung nicht möglich wäre aber dies würde für den Einzefall keine Rolle spielen.
Ein Musterbeispiel wie der Staat seine Bürger abzockt, wenn es darum geht Steuern ein zu kassieren.

Zumal bei GmbH & Co KGs im Bereich geschlossene Fonds für Ausschüttungen eine andere Ansicht verfolgt wird. Meinem Verständnis nach ist das hier aber nicht groß anders, denn obwohl Zinsen und Ausschüttungen steuerlich unterschiedlich behandelt werden, ist der Zufluss (so er denn stattfindet) in beiden Fällen gleich zu beurteilen. Ob ich eine Ausschüttung aus der Substanz (also dem eingezahlten Kapital) entnehmen oder Zinsen aus der Anlagesumme, das kommt für mich aufs gleiche raus.

Was bedeutet das für Infinus Anleger?

Im Zweifel ein echtes Problem, denn die Infinus hat thesaurierende Produkte (d. h. die Zinsen werden angesammelt und mitverzinst statt ausgezahlt) aufgelegt. Und auch bei den ausschüttenden oder den rollierenden Kurzläufern der Orderschuldverschreibung (OSV) oder der Genussrechte waren im Folgeauftrag oft die direkte Wiederanlage ohne Überweisung an den Anleger möglich.
D. h. im Kern könnte Ihr örtliches Finanzgericht die fiktiven Zinsgutschriften der Infinus zur Steuer ran ziehen. Das wäre doppelt ärgerlich, denn eine Verlustverrechnung könnten Sie sich dann in die Haare schmieren.
Sprich Ihr Geld wäre weg und zusätzlich dürfen Sie fikive Zinseinnahmen versteuern. Fühlt sich für mich wie eine indirekte Nachschusspflicht durch den Staat an. Zugegeben, ein hässliches Szenario aber nach meinem Verständnis könnte es so kommen.
Ziehen Sie sich warm an, denn ich kann mir zzt. keine Lösung vorstellen um dieses Szenario zu umgehen. Falls jemand Hinweise oder Ideen hat, bin ich dankbar dafür. Gerne empfehle ich Ihnen einen RA oder StB, mehr kann ich aber nicht tun.

Das Urteil in Volltext folgt nach dem u. g. Link.

Donnerstag, 7. August 2014

Der Ferrari als Dienstwagen geht nur beschränkt - BMW & Mercedes unproblematisch

Was passiert, wenn ein Tierarzt einen VW Van als Dienstwagen hat und sich einen Ferrarir gönnt, nur um mit dem Dingen ca. 4K km im Jahr zu fahren? Und davon der Löwenanteil nur für Wartung und sonstige Pflichtfahrten. Wenn man >300.000€ Einnahmen (nach Praxiskosten) hat, dann kann man ja auch mal versuchen die ca. 30.000€ Kosten vom Ferrarir bei der Steuer geltend zu machen, oder nicht?

Nein, das geht so nicht, nur beschränkt abzugsfähig


Das zuständige Finanzamt wollte man "armen" Tierarzt gar nichts anerkennen obwohl er sauber Fahrtenbuch geführt hat und alles penibelst dokumentiert wurde. Als stritt er weiter,  bis der Bundesfinanzhof (BFH) ein Urteil fällte, welches zum Teil zu seinen Gunsten war. Die Eckdaten des Urteils:

Gericht: Bundesfinanzhof
Urteil vom: 29.04.2014
Aktenzeichen: VIII R 20/12
Vorschriften: § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 7 EStG, § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 7 des Einkommensteuergesetzes (EStG), § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 4 EStG, § 4 Abs. 5 Satz 2 EStG, § 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO)
Eingestellt am: 07.08.2014

Die verkürzte Begründung ging von GMV und Vergleichen aus

Grundsätzlich ist es abzuwägen was als kaufmännisch akzeptabel zu gelten hat. Nun hat jeder aber die freie Wahl, was er kauft. Bei 300K Einkommen darf man einen Ferrarir durchaus als akzeptabel betrachten, aber nicht für einen Tierarzt, der schon ein Auto hatte und zusätzlich einen halb so teuren Porsche fuhr. Es wurde dem sog. "notwendigen Privatvermögen" zugeordnet, denn betriebliche Anlässe waren nicht begründbar.
Wg. freier Wahl, und da es andere Luxuskarrossen gibt, durfte er 2€/km ansetzen, was lt. BFH der Vergleichswert für BMW und Mercedes ist. Das sei angemessene Oberklasse, alles darüber hinaus sei nicht begründbar.
Ironie an der Sache: Mit dem Porsche gab es solchen Ärger nicht!

Was heißt das für uns Normalsterbliche?

Ist der Wagen im Rahmen des Einkommens angemessen, gibt es keinen Ärger. Ein deutscher Porsche ist lt. BFH Richter anscheinend weniger Wert als ein italienischer Ferrari, denn da wurde die 2€ Begrenzung nicht aufgeführt, dürfte aber hoffentlich trotzdem gelten.
Wenn Sie BMW oder Mercedes fahren, Audi dürfte analog gelten, machen Sie weniger falsch. Und mal ehrlich, mir will doch keiner sagen, dass er bei diesen Marken keine schönen Spielzeuge findet. Aber gut, vlt. verstehe ich die Welt der Superreichen nicht, schließlich bin ich ja auch ein ganzes Stück von 300.000€ Jahreseinkommen entfernt. Mist, muss mein alter 5er BMW wohl noch eine Zeit lang durchhalten... Der ist ja auch in der Versicherung billiger. ;)
Im Fazit also: Wer wie bescheuert Geld für unnötig bonzige Karren ausgibt, der muss sich nicht wundern, dass er dafür abgestraft wird.

Sie finden unter dem Link "weitere Informationen" das komplette Urteil. Aber Achtung, ein ganz schöner Schinken.